Politik : Internet hilft bei Suche nach Vermissten

Rainer W. During

Berlin - Das Internet hat sich zur Informations- und Suchplattform für diejenigen gemacht, die nach der Flutkatastrophe in Asien Angehörige vermissen. So bietet das Internationale Rote Kreuz einen Internet-Suchdienst für Vermisste an. Wer den Kontakt zu Angehörigen oder Freunden verloren habe, könne sich auf der Website www.familylinks.icrc.org registrieren, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz am Mittwoch in Genf mit. Familien hätten so die Möglichkeit, den Verbleib ihrer Angehörigen im Katastrophengebiet in Erfahrung zu bringen. Die Website ist in englischer Sprache.

Insbesondere in Thailand wird diese Kommunikationsmöglichkeit intensiv genutzt. Behörden und Kliniken haben ebenso Foren eingerichtet wie Tauchschulen und Privatpersonen. Allein 766 verletzte Bundesbürger finden sich auf einer Liste internationaler Opfer unter www.phuketitcity.com . Allerdings sind viele Namen doppelt und dreifach genannt. Über eine Suchfunktion kann man nach bestimmten Personen fahnden. „Die Bilder sind privat und können schockieren“, warnt ein Link auf der Website der thailändischen Urlaubsinsel Phuket. Dort hat das Patong-Hospital Bilder von unbekannten Opfern der Flutkatastrophe mit Nummern versehen, ins Internet gestellt und bittet um Identifizierungshinweise.

1574 Tote nannte die Statistik für sechs Provinzen am Mittwoch. Darunter seien 187 Ausländer, 174 Leichen sind noch nicht identifiziert. Die Zahl der Verletzten wird mit 8950 angegeben, darunter 1045 Ausländer und 6784 bisher Unbekannte. Das internationale Krankenhaus ( www.phuket-inter-hospital.co.th ) hat eine Namensliste aller Patienten ins Netz gestellt, sucht außerdem auf seiner Website mit Fotos der zehnjährigen Sophia nach deren Eltern Norbert und Edeltraud M. aus Deutschland. Die Angehörigen eines Jungen aus Skandinavien konnten so bereits gefunden werden. Hinweise von Urlaubern an deren Angehörige und Suchmeldungen nach Vermissten veröffentlicht auch das private Phuket Disaster Message Board ( www.phuketpc.com ). Hier sind überwiegend Skandinavier, aber auch einige Deutsche vertreten.

Auch in Sri Lanka hilft das Internet bei der Suche nach Vermissten. Das Fremdenverkehrsamt informiert unter www.contactsrilanka.org über die Situation im Land und listet alle von den Behörden registrierten Urlauber auf. Auf der Website www.findthem.lk können Angehörige von Vermissten Angaben hinterlassen und werden benachrichtigt, sobald es Hinweise gibt.

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