Politik : Kliniken in der Krise

Berlin - In Deutschland schreibt inzwischen fast jedes dritte Krankenhaus rote Zahlen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Deutsche Krankenhausinstitut am Mittwoch präsentierte. Die Zahl der Kliniken mit negativem Geschäftsergebnis erhöhte sich demnach von 2010 auf 2011 um ein Drittel. Einbußen verbuchten fast 60 Prozent der Häuser. Nur noch gut ein Viertel schätzte die wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr als gut ein. Als Hauptproblem wurden Kostensteigerungen für Personal und Energie sowie die gesetzlichen Kürzungen in Milliardenhöhe genannt. Statt den Kliniken weiter Geld wegzunehmen, müsse ihnen die Regierungskoalition finanziell helfen, forderte die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Kritik übte der Verband auch an den Krankenkassen. Zwei Drittel aller Häuser seien „regelmäßig“ von Zahlungsverzögerungen und -verweigerungen betroffen, die Außenstände summierten sich bundesweit auf 1,1 Milliarden Euro. Der Spitzenverband der Kassen hielt dagegen, dass alle Verzögerungen auf Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen seien. Durch Falschabrechnungen entstünde den Beitragszahlern ein Schaden von bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr, sagte Sprecher Florian Lanz. Und angesichts von leer stehenden Betten und „viel zu vielen medizinisch unnötigen Operationen“ benötigten die Kliniken „nicht noch mehr Geld, sondern modernere Strukturen und ein patientenorientiertes Management“. raw

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