Krieg in Syrien : Siebenjährige Twitterin aus Aleppo bittet Trump um Hilfe

„Sie müssen etwas für die Kinder Syriens tun", schreibt die siebenjährige Bana an den US-Präsidenten Donald Trump. Der sorgt gerade für Einreiseverbote für Syrer.

Die siebenjährige Bana ist durch ihre Tweets aus dem belagerten Aleppo bekannt geworden. Inzwischen lebt sie in der Türkei. Foto: Adem Altan/AFP
Die siebenjährige Bana ist durch ihre Tweets aus dem belagerten Aleppo bekannt geworden. Inzwischen lebt sie in der Türkei.Foto: Adem Altan/AFP

Die durch ihre Tweets aus den Rebellengebieten Aleppos bekannt gewordene siebenjährige Bana hat mit Unterstützung ihrer Mutter einen Brief an US-Präsident Donald Trump geschrieben. Das Mädchen bittet Trump darin, die Kinder Syriens vor dem verheerenden Bürgerkrieg zu retten. Das geht aus einer Kopie des Briefes hervor, den Banas Mutter der Deutschen Presse-Agentur als Text über den Nachrichtendienst Whatsapp geschickt hat.

„Sie müssen etwas für die Kinder Syriens tun, weil sie wie Ihre Kinder sind und den gleichen Frieden verdienen wie sie“, heißt es in dem Brief weiter. Wenn Trump verspreche, dass er den Kindern helfen werde, sei er schon jetzt ihr neuer Freund.

Bana erlangte durch ihre Kurznachrichten auf Twitter weltweite Bekanntheit und hat mehr als 360.000 Follower in dem sozialen Netzwerk. Im Dezember, nach der vollständigen Eroberung Aleppos durch die Regimetruppen, konnte sie zusammen mit ihrer Mutter in die Türkei in Sicherheit gebracht werden.

Wird das Mädchen instrumentalisiert?

Neben vielen Sympathien für das Mädchen, deren Tweets oft mit Fotos von ihr versehen sind, gibt es auch Kritik an der Instrumentalisierung des Kindes. Es ist bekannt, dass Banas Mutter die Nachrichten für ihre Tochter schreibt.

Ob der neue US-Präsident eine kinderfreundliche Syrien-Politik auf seine Agenda heben wird, ist derweil fraglich. Trump scheint sich aus dem Konflikt zwischen Regierung und Rebellen eher zurückziehen zu wollen. Priorität legt er offensichtlich auf den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Zudem will Trump in Kürze eine Reihe von Schritten zur Beschränkung der Einwanderung anordnen. Das berichteten Kongressmitarbeiter und Einwanderungsexperten, die über die Pläne informiert wurden. Demnach wird Trump als erstes bereits an diesem Mittwoch bei einem Besuch im Heimatschutz-Ministerium eine Anweisung unterzeichnen, wonach die meisten Flüchtlinge vorübergehend nicht ins Land gelassen werden sollen. Ausgenommen werden sollten Angehörige religiöser Minderheiten, die der Verfolgung ausgesetzt seien. Das Einreiseverbot solle so lange gelten, bis eine schärfere Sicherheitsüberprüfung umgesetzt sei. Außerdem wolle Trump verfügen, dass die Visumsvergabe an Menschen aus Syrien, Irak, Iran, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen ausgesetzt werde. (dpa, rtr)

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