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Polizeieinsatz in Berlin, Brandenburg und Thüringen : Wieder Durchsuchungen in Islamistenszene

Rund 200 Polizisten haben am Morgen erneut Wohnungen in der Islamistenszene durchsucht. Der Einsatz steht im Zusammenhang mit Razzien und der Festnahme zweier mutmaßlicher Terrorhelfer am vergangenen Freitag. Hinweise auf mögliche Anschlagspläne in Deutschland hat die Polizei nicht.

Berliner Polizisten bei der Razzia in der Islamistenszene am 16. Januar 2015
Berliner Polizisten bei der Razzia in der Islamistenszene am 16. Januar 2015

Die Berliner Polizei hat am Dienstagmorgen in Zusammenhang mit zwei Festnahmen in der Islamistenszene erneut Wohnungen durchsucht. Es seien 11 Wohnungen in Berlin, eine in Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam und eine in Nordhausen in Thüringen gewesen, teilte die Polizei mit. An dem Einsatz waren rund 200 Beamte beteiligt.

Am vergangenen Freitag hatte die Polizei bereits nach umfangreichen Razzien zwei mutmaßliche Terrorhelfer festgenommen, die unter anderem Kämpfer für den Bürgerkrieg in Syrien vorbereitet haben sollen. Die zwei 41 und 43 Jahre alte Männer gelten als die Führer einer islamistischen Logistikzelle. Vor allem der 41-Jährige soll als „Emir“ in Berlin-Moabit an einer Koranschule Unterstützer für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angeworben haben.

Die neuen Durchsuchungen richteten sich diesmal gegen das nähere Umfeld der Beschuldigten, überwiegend weitere Mitglieder eines Moscheevereins in Moabit, wie es hieß. Die Betroffenen seien bislang nicht Beschuldigte des Ermittlungsverfahrens, doch standen sie überwiegend im engen Kontakt mit den Festgenommenen. Die Behörden erhoffen sich Beweismittel wie Akten, Überweisungsträger oder Speicherplatten.

Nach einer ersten Auswertung sichergestellter Beweismittel aus den Durchsuchungen vom Freitag liegen nach Angaben der Polizei weiter keine Anhaltspunkte vor, dass die Gruppierung Anschläge in Deutschland geplant hat.