OECD-Studie zu Aufstiegschancen : Migrantenkinder in Deutschland benachteiligt

In kaum einem anderen OECD-Land entscheidet die soziale Herkunft so stark über die Karriere wie in Deutschland. Experten sehen die Ursache im Bildungssystem.

Die Akademien den Akademiker-Kindern: In Deutschland haben Kinder aus sozial benachteiligten Schichten geringe Aufstiegschancen.
Die Akademien den Akademiker-Kindern: In Deutschland haben Kinder aus sozial benachteiligten Schichten geringe Aufstiegschancen.Foto: dpa

Kinder aus sozial benachteiligten Schichten haben in Deutschland nach wie vor deutlich geringere Aufstiegschancen als in den 33 anderen OECD-Ländern. Nur die Slowakei und Estland schneiden bei der sogenannten Bildungsmobilität noch schlechter ab als die Bundesrepublik, wie aus einem am Dienstag vorgestellten Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. Finnland hingegen gleiche soziale Nachteile qua Herkunft häufig schon innerhalb des Schulsystems aus, sagte OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher in Brüssel.

Im Vergleich dazu benachteilige Deutschland gerade Migrantenkinder gleich doppelt: Zusätzlich zu ungünstigeren Startbedingungen wegen ihrer Herkunft litten sie durch das mehrgliedrige Schulsystem auch unter schlechteren Lernumfeldern, kritisierte Schleicher. Dafür sei die Bundesrepublik heute nach den USA, Großbritannien und Australien das viertbeliebteste Zielland für Austauschstudenten. (dapd)

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