Pegida in Dresden : Lutz Bachmann feiert den Front National

Lutz Bachmann hat auf der Pegida-Demonstration in Dresden am Montagabend von einem "historischen Wahlsieg" des Front National in Frankreich gesprochen. Die Zahl der Demonstranten steigt wieder etwas.

Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann (M) geht am 07.12.2015 während einer Kundgebung des Bündnisses Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden (Sachsen) mit Anhängern durch die Dresdner Innenstadt.
Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann (M) geht am 07.12.2015 während einer Kundgebung des Bündnisses Pegida (Patriotische Europäer...Foto: dpa

In Dresden sind am Montagabend erneut mehrere tausend Anhänger der fremden- und islamfeindlichen „Pegida“-Bewegung auf die Straße gegangen. Nach ersten Schätzungen lag die Teilnehmerzahl höher als in der Vorwoche. Nach Auswertungen der studentischen Initiative „Durchgezählt“ kamen diesmal 5500 bis 6000 „Pegida“-Anhänger auf den Dresdner Theaterplatz vor der Semperoper. In der Vorwoche hatte „Durchgezählt“ knapp 4000 Teilnehmer ermittelt, davor rund 5000.

„Pegida“-Chef Lutz Bachmann lobte den Wahlsieg des rechtsextremen Front National bei den Regionalwahlen am Sonntag in Frankreich. Bachmann sprach am Montagabend vor den „Pegida“-Anhängern auf dem Dresdener Theaterplatz von einem „historischen Wahlsieg“.

Zu dem am Freitag vom Bundestag beschlossenen Auslandseinsatz der Bundeswehr in Syrien sagte der „Pegida“-Gründer Bachmann wörtlich: „Die Wahnsinnigen in Berlin treiben uns in einen Krieg mit Russland und in einen Bürgerkrieg.“ Man sei gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Als Gastredner trat diesmal unter anderem ein Vertreter des rechtsextremen Vlaams Belang aus Belgien auf. Er rief dazu auf, eine „dritte islamische Invasion zum Stillstand zu bringen“. Quittiert wurde dies von den „Pegida“-Anhängern mit Rufen wie „Abschieben, abschieben!“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere deutsche Spitzenpolitiker wurden auf einem Plakat als „Feinde des deutschen Volkes“ bezeichnet, die einen Vernichtungsfeldzug gegen das eigene Volk führten.

Nur 400 bis 450 Gegendemonstranten

Parallel zu der „Pegida“-Kundgebung versammelten sich erneut Gegendemonstranten der Bewegung „Gepida“ (Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter„). Die Versammlung von geschätzt 400 bis 450 Menschen in Hör- und Sichtweite zu “Pegida„ stand diesmal unter dem Motto "Der Kälte trotzen". Vor einer Woche hatte “Durchgezählt" bei der Gegendemonstration rund 400 Teilnehmer ermittelt. (epd)

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