Kundgebung in Leipzig : Pegida-Wortführer Bachmann sagt "Wende 2.0" mit AfD voraus

In Leipzig haben am Montagabend Pegida und Legida gemeinsam demonstriert. Pegida-Anführer Lutz Bachmann spielte wieder auf eine Allianz mit der AfD an.

Der Chef des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann (M) und Tatjana Festerling (l) von Pegida, marschieren bei einer Kundgebung des ebenfalls islamfeindlichen Legida-Bündnisses am 07.03.2016 in Leipzig (Sachsen).
Der Chef des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann (M) und Tatjana Festerling (l) von Pegida, marschieren bei einer...Foto: dpa

Der Wortführer der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, hat erneut auf eine politische Allianz mit der AfD angespielt. Nach den Kommunalwahlen in Hessen schlafe Deutschland nicht mehr, sagte Bachmann am Montagabend bei einer gemeinsamen Kundgebung von „Pegida“ und „Legida“ in Leipzig. Bald gäbe es „zwei konservative Kräfte im Land“. Wenn diese dann hoffentlich auch zusammen arbeiteten, stehe einer „Wende 2.0“ nichts mehr im Wege, fügte er hinzu.

Gegen den Aufzug von „Pegida“ und „Legida“ gab es am Montag breiten Protest. Bis zum frühen Abend blieb es laut einer Polizeisprecherin weitgehend ruhig.

Zu mehreren Gegendemonstrationen hatten sich an verschiedenen Orten in der Innenstadt zahlreiche Menschen versammelt, nach Angaben der Initiative „Durchgezählt“ waren es insgesamt mindestens 1000 bis 1200 Teilnehmer. An einer Kundgebung an der Leipziger Thomaskirche nahm unter anderen auch die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), teil. In dem Gotteshaus war nach den Redebeiträgen verschiedener Gäste noch ein Friedensgebet geplant.

Weniger Teilnehmer als in den Vorwochen in Dresden

Um die Route des „Legida“-Aufmarsches, die entlang der Kirche führte, war bis zum späten Montagnachmittag gerungen worden. Das sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen entschied zugunsten der „Legida“-Bewegung unter dem Hinweis, dass die Demonstration in ihrer Lautstärke nicht das Friedensgebet in der Thomaskirche stören dürfe. Über die Anzahl der „Pegida/Legida“-Anhänger lagen keine konkreten Angaben vor. Beobachter sprachen aber von deutlich weniger Teilnehmern als in den Vorwochen in Dresden.

Bachmann hatte schon häufiger in den vergangenen Monaten die Gründung einer eigenen „Pegida“-Partei angekündigt - bislang folgenlos. Ein mit der AfD gesuchter Schulterschluss gelang bis dato ebenfalls nicht. Zuletzt war die Annäherung in der vergangenen Woche bei Vertretern der rechtspopulistischen Partei auf Skepsis gestoßen. In seiner Rede in Leipzig griff der „Pegida“-Gründer auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder scharf an. Er forderte sie zum Rücktritt auf und warf ihr vor, dafür verantwortlich zu sein, dass Deutschland angeblich am Rande eines Krieges stehe. (epd)

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