Olympische Spiele : Große Zustimmung zu Gaucks Sotschi-Absage

Einer Umfrage zufolge unterstützen fast zwei Drittel der Bundesbürger die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, nicht zu den Olympischen Spielen ins russische Sotschi zu reisen. Diskus-Olympiasieger Robert Harting fordert nun die Kanzlerin zu einem Besuch auf.

Bundespräsident Joachim Gauck Foto: dpa
Bundespräsident Joachim GauckFoto: dpa

Nach einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“, halten 65 Prozent die Absage Gaucks für richtig. 29 Prozent finden, der Präsident habe die falsche Entscheidung getroffen.

Der Bundespräsident hatte seinen Entschluss nicht begründet. Er war jedoch vielfach als Kritik an Verstößen gegen die Menschenrechte in Russland verstanden worden. Generell sind die Deutschen nach der Umfrage mit ihrem seit März 2012 amtierenden Staatsoberhaupt zufrieden (53 Prozent) oder sehr zufrieden (23 Prozent).

Harting fordert Merkel-Reise nach Sotschi

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat unterdessen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, die Winterspiele an der russischen Schwarzmeerküste zu besuchen. „Wenn es Gauck nicht macht, muss Bundeskanzlerin Merkel kommen! Das ist einfach eine Wertschätzung den Athleten gegenüber“, sagte der 29-Jährige der „Bild“. Ein Sotschi-Besuch der Kanzlerin ist weiter offen.

Angela Merkel soll verärgert sein über die Entscheidung des Bundespräsidenten, nicht nach Sotschi zu fliegen. Von dessen Entscheidung habe die Leitungsebene des Kanzleramts aus den Medien erfahren, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf das Umfeld Merkels. Das Präsidialamt erklärte dagegen, das Kanzleramt sei informiert worden, bevor Gaucks Absage öffentlich wurde. „Die Politiker nutzen die Sportbühne auch gerne für ihre Interessen. Dann können sie andersherum auch mal etwas für uns tun“, meinte Harting.

Auch Frankreichs Staatschef Francois Hollande wird nicht zu den Olympischen Spiele nach Sotschi reisen. Zuvor hatte auch EU-Kommissarin Viviane Reding einem Russland-Besuch eine Absage erteilt. (Tsp/dpa)

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