Politik : Munitionslager in Wohnung Berliner Feuerwehr verhindert Katastrophe / Mann tötet sich

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Berlin (Ha). Ein 44jähriger Sportschütze hat am Montag seine Lebensgefährtin erschossen, dann seine Wohnung angezündet und sich selbst getötet. Da ein Nachbar rasch die Feuerwehr alarmierte, konnte eine Katastrophe verhindert werden. Denn Jürgen L. hatte in seiner Wohnung massenhaft Munition und Waffen gelagert. „Hätten die Flammen die Munitionskammer erreicht, hätte es geknallt“, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme. Durch die Aufmerksamkeit eines Nachbarn war die Feuerwehr jedoch sehr rasch gegen 2.45 Uhr früh alarmiert worden.

Nach Angaben der Polizei scheidet ein terroristischer oder extremistischer Hintergrund aus. Die Wohnung soll nach Angaben der Ermittler völlig unauffällig gewesen sein, Waffen aus der Nazizeit gehörten nicht zur Sammlung. Nach Angaben der Mordkommission wollte sich die drei Jahre jüngere Gabriela K. von dem Mann trennen. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden. Sowohl Jürgen L. als auch seine Lebensgefährtin waren polizeilich nie aufgefallen. Von seiner Sammelleidenschaft wussten die entsetzten Hausbewohner nichts. In einer speziell präparierten Dachkammer, in einem Stahlschrank im Schlafzimmer sowie in der Garage des Mehrfamilienhauses in der gutbürgerlichen Zehlendorfer Seitenstraße fanden Feuerwehr und Polizei Dutzende Kisten und Kartons mit scharfer Munition. Neben mindestens zehn scharfen Waffen waren mehrere zehntausend Patronen gelagert. Die Feuerwerker der Polizei transportierten etwa eine halbe Tonne neuer, überwiegend originalverpackter Munition ab. Während der Löscharbeiten und der Munitionsbergung war die Straße stundenlang gesperrt.

Der Mann hatte für einige Waffen eine Erlaubnis, für die Mehrzahl der Pistolen, Gewehre und Pumpguns jedoch nicht. Der Mann war nie bei der Bundeswehr, jedoch Mitglied in einem Schützenverein. „Offensichtlich ein Waffennarr“, hieß es bei der Polizei – die Nachbarn wussten davon nichts.

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