Pegida : Seit Oktober 170.000 Teilnehmer bei Märschen der Islamfeinde

Zehntausende Menschen haben sich in den vergangenen Monaten an islamfeindlichen Demonstrationen in Deutschland beteiligt, wie sie von Pegida und ihren Ablegern in anderen Städten organisiert wurden. Das geht aus einer Anfrage an die Bundesregierung hervor.

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Massenaufmarsch. Pegida hat in Dresden seit Beginn der Bewegung Zehntausende mobilisiert.
Massenaufmarsch. Pegida hat in Dresden seit Beginn der Bewegung Zehntausende mobilisiert.Foto: dpa

Zwischen Oktober 2014 und Anfang Februar gab es nach Informationen des Tagesspiegels 170.000 Teilnehmer bei Demonstrationen der islamfeindlichen Bewegung Pegida, ihrer Ableger und ähnlicher Gruppierungen. Die meisten Marschierer waren in den neuen Ländern und Berlin unterwegs, knapp 160.000. Die Zahlen ergeben sich aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke (Linke) und ihrer Fraktion.

Das Bundesinnenministerium listet 105 Veranstaltungen der rechtspopulistischen Strömung auf. Mit Abstand die meisten Teilnehmer, 124.650, kamen zu Pegida in Dresden, gefolgt von Legida in Leipzig mit 21.341. In ganz Sachsen gingen 147.566 Menschen zu den Veranstaltungen. Der Höhepunkt war am 12. Januar mit 25.000 Pegida-Demonstranten in Dresden erreicht.

In Westdeutschland zogen hingegen nur 9.788 Menschen für die Ziele der Islamfeinde durch die Straßen. Die größte Zahl war in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Laut Ministerium gab es bei den Veranstaltungen in Düsseldorf, Bonn, Köln und Duisburg insgesamt 4.084 Teilnehmer. Die bundesweit wenigsten waren es in Baden-Württemberg mit lediglich 212.

Auch Bundesländer ohne islamfeindliche Demonstrationen

In der Antwort des Ministeriums werden zwölf Bundesländer genannt, in denen einschlägige Demonstrationen stattfanden. Keine Veranstaltungen wurden aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Rheinland-Pfalz bekannt.

Rechtsextreme „Einflussnahmen beziehungsweise Steuerungen“ registrierte das Innenministerium bei Demonstrationen in Bonn, Köln, Düsseldorf, Suhl (Thüringen) sowie in Schwerin und Stralsund. Zu Legida heißt es, an fast allen Demonstrationen hätten „Personen des rechtsextremistischen Spektrums“ teilgenommen, „meistens in passiver Form“.

Diverse Straftaten

Bei Veranstaltungen in neun Ländern stellte die Polizei Straftaten fest. „Vereinzelte Konfrontationsdelikte mit Gegendemonstranten“ gab es in Dresden, Leipzig, München und sechs weiteren Städten. In der Antwort ist auch von Volksverhetzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung die Rede.

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