Pau schreitet ein : Streit in Linkspartei um Boykottaufruf gegen Israel

"Finsterste Klischees": Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke) hat den Israel-Boykottaufruf ihres Parteifreundes und Duisburger OB-Kandidaten Hermann Dierkes in scharfer Form verurteilt.

Matthias Schlegel

„Angesichts der deutschen Geschichte wecken diese Äußerungen unsägliche Assoziationen und bedienen finsterste Klischees“, sagte Petra Pau dem Tagesspiegel. Hermann Dierkes, der sich um das Amt des Oberbürgermeisters der Ruhrgebietsstadt bewirbt, hatte auf einer Parteiveranstaltung vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts gesagt, jeder könne „durch den Boykott von israelischen Waren dazu beitrage, dass der Druck für eine andere Politik verstärkt wird“.

Scharfe Kritik an Dierkes kam auch vom Zentralrat der Juden. „Der Israelhass, der aus der alten DDR kommt, lebt weiter und wird durch die Partei Die Linke vor allem im Westen Deutschlands gepflegt“, sagte Vizepräsident Dieter Graumann der „Bild“-Zeitung.

In einer nachträglichen Stellungnahme erklärte Dierkes auf der Homepage der NRW-Linken, er halte Aktionsformen wie Boykott, Deinvestition und Stopp der Waffenlieferungen „gegen die unhaltbare Politik der israelischen Regierung gegenüber dem palästinensischen Volk für legitim“.

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