• Nach mutmaßlichem Sprengstoffanschlag auf Auto: Linken-Stadtrat aus Freital engagiert sich weiter
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Nach mutmaßlichem Sprengstoffanschlag auf Auto : Linken-Stadtrat aus Freital engagiert sich weiter

"Wir können die Meinungsführerschaft nicht denen überlassen, die offen Hass gegen Menschen propagieren“, sagt der Freitaler Linken-Stadtrat Michael Richter am Montag. Auf sein parkendes Auto war in der Nacht mutmaßlich ein Sprengstoffanschlag verübt worden.

In Freital ist mutmaßlich ein Anschlag auf das Auto eines Linken-Stadtrates verübt worden.
In Freital ist mutmaßlich ein Anschlag auf das Auto eines Linken-Stadtrates verübt worden.Foto: dpa

Auf das Auto des Freitaler Stadtrates Michael Richter ist in der Nacht zum Montag ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Wie die Landesgeschäftsstelle der Linkspartei am Montag in Dresden mitteilte, war der Fraktionsvorsitzende in der Nacht durch einen lauten Knall vor seinem Haus geweckt worden und hatte eine schwarze Rauchwolke über seinem Fahrzeug entdeckt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Michael Richter demonstrierte nach dem mutmaßlichen Sprengstoffanschlag Entschlossenheit. „Wir können die Straße, wir können die Meinungsführerschaft nicht denen überlassen, die offen Hass gegen Menschen propagieren“, sagte der Fraktionschef der Linken im Freitaler Stadtrat am Montag. Er habe in der Nacht einen lauten Knall gehört, über dem Auto habe er eine schwarze Rauchwolke gesehen.

Die Linke geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. In den vergangenen Wochen hatte es in Freital immer wieder Proteste gegen ein Flüchtlingsheim gegeben. Richter war an der Organisation von Pro-Asyl-Veranstaltungen in Freital beteiligt. Schon als Kandidat bei den Bürgermeisterwahlen in der sächsischen Kleinstadt in diesem Jahr sei er Ziel einschlägiger Drohungen gewesen, hieß es. „Der unverblümte und offene Hass ist zurück auf der Straße und kennt offenbar keine Hemmschwelle mehr“, erklärte die Landesgeschäftsführerin der sächsischen Linken, Antje Feiks.

Linken-Landesgeschäftsführerin erinnert an Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen

Feiks fühlt sich angesichts der zunehmenden rechter Gewalttaten gegen Andersdenkende und Asylsuchende an die frühen 90er Jahre erinnert: „Eine solche Welle des Rassismus und der Menschenfeindlichkeit hat man bisher mit Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda in den 90ern assoziiert.“ Seit Monaten werde „offen gegen Andersdenkende und Asylsuchende gehetzt, wird eine rassistische Stimmung geschürt, in der sich nunmehr Leute geradezu motiviert und legitimiert sehen, zu gewaltsamen Mitteln zu greifen“. Sachsen habe ein „Problem mit rechtem Terror“, das sei „nicht mehr zu bestreiten“, so Feiks.

Freital war unlängst bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil Rechtsextreme und Sympathisanten tagelang Stimmung gegen die Nutzung eines ehemaligen Hotels als Flüchtlingsunterkunft gemacht hatten. (epd)


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