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Nach Anschlag auf Marathon : Obama in Boston: Ihr werdet wieder rennen

18.04.2013 19:44 Uhrvon
Auf der Trauerfeier in Boston gedachte Präsident Obama den Opfern der Anschläge auf den Marathon-Lauf am Montag. Foto: dpaBild vergrößern
Auf der Trauerfeier in Boston gedachte Präsident Obama den Opfern der Anschläge auf den Marathon-Lauf am Montag. - Foto: dpa

UpdateUS-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag den Opfern des Terroranschlags in Boston und der Stadt den Beistand und die Solidarität der gesamten Nation zugesichert. Unterdessen wurde eine verdächtige Substanz in einer US-Militäreinrichtung entdeckt.

Boston hat am Donnerstag der Opfer des Bombenanschlags auf den Marathon gedacht. Schon in den frühen Morgenstunden stellten sich zahlreiche Menschen vor der Kathedrale zum Heiligen Kreuz an, wo am Nachmittag im Beisein von US-Präsident Barack Obama und seiner Frau Michelle ein interreligiöser Gottesdienst stattfand. Die Schlange zog sich mehrere Häuserblocks entlang. In der Kathedrale versammelten sich rund 2000 Menschen. Bürgermeister Thomas Menino rief die Bürger der Stadt auf, angesichts des Grauens zusammenzustehen. „Wir sind ein Boston“, sagte er.

In seiner Rede bekräftigte Obama, dass die Verantwortlichen nicht ungeschoren davonkommen würden: „Wir werden Euch finden.

Wir werden Euch zur Rechenschaft ziehen“, rief Obama unter dem Beifall der Trauergemeinde aus. Es werde den Tätern nicht gelingen, die Stadt oder das Land zu terrorisieren oder die Werte der Nation ins Wanken zu bringen.

Obama gedachte der drei Toten und mehr als 170 Verletzten. „Jeder von uns ist von dem Anschlag auf Eure schöne Stadt getroffen worden“, sagte er. „Wir stehen an Eurer Seite.“ An die Adresse der Verletzten sagte er mit Blick auf den traditionellen Marathon, bei dem der Anschlag verübt wurde: „Ihr werdet wieder rennen.“ Die USA würden sich nicht unterkriegen lassen: „Wir werden genesen, und wir werden wiederaufbauen.“

Bei der Explosion von zwei Bomben im Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs waren am Montag drei Menschen getötet worden, rund 180 wurden zum Teil schwer verletzt. Aus den Krankenhäusern der Stadt verlautete am Donnerstag, es würden wohl alle Verletzten überleben. Bei vielen von ihnen könnte die Genesung aber lange Jahre dauern.

Nach den Gift-Briefen an US-Präsident Barack Obama und einen Senator ist nach Angaben des Pentagon eine verdächtige Substanz in einer Militäreinrichtung nahe der Hauptstadt Washington entdeckt worden. Die Substanz sei am Donnerstag in der Poststelle eines Gebäudes der Marine aufgetaucht, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Das Gebäude werde als Vorsichtsmaßnahme evakuiert. Einzelheiten waren nicht bekannt.

Ein Täter ist noch nicht gefasst. Drei Tage nach dem Anschlag verfolgte die Polizei aber erstmals konkrete Spuren. Die Ermittler fahnden nach zwei verdächtigen Männern, die kurz vor den Explosionen nahe der Ziellinie des Laufs fotografiert worden waren. Die Bilder würden jetzt allen Ermittlungsstellen übermittelt, berichtete der Sender CNN. Sie sollen aber nicht veröffentlicht werden, um die Aufklärung des Verbrechens nicht zu gefährden. Es sei bislang auch noch nicht gelungen, die Verdächtigen namentlich zu identifizieren. Die Hintergründe des Anschlags war am Donnerstag weiterhin unklar.

Derweil hat die US-Bundespolizei FBI einen Mann aus Mississippi im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Giftbriefen an Präsident Obama und andere amerikanische Politiker festgenommen. Paul Kevin Curtis sei am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Haus in Corinth gefasst worden, teilte das Justizministerium mit. In Ermittlungskreisen hieß es, vermutlich handle es sich um den selben Kevin Curtis, der 2007 in wütenden Internet-Postings ähnliche Formulierungen benutzt habe, wie in den Schreiben zu finden seien. Die Briefe sollen das tödliche Gift Rizin enthalten haben. Eine Verbindung zu dem Anschlag auf den Marathon in Boston gab es nach Polizeiangaben nicht.

Im Ringen um schärfere Waffengesetze musste Obama indes eine schwere Niederlage hinnehmen. Sein Gesetzesvorschlag, der striktere Kontrollen von Waffenkäufern vorsah, scheiterte am Mittwoch (Ortszeit) im Senat, obwohl dort seine demokratische Partei die Mehrheit hat. Auch Vorstöße für ein Verbot des Verkauf von Sturmgewehren und von Magazinen mit besonders vielen Patronen wurden abgeschmettert. Sichtlich schwer enttäuscht sagte Obama am Abend im Rosengarten des Weißen Hauses: „Dies war ein ziemlich beschämender Tag für Washington.“ Er warf den Neinsagern vor, aus Angst um ihre Wiederwahl gekuscht zu haben. Gleichzeitig kündigte er an: „Dies ist nur die erste Runde. Früher oder später werden wir es zurechtrücken.“ (mit AFP/dpa/rtr)

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