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Offenbar technische Störung : Internet-Ausfall im Bundestag

Am Mittwochnachmittag gab es im Parlament für mehrere Stunden keinen Zugang mehr zum Netz. Das Intranet soll immer noch gestört sein. Die Rede ist von technischen Problemen.

Der Bundestag ist offline.
Der Bundestag ist offline.Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Der Bundestag war am Mittwoch für mehrere Stunden vom Internet abgeschnitten. Der Mitarbeiter eines Abgeordneten bestätigte dem Tagesspiegel, dass sowohl Internet, als auch Intranet und E-Mail Zugang ausgefallen waren. Das sei seit etwa 14.30 Uhr der Fall gewesen. In der Bundestagsverwaltung sprach man von 15.30 Uhr.

Mittlerweile geht dem Mitarbeiter zufolge zumindest das Internet wieder. E-Mails und Intranet seien immer noch nicht verfügbar. Dementsprechend hätten die Mitarbeiter auch noch keine Informationen über die Gründe für den Ausfall erhalten.

In der Bundestagsverwaltung hieß es, dass nach ersten Erkenntnissen ein Server ausgefallen sei, ein Ersatzserver sei am Abend hochgefahren worden. Von einem neuen Hacker-Angriff könne aus bisheriger Sicht keine Rede sein. Vielmehr sehe es nach technischen Problemen aus, die von Technikern des Bundestages untersucht würden. Schon 2015 war der Bundestag Ziel vermutlich russischer Hacker. Anschließend mussten Server und Netzwerke mehrere Tage lang für Reparaturarbeiten abgeschaltet werden.

Der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Matthias Gärtner, gab sich bei der Ursachensuche zurückhaltender. Seine Behörde sei in die Analyse der Situation im Bundestag eingebunden. Warum die Internet- und Intranet-Verbindungen ausgefallen sind, sei noch nicht festzustellen. "Es könnte ein technischer Defekt sein oder etwas anderes". Auf die Frage, ob der Bundestag erneut von einem Hackerangriff getroffen wurde, sagte Gärtner, "man schließt von vorneherein nichts aus, man spekuliert aber auch nicht". Allerdings habe sich die Bedrohungslage "nicht geändert".

Bundeskriminalamt bislang nicht involviert

Vor zwei Jahren war die russische Hackergruppe "Sofacy", von deutschen Sicherheitsbehörden auch "APT 28" genannt, in 14 Server des Bundestages eingedrungen. Daten im Volumen von 16 Gigabyte wurden abgesaugt. Die Bundesanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen "geheimdienstlicher Tätigkeit" ein. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass hinter "Sofacy" der russische Militärgeheimdienst GRU steckt.

Das Bundeskriminalamt mit seinen Cyber-Experten ist allerdings nach eigenen Angaben bislang nicht in die Suche nach der Ursache für den aktuellen Ausfall von Internet und Intranet im Bundestag einbezogen. "Es ist erstmal Sache des Bundestages und des BSI", sagte eine Sprecherin des BKA. (mit dpa)

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