Kritik wegen Brexit und Russland : Schäuble greift Außenpolitik Steinmeiers scharf an

Doppelte Attacke des Bundesfinanzministers gegen seinen Kabinettskollegen: Wolfgang Schäuble übt Kritik am Umgang Frank-Walter Steinmeiers mit dem Brexit und seinen Nato-Russland-Äußerungen.

Kabinettskollegen: Wolfgang Schäuble (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (rechts, SPD).
Kabinettskollegen: Wolfgang Schäuble (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (rechts, SPD).Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Außenpolitik von Frank-Walter Steinmeier (SPD) in zwei wesentlichen Punkten scharf kritisiert. In der "Welt am Sonntag" wandte sich Schäuble sowohl gegen das Vorgehen des Außenministers nach der britischen Brexit-Entscheidung als auch gegen dessen Umgang mit Russland.

Konkret nannte Schäuble in der "WamS" die Einladung Steinmeiers zu einem Treffen der europäischen Gründerstaaten zwei Tage nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien. "Diejenigen Staaten, die nicht zu dieser Gruppe gehören, waren verunsichert und haben sich ausgeschlossen gefühlt", sagte der CDU-Politiker. Es müsse jedoch in der jetzigen Situation "alles unterlassen werden, was die Kluft zwischen alten und neuen EU-Mitgliedern vergrößert".

Zur Russland-Politik Steinmeiers sagte Schäuble, es sei "nicht nur ein rhetorischer Fehlgriff" des Außenministers gewesen, der Nato wegen deren Manövern in Osteuropa "Säbelrasseln" vorzuwerfen. Zwar sei es sinnvoll, zu überlegen, "wie wir die Ukraine-Krise und das Verhältnis zu Russland entspannen können". Im Umgang mit Moskau dürften jedoch Signale der Entspannung niemals ohne Elemente der Abschreckung erfolgen.

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Steinmeier verteidigte auf einer SPD-Veranstaltung in Berlin seine Russland-Politik. "Wir müssen so klug handeln, dass aus einer Verletzung des Völkerrechts am Ende keine militärische Auseinandersetzung in Europa wird", sagte der Außenminister. Es sei zwar richtig, dass das Verhältnis zu Russland durch dessen Vorgehen in der Ukraine belastet sei und darauf habe er auch immer wieder hingewiesen. "Wir müssen aber jetzt die Weichen so stellen, dass die Türen für eine Verbesserung in Zukunft offen bleiben." (AFP)

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