Nachhaltigkeit : Öko-Etikett soll vor umweltschädigenden Produkten warnen

Umweltministerin Hendricks will ein Etikett für Produkte, deren Herstellung besonders viele oder seltene Ressourcen verbraucht. Das könnte etwa Handys betreffen.

Smartphones enthalten seltene Erden wie Coltan. Umweltministerin Barbara Hendricks will deshalb ein Öko-Etikett für Elektrogeräte einführen. Foto: REUTERS
Smartphones enthalten seltene Erden wie Coltan. Umweltministerin Barbara Hendricks will deshalb ein Öko-Etikett für Elektrogeräte...Foto: REUTERS

Verbraucher sollen nach Vorstellung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) künftig mehr Informationen darüber erhalten, wie sehr Produkte die Umwelt belasten. So sollten Waren, deren Herstellung besonders viele oder seltene Ressourcen verbrauchen, mit einem "zweiten Preisschild" versehen werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Vorschläge, welche die Ministerin am Donnerstag vorstellen will. Bei elektronischen Geräten wie Handys oder Tablets etwa sollen Käufer mit dem "zweiten Preisschild" darüber informiert werden, ob Erze wie Coltan eingesetzt werden.

Dieses wird zudem unter meist sehr schlechten Arbeits- und Umweltbedingungen in Afrika gefördert. Lebensmittel, deren Herstellung die Umwelt massiv schädigen, könnten ebenfalls mit einem solchen Label versehen werden, berichtete die "SZ". Unter schädigende Lebensmittel könnte beispielsweise Rindfleisch aus Massentierhaltung fallen; bei dieser Art der Aufzucht werden große Mengen an Treibhausgas freigesetzt. Der Vorschlag ist nach Informationen der Zeitung Teil eines "Integrierten Umweltprogramms 2030" aus Hendricks' Ministerium.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Foto: dpa
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).Foto: dpa

Darin würden die Maßnahmen beschrieben, die nach Meinung der Ministerin in Deutschland notwendig sind, um die Umwelt in den kommenden Jahrzehnten wirkungsvoll und nachhaltig zu schützen. "Die Menschheit hat sich weit vom sicheren Handlungsraum entfernt und setzt sich einem hohen Risiko negativer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Folgen aus", zitiert die Zeitung die Ministerin. Zu diesen Folgen zählten, dass die Luft vor allem in Städten verschmutzt sei, dass weiterhin ungehindert Arten in großer Zahl aussterben, und eine Landwirtschaft, die "weder einer intakten Umwelt und Natur noch dem Tierwohl, noch dem Auskommen der Landwirte dienlich ist".

Konkret skizziert Hendricks dem Bericht zufolge eine Reihe von Maßnahmen, die direkt in Wirtschaft und Politik eingreifen. "Das 'Integrierte Umweltprogramm 2030' geht bewusst über den Zuständigkeitsbereich meines Hauses hinaus", schreibt sie laut "SZ". Der ökologische Wandel lasse sich "nur in einer breiten Allianz von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gestalten". So fordere die Ministerin das Recht, Gesetze für andere Ressorts vorschlagen zu dürfen. Ähnlich den Möglichkeiten des Familienministeriums, eine Frauenquote in Aufsichtsräten einzufordern, könnte das Umweltministerium so zum Beispiel höhere Ökostandards in der Landwirtschaft verlangen. Außerdem sollten in Zukunft alle Gesetzesvorhaben - etwa im Verkehrsbereich - verpflichtend auf ihre Folgen für die Umwelt geprüft werden. (AFP)

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