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Neuer Mittelost-Beauftragter der Bundesregierung : Joachim Rücker ist für seinen Job gut gerüstet

Joachim Rücker stand 2015 dem UN-Menschenrechtsrat vor. Jetzt soll er für Deutschland den Blick auf den Mittleren Osten richten. Ein Porträt.

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Joachim Rücker, neuer Beauftragter für den Mittleren Osten der Bundesregierung.
Joachim Rücker, neuer Beauftragter für den Mittleren Osten der Bundesregierung.Foto: dpa

Bisher schon hat er einen beeindruckenden Lebenslauf hingelegt – jetzt kommt noch ein weiteres Highlight hinzu. Der deutsche Spitzendiplomat Joachim Rücker, 64, ist zum ersten „Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Stabilitätspartnerschaft Mittlerer Osten“ ernannt worden. Am Montag empfing Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seinen neuen Mann für die Krisenregion. Im Zentrum der kommenden Rücker-Mission stehen die Kriegsländer Syrien und Irak sowie die gebeutelten Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien. Bei der Stabilisierung des Gebiets setzt Berlin auf Polizei- und Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre

Hilfe.

Erst Diplomat, dann Oberbürgermeister von Sindelfingen

Im vergangenen Jahr hatte Rücker einen der Topjobs bei den Vereinten Nationen bekleidet. Er leitete als Präsident den 47 Staaten umfassenden Menschenrechtsrat in Genf. Auf seinem Pult stapelten sich schon damals die Dossiers Syrien und Irak – aber auch die vielen anderen Krisen wie in der Ukraine und in Afrika, ebenso staatliche Unterdrückung in China, Weißrussland oder Kuba. Auch die wachsende Kluft zwischen islamischen Ländern und der westlichen Welt spiegelte sich in den Debatten des obersten UN- Gremiums zum Schutz der Menschenrechte wider, ein brisantes Thema, das den Beauftragten für den Mittleren Osten weiter in Atem halten wird.

Rücker ist für seinen neuen Job gut gerüstet. Als Chefinspekteur des Auswärtigen Amtes und als Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der UN-Mission im krisengeschüttelten Kosovo demonstrierte er Durchsetzungskraft und wenn nötig auch ein gesundes Maß an Härte. Andere Stationen seiner Karriere zeigen, dass der promovierte Wirtschaftswissenschaftler für ungewöhnliche Entscheidungen gut ist. So leistete er Anfang der 70er Jahre Zivildienst in Israel, wechselte nach einigen Jahren im Auswärtigen Amt zu Beginn der 90er Jahre als außenpolitischer Berater zur SPD-Bundestagsfraktion und wurde dann Oberbürgermeister von Sindelfingen.

Auf allen Positionen behielt der frühere deutsche Botschafter in Schweden stets die Bodenhaftung. In der Spitzendiplomatie, einer Welt, in der Eitelkeit, schöner Schein und wohlfeile Worte zum Geschäft gehören, ist das eine Seltenheit. Rücker soll neben seinem neuen Job seinen aktuellen Posten als deutscher Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf behalten, bis auf weiteres zumindest.

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