Minderheiten : Hassverbrechen nehmen auch in Asien zu

Rassismus und Verbrechen gegen Minderheiten nehmen in Asien zu. Menschenrechtler meinen, der Hass werde gezielt geschürt.

Junge Rohingya in Malaysia. Die muslimische Minderheit gerät in Burma immer stärker unter Druck.
Junge Rohingya in Malaysia. Die muslimische Minderheit gerät in Burma immer stärker unter Druck.Foto: Reuters

In Asien nehmen Hassverbrechen und Rassismus gegen ethnische und religiöse Minderheiten stark zu. Den Trend zur Diffamierung und Ablehnung von Minderheiten nannte die Menschenrechtsorganisation Minority Rights Group International (MRG) in ihrem am Donnerstag in Bangkok veröffentlichten Jahresbericht „besorgniserregend“. Hauptverantwortlich für diesen Trend seien Politiker.

Birma verletzt Minderheitenrechte am stärksten

„Dass Hassverbrechen in Asien blühen können, ist hauptsächlich ein Resultat der Komplizenschaft und der Unterstützung von Politikern, die einen Nutzen aus der Verfolgung von Minderheiten ziehen“, sagte MRG-Exekutivdirektor Mark Lattimer. Hassverbrechen würden selten angezeigt und Täter kämen straflos davon.
Im neunten Jahr in Folge ist Birma (Myanmar) in dem MRG-Bericht unter den südostasiatischen Staaten das Land mit der schwerstwiegenden Verfolgung von religiösen und ethnischen Minderheiten ein. Trotz des „politischen Tauwetters“ wachse die „Feindschaft gegen Muslime“, klagte MRG. Aber auch in Thailand, Kambodscha und Malaysia würden ethnische Spannungen zunehmen. Im mehrheitlich muslimischen Indonesien würden die islamischen Minderheiten der Ahmadi und der Schiiten unterdrückt.

Nationalistische Buddhisten verfolgen Muslime

Auf dem indischen Subkontinent nimmt laut MRG im mehrheitlich islamischen Bangladesch die Verfolgung von Hindus zu. In Pakistan komme es immer häufiger zu Gewalttaten gegen muslimische Minderheiten der Schiiten und Hazara. In Sri Lanka tue die Regierung „kaum etwas“ zum Stopp der Hasskampagne nationalistischer Buddhisten gegen Muslime. - Der MRG-Jahresbericht trägt den Titel „World's Minorities and Indigenous Peoples 2014“ KNA

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