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Konflikt mit Nordkorea : Russland warnt USA vor Alleingang "wie in Syrien"

Nordkorea-Operationen ohne Absprachen seien ein "sehr riskanter Weg", sagt der russische Außenminister Lawrow in Richtung Washington. US-Vizepräsident Pence erklärt, alle Optionen lägen auf dem Tisch.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow.Foto: Ivan Sekretarev/AP/dpa

Nur einen Tag nach einem erneuten Raketentest Pjöngjangs hat US-Vizepräsident Mike Pence am Montagmorgen einen ehemaligen UN-Militärstützpunkt in der Nähe der Grenze von Süd- und Nordkorea besucht. Er warnte, „die Politik der strategischen Geduld“ mit dem kommunistischen Regime sei beendet. Das Camp Bonifas befindet sich nur rund 2400 Meter südlich der entmilitarisierten Zone der beiden verfeindeten Länder. Trotz Warnungen der USA hatte Nordkorea am Sonntag eine Rakete abgeschossen, die nach Angaben aus Washington und Seoul jedoch unmittelbar nach dem Start explodierte. Der Test erfolgte nach einer großen Militärparade in Pjöngjang anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte die USA dagegen vor militärischen Schritten gegen Nordkorea. "Ich hoffe, dass es keine einseitigen Schritte der USA wie in Syrien geben wird", sagte Lawrow. US-Präsident Donald Trump habe im Wahlkampf versprochen, militärische Interventionen zu unterlassen. Wenn die USA im Alleingang Gewalt einsetzen wollten, sei das "ein sehr riskanter Weg." Moskau verurteile aber auch das Vorgehen Nordkoreas.

Trumps Vize Pence betonte, die USA wollten Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel "mit friedlichen Mitteln, über Verhandlungen" erreichen. Es lägen aber "alle Optionen auf dem Tisch", sagte Pence in dem Dorf Panmunjom an der entmilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea. Die US-Regierung stehe "Schulter an Schulter" mit dem südkoreanischen Volk, die Beziehung beider Länder sei "eisern und unveränderlich". Nordkorea dürfe "nicht die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten unterschätzen, unseren Verbündeten beizustehen". Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert.

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Bereits am Sonntag hatte Pence den Raketentest Nordkoreas als "Provokation" bezeichnet. Nach Angaben des US-Pazifik-Kommandos und des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde die Rakete am frühen Sonntagmorgen in der Nähe der Hafenstadt Sinpo an der Ostküste Nordkoreas abgefeuert. Das Pentagon erklärte, die Rakete sei "fast sofort explodiert". Ein außenpolitischer Berater der US-Regierung sagte, bei dem Geschoss habe es sich wahrscheinlich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt.

Pence reist weiter nach Japan und Australien

Später am Montag wird Pence auf den kommissarischen Präsidenten Südkoreas, Hwang Kyo-ahn, treffen. Dabei wird voraussichtlich die von Nordkorea ausgehende wachsende nukleare Bedrohung im Mittelpunkt stehen.

Der US-Vizepräsident will vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden. Weitere Stationen seiner offiziellen Reise in die Asien-Pazifik-Region werden vom Dienstag an Japan, Indonesien und Australien sein. (dpa)

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