Neujahrsansprache der Kanzlerin : "Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrorismus"

Anschläge in Würzburg, Ansbach und Berlin: In ihrer Neujahrsansprache bezeichnet Kanzlerin Angela Merkel 2016 als ein "Jahr schwerer Prüfungen".

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Angela Merkel bei ihrer jährlichen Neujahrsansprache.
Angela Merkel bei ihrer jährlichen Neujahrsansprache.Foto: AFP PHOTO / Markus Schreiber

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat 2016 als ein „Jahr schwerer Prüfungen“ bezeichnet. „Die schwerste Prüfung ist ohne Zweifel der islamistische Terrorismus, der auch uns Deutsche seit vielen Jahren im Visier hat“, sagte sie in ihrer vorab veröffentlichten Neujahrsansprache. „2016 griff er uns mitten in unserem Land an: in Würzburg, in Ansbach und vor wenigen Tagen erst am Weihnachtsmarkt hier an der Gedächtniskirche in Berlin“, sagte die Kanzlerin. Als „besonders bitter und widerwärtig“ bezeichnete sie es, „wenn Terroranschläge von Menschen begangen werden, die in unserem Land angeblich Schutz suchen“.

Kanzlerin: Inmitten der tiefen Trauer war Zuversicht spürbar

Trotz der Anschläge zeigte sich Merkel „von den Stärken unseres Landes und seiner Menschen“ überzeugt. In Berlin und in vielen anderen deutschen Städten sei „Zuversicht inmitten der tiefen Trauer um die Toten und Verletzten“ zu spüren gewesen. „Indem wir unserem Leben und unserer Arbeit nachgehen, sagen wir den Terroristen: Sie sind Mörder voller Hass, aber wie wir leben und leben wollen, das bestimmen nicht Sie“, sagte die Kanzlerin. „Unser Staat ist stärker“, betonte sie. Demokratie, Rechtsstaat und die Werte des Landes seien „der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrorismus“, so Merkel. Zudem sei es „wichtig und richtig“ gewesen, dass Deutschland auch im vergangenen Jahr Flüchtlingen, „die tatsächlich unseren Schutz brauchen“, geholfen habe, sagte sie mit Blick auf die zerbombte syrische Stadt Aleppo.

"Führende Rolle" Deutschlands in der EU gefordert

Merkel forderte, dass Europa bei grenzüberschreitenden Herausforderungen wie dem globalen Wettbewerb, dem Schutz der EU-Außengrenzen oder der Migration als Ganzes eine Antwort finden müsse – egal wie mühsam und zäh das sei. „Und wir Deutschen haben jedes Interesse daran, eine führende Rolle dabei zu spielen.“ Gleichzeitig mahnte sie allerdings auch, dass sich Europa auf das konzentrieren solle, „was es wirklich besser kann als der nationale Staat“.

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