Präsidentschaftskandidatin der Linkspartei : Beate Klarsfeld will "kein Anti-Gauck" sein

23.02.2012 13:15 Uhrvon
Beate Klarsfeld Foto: dpa
Beate Klarsfeld - Foto: dpa

Update Eine Spitzenrunde der Linken will an diesem Donnerstag entscheiden, wie sie sich die Partei in der Bundesversammlung verhält. Zuvor erklärt die potenzielle Kandidatin Beate Klarsfeld, sie wolle "kein Anti-Gauck" sein.

Die Antifaschistin und Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld will für den Fall einer Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Linken "kein Anti-Gauck" sein. Die 73-Jährige sagte am Donnerstag der Online-Ausgabe des Tagesspiegels: "Das will ich nicht. Auf gar keinen Fall." Sie betonte mit Blick auf den von Union, FDP, SPD und Grünen aufgestellten Bewerber Joachim Gauck: "Jeder hat auf seiner Seite gekämpft. Er in der DDR, ich in Westdeutschland." Sie und Gauck seien durch "gegenseitige Anerkennung" verbunden.

Eine Spitzenrunde der Linken will am Donnerstagnachmittag entscheiden, wie sich die Linke in der Bundesversammlung am 18. März verhält.

Zur Diskussion stehen die Nominierung von Klarsfeld oder eines anderen Bewerbers, aber auch eine Empfehlung an die linken Wahlleute, sich zu enthalten oder der Versammlung fernzubleiben. Klarsfeld sagte zuvor: "Ich vertrete nicht die Politik der Linken." Sie signalisierte aber, dass sie sich über eine Nominierung als Kandidatin freuen würde. Dies wäre eine "Anerkennung für die Arbeit, die ich geleistet habe".

In die Diskussion über einen eigenen Präsidentschaftskandidaten der Linken war am Mittwoch Bewegung gekommen. Die Partei erwägt nun doch ernsthaft, Klarsfeld als Gegenkandidatin zu Gauck aufzustellen.
Der Büroleiter von Parteichefin Gesine Lötzsch, Klaus Singer, bestätigte dem Tagesspiegel, dass Lötzsch mit Klarsfeld telefoniert habe. Zunächst eigentlich, um Irritationen zu verhindern – denn ein Lob Lötzschs für Klarsfeld am vorigen Sonntag auf dem Parteitag der brandenburgischen Linken war mehr symbolisch und weniger als konkretes Angebot gemeint. Lötzsch hatte dort den "persönlichen Mut und persönlichen Einsatz" von Klarsfeld gelobt. Und erklärt: "Wenn ich mir eine Bundespräsidentin wünschen dürfte, dann wäre es eine Frau wie Beate Klarsfeld."

Erst ein Bericht des Tagesspiegels vom Mittwoch hatte den Linken klargemacht, dass sich die in Frankreich lebende Klarsfeld eine Kandidatur vorstellen kann. Vor der Spitzenrunde an diesem Donnerstag mit Parteivorstand, Fraktionsführung und Landeschefs ist nun aber „alles offen“, wie Singer sagte – einschließlich der Personalie Klarsfeld. Klarsfeld war bekannt geworden, als sie 1968 den damaligen Kanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte und als „Nazi“ beschimpfte. Singer sagte, Lötzsch habe Klarsfeld weder abgesagt noch eine konkrete Zusage gemacht. Auch weitere mögliche Kandidaten seien im Gespräch, hieß es. Nur eine Minderheit in der Führung ist demnach gegen die Aufstellung eines eigenen Bewerbers. Gegen eine Nominierung Klarsfelds gibt es nach Tagesspiegel-Informationen Einwände unter anderem von Parteichef Klaus Ernst und seinem Vorgänger Oskar Lafontaine. Das aber muss nichts heißen. Beide waren bei der vorvergangenen Wahl auch schon gegen die Nominierung des damaligen Linken-Kandidaten Peter Sodann.

Videos - Politik

Umfrage

Was halten Sie vom neuen Grass-Gedicht?

Service

Grüne Geschäfte - Der Blog

Wir können's besser: Für eine Wirtschaft, die Ressourcen und Klima schont
Der Blog von Tagesspiegel-Autorin Dagmar Dehmer und der Zeit-Online-Autorin Marlies Uken.

Rechtsextremismus in Deutschland

Weitere Themen

Das Kernkraftwerk Philippsburg im Landkreis Karlsruhe. Foto: dapd

Die aktuellen Tagesspiegel-Artikel aus unserem Atomkraft-Themenressort.

Atomkraft

Umfrage

Immer wieder wird der Verbleib Griechenlands in der Eurozone kontrovers diskutiert. Was denken Sie?

Todesopfer rechter Gewalt

Tagesspiegel-Abo

Foto:

Werden Sie Tagesspiegel-Abonnent und sichern Sie sich tolle Prämien. Spezielle Angebote finden Sie in unserem Aboportal.

Leser werben Leser - Vermitteln Sie einen neuen Tagesspiegel-Leser und wählen Sie Ihre Wunschprämie.

Studentenabo - Profitieren Sie von unseren günstigen Studentenangeboten.

Probeabo - 14 Tage kostenlos den Tagesspiegel lesen.

Tagesspiegel App für iPhone und iPad.

Aboservice - Ob Urlaub, Umzug oder Schwierigkeiten bei der Zustellung - wir helfen Ihnen weiter.

Tagesspiegel Abo
Deutsche ISAF-Soldaten: Der Krieg in Afghanistan geht ins elfte Jahr. Foto: dapd

Der Einsatz am Hindukusch neigt sich dem Ende zu. Eine Übersicht über alle Artikel zum Afghanistan-Krieg finden Sie hier.

Alles über Afghanistan
Wie geht es weiter mit dem Euro und der EU? Foto: Reuters

Zehn Jahre Euro. Alle Artikel zur Finanzeskalation im Krisenjahr 2011, wirtschafts- und finanzpolitische Themen in unserem Themenressort.

Euro-Krise

Krankenkassen-Vergleich

Foto:

• Beitragsrechner
• Versicherungsvergleich
• Tipps zum Wechsel

Der schnelle Weg zur günstigen Krankenkasse.

Hier vergleichen
Foto:

Das politische Geschehen in der Hauptstadt. Hautnah. Alles über die Berliner Landespolitik und ihre Akteure lesen Sie hier.

Berliner Landespolitik
Braunkohle-Tagebau des Vattenfall-Konzerns bei Jänschwalde .Aus Jänschwalde und Cottbus-Nord werden täglich zirka 60.000 Tonnen Braunkohle gefördert. Mit dieser Energie kann der Tagesbedarf einer Großstadt gedeckt werden. Foto: dpa

Solarenergie, Berichte von den Klimakonferenzen, Atomkraft und vieles mehr aus den Themenbereichen "Energie und Umwelt".

Energie

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite