• Kandidatur nicht ausgeschlossen: Oprah Winfrey wäre eine wahre Alternative zu Donald Trump

Kandidatur nicht ausgeschlossen : Oprah Winfrey wäre eine wahre Alternative zu Donald Trump

Sie ist die einzige schwarze Milliardärin in den USA. Und hat sich schon in die Herzen von Millionen gesendet. Und warum sollte Oprah Winfrey nicht US-Präsidentin werden? Ein Porträt.

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Wird sie die Nummer 1 in den USA? Hier jubelt sie beim Wahlsieg von Barack Obama 2008.
Wird sie die Nummer 1 in den USA? Hier jubelt sie beim Wahlsieg von Barack Obama 2008.Foto: AFP

Sie hat nicht ja gesagt, sie hat nicht nein gesagt, Oprah Winfrey hat in einem Fernseh-Interview eine US-Präsidentschaftskandidatur 2020 schlicht nicht ausgeschlossen. Die dann 66-Jährige wäre eine wahre Alternative zu Donald Trump: Eine Frau, eine schwarze Frau, die einzige schwarze Milliardärin in den USA. Die Medienunternehmerin hat Hillary Clinton im Wahlkampf gegen Trump massiv unterstützt, ebenso wie ihre Stimme großes Gewicht hatte, als sie sich für Barack Obama einsetzte, damit er sich in der Vorwahl der Demokraten gegen Clinton durchsetzte.

Oprah Gail Winfreys Biographie liest sich wie das perfekte Drehbuch für den Film „American Dream“. Geboren wurde sie 1954 in Kosciusko im rassengetrennten Bundestaat Mississippi als Tochter eines Soldaten und einer minderjährigen Putzfrau. Sie lebte in ärmlichen Verhältnissen bei der Großmutter, bei der Mutter in Milwaukee, wo sie von drei Männern aus der Familie über Jahre hinweg sexuell missbraucht wurde, sie riss aus und zog nach einer Schwangerschaft – das Kind starb kurz nach der Geburt – zum Vater nach Nashville. Er bot ein strenges, aber sicheres Zuhause. Später wird Winfrey noch von Kokainkonsum und Promiskuität berichten.

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Oprah Winfrey schließt Präsidentschaftskandidatur nicht aus
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Winfrey überlebte und überwand ein Hindernis nach dem anderen. Sie übersprang zwei Schulklassen, verließ die Universität mit einem Bachelor-Abschluss, 1971 wurde sie „Miss Black Tennesse“. Radio und Fernsehen, Reporterin und Moderatorin und dann – 1985 – die „Oprah Winfrey Show“. Der tägliche Nachmittagstalk machte sie zur „Beichtmutter der Nation“. Die Geständnisse über jedes denkbare Fährnis des Lebens wirkten nicht inszeniert, Winfreys Gefühlsausbrüche bis hin zum Tränenfluss nicht aufgesetzt. Spitzenquoten, 1993 ein sehr einfühlsames und weltweit beachtetes Interview mit Michael Jackson, Winfrey kultivierte ihre Auftritte als „everywoman“, die sich ehrlich für die Nöte der Mittel- und Unterschicht interessierte.

Die nicht verheiratete und kinderlose Winfrey wurde zur Marke, die sie in einem Geschäftsimperium kapitalisierte: eigene Produktionsfirma, „Oprah’s Book Club“, Frauensender „Oxygen“, Lifestyle-Magazin „O“, Oprah-Stores, Oscar-Nominierung für ihre schauspielerische Leistung in „Color Purple“. Als sie 2011 die letzte Ausgabe der „Oprah Winfrey Show“ ankündigte, um sich auf den Aufbau ihres eigenen Kabelsenders Oprah Winfrey Network (Motto: „Live your best life“) zu konzentrieren, da wurde mehr als eine Talkshow beendet, es wurde eine TV-Lebensschule geschlossen. Wer sich in die Herzen eines Millionenpublikums gesendet hat und zugleich zu den spendenfreudigsten US-Bürgern gehört, dessen Positivimage übersteht die Skandalbiographie „Oprah“, die sie als „eiskalte Diva“ bezeichnete.
Und dann, 2013, die Revanche: Präsident Barack Obama verleiht Oprah Winfrey die höchste zivile Auszeichnung der USA, die „Medal of Freedom“.

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