Muss Franz-Peter Tebartz-van Elst zurücktreten? : Papst Franziskus hat es in der Hand

Im Fall Franz-Peter Tebartz-van Elst sagte Erzbischof Robert Zollitsch am Donnerstag, man wolle eine baldige Lösung finden. Damit nimmt er Bezug auf Rücktrittsforderungen. Zuvor informierte er Papst Franziskus über den seit Wochen in der Kritik stehenden Bischof von Limburg.

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26.03.2014 13:53Der Papst hat entschieden: Limburg bekommt einen neuen Bischof, der umstrittene Kirchenmann Franz-Peter Tebartz-van Elst wird...

Am Donnerstag hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz mit Papst Franziskus über das Bistum Limburg gesprochen. Danach trat Erzbischof Robert Zollitsch vor die Presse und sagte – nur so viel: Er sei „zuversichtlich“, dass „alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert sind, um die Lage in Limburg zu beruhigen und einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden“.

Dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau seiner 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz vorgeworfen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat zudem einen Strafbefehl gegen ihn wegen Meineids beantragt. Kirchenvertreter und Politiker fordern deshalb, dass sich der Bischof von seinem Amt zurückzieht. Letztlich kann nur der Papst über seine Zukunft entscheiden.

Vermutlich wird Franziskus keine Entscheidung treffen, ohne zuvor mit Franz- Peter Tebartz-van Elst zu sprechen. Ob es dieses Gespräch schon gab oder ob es erst noch stattfinden wird, ist nicht bekannt. Tebartz-van Elst hält sich seit Sonntag in Rom auf. Vatikanbeobachter vermuten, dass der Papst auch die Ergebnisse einer Kommission abwarten will, die die Deutsche Bischofskonferenz eingesetzt hat, um die Finanzierung des Bischofssitzes zu klären. Das Gremium nimmt am heutigen Freitag seine Arbeit auf.

Auch der Vermögensverwaltungsrat im Bistum Limburg gerät zunehmend unter Druck. Das Gremium soll darüber wachen, wie das Vermögen des Bischöflichen Stuhls verwendet wird. Doch die „Bild“-Zeitung berichtete am Donnerstag, dass der Verwaltungsrat dem Bischof 2011 eine Generalvollmacht für die Finanzierung der Baumaßnahmen erteilt habe. Einem Sitzungsprotokoll des Gremiums zufolge sei Tebartz-van Elst „die Ermächtigung ausgesprochen“ worden, „über den Haushaltsplan hinausgehende Verpflichtungen einzugehen, soweit diese rechtlich geboten oder zur Erfüllung des Zwecks der Körperschaft erforderlich sind“.

„Unsinn“, sagte Jochen Riebel dazu. Er ist Mitglied des Gremiums und leitete früher die Hessische Staatskanzlei. Er wollte sich aber nicht weiter erklären. Nach Auskunft des Münsteraner Kirchenrechtlers Thomas Schüller können die Mitglieder des Vermögensverwaltungsrats in Haftung genommen werden – „wenn man ihnen nachweisen kann, dass sie vorsätzlich und gegen geltendes Recht zum Schaden des Vermögens gehandelt haben“. Einen Rücktritt des Gremiums schließt Riebel aus. „Das wäre ein Schuldanerkenntnis“, sagte er.

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