Lebensgefährtin von Joachim Gauck : Daniela Schadt warnt vor "No-Go-Areas" für Juden

Die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt, befürchtet, dass in Deutschland "No-Go-Areas" für Juden entstehen könnten. Dies sagte sie in einem Interview.

Daniela Schadt ist in großer Sorge, weil viele Juden in Deutschland es nicht mehr wagten, öffentlich die Kippa zu tragen.
Daniela Schadt ist in großer Sorge, weil viele Juden in Deutschland es nicht mehr wagten, öffentlich die Kippa zu tragen.Foto: dpa

"Dagegen müssen wir alle Stellung beziehen", sagte Schadt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie sei in großer Sorge, weil viele Juden in Berlin und anderswo es nicht mehr wagten, öffentlich die Kippa zu tragen.

Bis heute könne sie sich nicht daran gewöhnen, dass Polizisten jüdische Einrichtungen bewachen müssten, unterstrich Daniela Schadt. "Es ist furchtbar und sehr traurig, dass es in Deutschland inzwischen neben einem traditionellen Antisemitismus auch noch eine neue Form des Antisemitismus gibt, einen islamistisch motivierten etwa auch bei einem Teil von jüngeren Muslimen." Dadurch habe sich das Problem noch verschärft.

Auch sei es "absolut inakzeptabel", dass gewaltbereite Rechtsextremisten gewählte Mandatsträger bedrohten oder einschüchterten, sagte die Partnerin von Joachim Gauck. "Sie müssen ihr Amt frei ausüben können", sagte die frühere Journalistin zu dem Fall eines Bürgermeisters aus Sachsen-Anhalt. Er war von Rechtsextremisten bedroht worden, als er sich für die Errichtung eines Flüchtlingsheims in der Kommune einsetzte. Daraufhin trat er von seinem Amt zurück. epd

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