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James Foley : Weißes Haus bestätigt Echtheit des Tötungsvideos

Das Weiße Haus hält das Video, das die Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley zeigt, für authentisch. Einer der Terroristen in dem Video spricht offenbar mit einem britischen Akzent.

US-Reporter James Foley, der mutmaßlich von IS-Terroristen enthauptet wurde, im Einsatz 2011 in Libyen. Foto: AFP
Im Einsatz: James Foley (links) war als Reporter in den Krisengebieten der Welt unterwegs. Dieses Foto entstand 2011 in Libyen...Foto: AFP

Das Weiße Haus in Washington hat am Mittwoch die Echtheit des Videos bestätigt, das die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch Dschihadisten zeigt. Die Geheimdienste hätten das Video untersucht, in dem Foley und sein Kollege Steven Sotloff zu sehen sind, und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Aufnahmen authentisch seien, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden.

Terrorist kommt möglicherweise aus Großbritannien

In dem Video ist möglicherweise ein Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) aus Großbritannien zu sehen. „Auf den ersten Blick scheint es eine britische Person zu sein. Wir werden noch weiter untersuchen müssen, um ganz sicher zu gehen, dass das der Fall ist“, sagte der britische Außenminister Philip Hammond am Mittwoch der BBC. Der Mann, der in dem Video den US-amerikanischen Fotografen James Foley tötet, habe einen britischen Akzent. Das Video sei ein „entsetzliches Beispiel für die Brutalität dieser Organisation“, sagte Hammond. Der Regierung sei seit langem bekannt, dass viele britische Staatsbürger in Syrien und im Irak für extremistische Gruppen kämpften.

Cameron bricht seinen Urlaub ab

Der britische Regierungschef David Cameron bricht nach der Enthauptung Foleys seinen Urlaub ab und kehrt nach London zurück. Cameron, der mit seiner Familie im Urlaub in Cornwall war, werde sich mit Außenminister Hammond und hochrangigen Regierungsbeamten beraten, teilte der Regierungssitz in der Londoner Downing Street am Mittwoch mit.

Die Aufnahmen von der Enthauptung Foleys wurden in der Nacht zu Mittwoch unter dem Titel “Eine Botschaft an Amerika“ ins Internet gestellt. Bei dem Opfer handelt es sich um James Foley, der vor zwei Jahren in Syrien entführt wurde. In dem Video wird zudem ein zweiter Mann vorgeführt, der Steven Sotloff genannt wird, einem weiteren verschleppten US-Journalisten. Ob auch er sterbe, hänge von US-Präsident Barack Obama ab. Die USA fliegen Luftangriffe gegen den IS im Nordirak.

Foleys Familie trauert auf Facebook. Ihr Sohn habe sein Leben bei dem Versuch gelassen, "der Welt das Leid des syrischen Volkes näherzubringen", schrieb seine Mutter auf einer Webseite, auf der ursprünglich um Hilfe für seine Freilassung geworben worden war. Die Familie sei "nie stolzer auf ihn gewesen".

Das Internet-Video zeigt zunächst Fernsehbilder von Obama, wie er die jüngsten Luftangriffe auf Stellungen der IS im Irak bekannt gibt. Anschließend ist ein kniender Mann zu sehen, bei dem es sich um Foley handelt. Dieser ruft seine Familie und Freunde auf, gegen die amerikanische Regierung als “eigentlichen Mörder“ vorzugehen. Ein zweiter, maskierter Mann mit einem Messer steht neben ihm. Dieser wirft den USA vor, bei den Luftangriffen Muslime getroffen zu haben. “Sie kämpfen nicht mehr gegen einen Aufstand“, sagt er an die USA gerichtet. “Wir sind eine islamische Armee und ein Staat, der von einer großen Zahl von Muslimen weltweit anerkannt wird.“ Danach wird die Enthauptung gezeigt.

IS droht auch mit Tötung von Steven Sotloff

Zuletzt wird ein zweiter Gefangener vorgeführt, der in einem Schriftzug als Sotloff identifiziert wird. “Das Leben dieses amerikanischen Bürgers, Obama, hängt von Ihrer nächsten Entscheidung ab“, sagt der Maskierte. In dem Video werden arabische und englische Schriftzüge verwendet.

US-Reporter James Foley bei einer Pause am Flughafen Sirte 2011 in Libyen. Foto: AFP
US-Reporter James Foley 2011 in Libyen.Foto: AFP

Foley war fünf Jahre in Syrien tätig und wurde am 22. November 2012 von Unbekannten entführt. Sotloff wird seit Juli 2013 vermisst, ebenfalls in Syrien. Dort und im benachbarten Irak hat der Islamische Staat große Landstriche unter seine Kontrolle gebracht und ein grenzübergreifendes Kalifat ausgerufen. Die Gruppe geht mit großer Härte gegen Andersgläubige vor und soll Gräueltaten begangen haben. Die USA haben damit begonnen, Waffen an die Kurden im Nordirak zu liefern, die gegen die IS kämpfen. Die Bundesregierung erwägt einen ähnlichen Schritt.

Iraks Außenminister Sebari: Dschihadisten sind Bedrohung für ganze Welt

Nach der Veröffentlichung des Videos rief die irakische Regierung die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf. Die Dschihadisten seien nicht nur eine Bedrohung für einige Bevölkerungsgruppen im Irak, sondern für die ganze Welt, sagte Außenminister Hoschijar Sebari am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters (dpa/Reuters/Tsp)

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