Menschenrechtslage in Syrien : Amnesty: Fast 18.000 Menschen in Gefängnissen gestorben

Amnesty International wirft der syrischen Regierung Folter und Misshandlung vor. Mehr als 17.700 Menschen seien bisher in syrischen Gefängnissen ums Leben gekommen.

Zerstörungen im Viertel Tariq al-Bab in Aleppo
Zerstörungen im Viertel Tariq al-Bab in AleppoFoto: AFP/Thaer Mohammed

Amnesty International wirft der syrischen Regierung „Folter, Misshandlungen und katastrophale Haftbedingungen“ in Gefängnissen vor. Schätzungen zufolge sind seit 2011 in syrischen Gefängnissen mehr als 17.700 Menschen ums Leben gekommen, wie aus einem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation hervorgeht.

„Die von Amnesty dokumentierten Menschenrechtsverletzungen sind ein schockierender Bestandteil der systematischen Angriffe der syrischen Regierung und ihrer Verbündeten gegen die Zivilbevölkerung“, kritisierte der Syrien-Experte der Organisation, Rene Wildangel. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Journalisten und internationale Beobachter haben nach Amnesty-Angaben keinen Zugang „zu den gefürchteten Haftanstalten“. Die Organisation forderte die Bundesregierung auf, „insbesondere gegenüber Russland und den USA“ dem Schutz der Menschenrechte „höchste Priorität“ bei den Friedensgesprächen einzuräumen. Zudem müsse der Druck auf die syrische Regierung erhöht werden, Folter und Misshandlung einzustellen und „alle gewaltlosen politischen Gefangenen sofort“ freizulassen. (KNA)


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