Jörg Schönbohm : "Die AfD hat überall gewildert"

Die Erfolge der AfD würden nicht nur von abgewanderten CDU-Wählern ermöglicht, findet der ehemalige brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm. Seine Partei sieht er in Potsdam "wieder ernst genommen".

Werner van Bebber
Jörg Schönbohm findet seine Partei, die CDU, in Brandenburg auf einem guten Weg.
Jörg Schönbohm findet seine Partei, die CDU, in Brandenburg auf einem guten Weg.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Warum gab es in Brandenburg keine Wechselstimmung?

Ich würde nicht sagen, dass es keine Wechselstimmung gab – so, wie die Linke verloren hat. Jedenfalls ist erkennbar geworden, dass sich die Zufriedenheit mit der rot-roten Koalition in Grenzen hält.

Herr Schönbohm, die CDU hat gut drei Prozent mehr geholt als 2009, aber der Abstand zur SPD ist noch immer riesig. Wann wird Ihre Partei denn mal wirklich konkurrenzfähig?

Das wird noch dauern – vielleicht ein, zwei Legislaturperioden. Aber wir werden wieder ernst genommen.

Den Erfolg der AfD haben Sie sicherlich erwartet. Die Partei hatte starken Zulauf von der CDU und von der Linken. War die CDU in einem allgemeinen Wohlfühl-Wahlkampf nicht offensiv genug?

Das kann sein, das kann man so sehen. Aber die AfD hatte nicht nur Zulauf von der CDU. Die hat überall gewildert.

Was raten Sie Michael Schierack? Mitregieren oder opponieren?

Das werde ich mit ihm persönlich besprechen.

Jörg Schönbohm ist Ehrenvorsitzender der Brandenburger CDU. Er war von 1999 bis 2009 brandenburgischer Innenminister. Von 1999 bis 2007 führte er die märkische CDU. Schönbohm ist 77 Jahre alt.

Das Gespräch führte Werner van Bebber.

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