NSU-Prozess / 248. Tag : Zschäpes Verteidiger: Es bleibt bei Aussage am Mittwoch

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess hat psychische Probleme. Doch die angekündigte Aussage von Beate Zschäpe soll ihr Anwalt Mathias Grasel morgen verlesen.

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Die Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben (im Hintergrund) betreten am Dienstag den Verhandlungssaal im Oberlandesgericht München.
Die Angeklagten Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben (im Hintergrund) betreten am Dienstag den Verhandlungssaal im Oberlandesgericht...Foto: Michael Dalder/AFP

Beate Zschäpe ist psychisch angeschlagen, kann aber weiter am NSU-Prozess teilnehmen. Die Einlassung der Hauptangeklagten werde morgen erfolgen, sagte am Dienstag Zschäpes Verteidiger Mathias Grasel zu Beginn des Verhandlungstages im Oberlandesgericht München. Zschäpes selbst nickte auf die Frage des Vorsitzenden Richters Manfred Götzl, ob es ihr gut gehe.

Am Abend zuvor war ein Brief von Zschäpes Anwalt Hermann Borchert an den Strafsenat bekannt geworden, in dem von psychischen Problemen bis hin zum Heulkrampf die Rede ist.

Zschäpes Gesicht war am Dienstag noch blasser als sonst. Kopfschüttelnd blickte sie an den Fotografen und Fernsehteams vorbei und eilte zu ihrem Platz, um dann wie üblich den Kameras den Rücken zuzudrehen. Der Verhandlung folgte sie dann mit bedrückter Miene. Die bevorstehende und offenbar schon fertig formulierte Aussage, die Grasel am Mittwoch verlesen will, scheint Zschäpe zu belasten.

Grasel bat das Gericht, den Donnerstag als Prozesstag entfallen zu lassen. Der Anwalt schlug den Richtern vor, sie sollten zu der Aussage Zschäpes einen Fragenkatalog erstellen. Den will Grasel dann am Wochenende mit der Angeklagten durchgehen, um schriftlich Antworten zu formulieren. Zschäpe selbst werde im Prozess selbst keine Fragen beantworten, sagte der Verteidiger.

Schon im November hatte Grasel zudem angekündigt, seine Mandantin werde sich nicht den Fragen von Nebenklägern und deren Anwälten stellen.

Zschäpe beantragte am Dienstag außerdem, ihren neuen Wahlverteidiger Hermann Borchert als Pflichtverteidiger zu bestellen. Sollte der Antrag bei Gericht durchgehen, hätte sie fünf vom Staat bezahlte Pflichtverteidiger.

Ein Interview mit der Tochter eines NSU-Opfers zu ihren (geringen) Erwartungen an die Aussage Zschäpes können Sie hier lesen.

Eine Chronik des NSU-Prozesses finden Sie hier.

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