• Nach dem Anschlag in Finnland: Innenministerium: Attentäter von Turku war früher in Deutschland

Nach dem Anschlag in Finnland : Innenministerium: Attentäter von Turku war früher in Deutschland

Zwei Frauen starben beim Anschlag von Turku. Behörden haben den Namen des Tatverdächtigen bekanntgegeben. Er soll sich zeitweise auch in der Bundesrepublik aufgehalten haben.

Ein bewaffneter Polizist bewacht den Marktplatz im Zentrum von Turku.
Ein bewaffneter Polizist bewacht den Marktplatz im Zentrum von Turku.Foto: AFP/ Roni Lehti

Der Messer-Attentäter von Turku hatte sich von Ende 2015 bis Anfang 2016 in Deutschland aufgehalten. Dies sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Der 18 Jahre alte Marokkaner habe in dieser Zeit keinen Asylantrag gestellt. Er sei aber erkennungsdienstlich behandelt worden.

Weitere Angaben machte die Sprecherin nicht. Bei dem Angriff in der finnischen Stadt waren am Freitag wurden zwei Finninen erstochen sowie sechs Frauen und zwei Männer verletzt worden. Am Dienstag soll der Terrorverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden.

"Wir Europäer sind gemeinsam attackiert worden"

Nach Angaben eines finnischen Gerichts handelt es sich bei dem Marokkaner um einen Asylbewerber mit dem Namen Abderrahman Mechkah. Ihm wird Mord und Mordversuch mit terroristischer Absicht vorgeworfen. Der Verdächtige, der zunächst die Aussage verweigerte, war 2016 nach Finnland gekommen. Einen Medienbericht, dass sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, bestätigten die Behörden nicht.

EU-Kommissar Günther Oettinger bezeichnete die Messer-Attacke von Turku als Anschlag auf europäische Werte. „Der Angriff mag sich in Finnland ereignet haben, zum ersten Mal“, sagte Oettinger vor einer Schweigeminute in Brüssel. „Aber wir Europäer sind gemeinsam attackiert worden, egal, ob die Angriffe in Turku oder Paris stattfinden, in Stockholm oder in London, in Berlin oder Kopenhagen.“

Die Angreifer nähmen die Europäer, ihre Werte und ihre Art zu leben ins Visier. „Aber wir sind willens und bereit, sie zu verteidigen“, sagte Oettinger. „Am Ende werden diese Werte sich durchsetzen.“

Polizei geht von terroristischem Hintergrund aus

Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus und glaubt, dass der Attentäter gezielt Frauen attackieren wollte. Sie ermittelt wegen zweifachen Mordes und achtfachen Mordversuchs mit „terroristischem Vorsatz“. Der Marokkaner wurde von der Polizei angeschossen und liegt im Krankenhaus.

Mechkahs Anhörung wird per Video erfolgen, weil sich der 18-Jährige immer noch im Krankenhaus befindet. Die Polizei hatte ihm bei seiner Festnahme ins Bein geschossen. Auch die vier Männer, die anschließend festgenommen wurden, weil sie mit Mechkah in Verbindung stehen, sollen nach dem Willen der Polizei in Haft bleiben. (dpa)

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