#MeToo und Gewalt durch Migranten : Zweierlei Debatten

Bei den Debatten über #MeToo und Gewaltdelikte muslimischer Migranten sollte man sich vor Pauschalurteilen hüten. Aber man sollte auch nicht mit zweierlei Maß messen. Ein Kommentar.

In Deutschland wird in der MeToo-Debatte männliche Gewalt gegen Frauen gesprochen.
In Deutschland wird in der MeToo-Debatte männliche Gewalt gegen Frauen gesprochen.Foto: dpa

Es gibt zurzeit zwei Debatten, in denen es um Männergewalt gegen Frauen geht. Die eine heißt „Me too“ und handelt von Machtmissbrauch, zum Beispiel im Filmbusiness, von Belästigung, Zudringlichkeit, in einigen Fällen Vergewaltigung. Im anderen Fall geht es um den Missbrauch von Gastfreundschaft durch Migranten, meist Muslime, besonders häufig Nordafrikaner. Hier klingen die Delikte manchmal anders, sie heißen Mord, Gruppenvergewaltigung, schwere Körperverletzung.

Die Statistik lässt sich nicht mehr wegschweigen. Beide Debatten sind notwendig. In beiden Debatten sollte man sich vor Pauschalurteilen und Vorverurteilungen hüten. Aber man sollte in beiden Debatten auch nicht mit zweierlei Maß messen.

Das Zielobjekt einer „Me too“-Beschuldigung findet sich mit vollem Namen und Foto in der Zeitung, wie zuletzt der Regisseur Dieter Wedel, wobei zunächst völlig unklar ist, ob der Mann ein Täter ist oder eher ein Opfer. Die Unschuld zu beweisen ist nahezu unmöglich, vor allem, wenn die angebliche Tat Jahrzehnte her ist. Der private Lebenswandel wird zum öffentlichen Thema. Wer so polygam lebt wie einst der Moderator Jörg Kachelmann, ist für viele ohnehin ein Schwein. Und selbst wenn er seine Unschuld beweisen kann, was Kachelmann gelungen ist, liegt das Leben in Trümmern.

Bei Gewalt von Migranten dagegen ist jeder Fall ein Einzelfall

In der „Me too“-Debatte ist zu Recht von den kulturellen Faktoren die Rede, die Missbrauch begünstigen: Chefetagen voller Männer, Kumpanei, machtlose, verängstigte Frauen. Bei der Gewalt von muslimischen Migranten ist dagegen jeder Fall ein Einzelfall. Die Taten haben höchstens am Rande mit Prägungen zu tun. Und die Statistik ist sowieso rassistisch.

Übertreibe ich? Der Kriminologe Christian Pfeiffer sagt zu diesen Verbrechen: „Die Anzeigebereitschaft ist größer, je fremder der Täter ist.“ Diese These ließe sich nur dann belegen, wenn man wüsste, wie viele Taten unangezeigt bleiben und wer die Täter waren. Niemand weiß das. Würde jemand behaupten, die Anklagen gegen Wedel hingen mit einer antiautoritären Wut gegen Chefs zusammen, über andere Attacken würden die Schauspielerinnen ja schweigen?

Eine Hauptursache der gestiegenen Verbrechensrate sei, so Pfeiffer, die Tatsache, dass es sich bei den Einwanderern um junge Männer handele. Mit anderen Worten: Wenn die Einwanderer junge Männer aus Österreich wären, hätten wir es mit ähnlichen Problemen zu tun. Ob jemand eine Koranschule in Kabul besucht hat oder eine Waldorfschule in Tübingen, spielt offenbar kaum eine Rolle. Wer glaubt das? In der „Me too“-Debatte ist kaum eine Emotion groß genug, Wut ist Trumpf. In der anderen Debatte wird relativiert, dass sich die Balken biegen. Die einen Opfer sind traumatisiert, die anderen Opfer sind nicht selten tot.

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