Pressebericht : Innenministerium verweigert Informationen über V-Mann

Einem Pressebericht zufolge soll das Bundesinnenministerium dem NSU-Untersuchungsausschuss Auskünfte über einen V-Mann verweigern, der Kontakt zur Zwickauer Terrorzelle gehabt haben soll. Der Ausschuss will notfalls vors Bundesverfassungsgericht ziehen.

Das Bundesinnenministerium will nicht mit Informationen über einen V-Mann aus dem Umfeld des NSU herausrücken. Der Untersuchungsausschussvorsitzende droht mit dem Bundesverfassungsgericht.
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Das Bundesinnenministerium verweigert dem NSU-Untersuchungsausschuss einem Pressebericht zufolge Auskünfte über einen wichtigen V-Mann im Umfeld der Zwickauer Terrorzelle. Der Ausschuss wolle die Herausgabe der Informationen notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht erzwingen, berichtete die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf den Ausschussvorsitzenden Sebastian Edathy (SPD). Es gehe um den V-Mann Thomas R., Deckname „Corelli“.
Der Untersuchungsausschuss hatte das Innenministerium demnach aufgefordert, die Namen sämtlicher Kontaktleute von „Corelli“ beim Verfassungsschutz mitzuteilen. Doch das Ministerium blocke ab. Man werde dazu keinerlei Informationen übermitteln, habe die Behörde dem Ausschuss mitgeteilt, heißt es in dem Bericht.
Edathy wolle die Weigerung nicht hinnehmen: „Das Innenministerium muss seine Blockadehaltung aufgeben und alle Fakten auf den Tisch legen.“ Sollte die Behörde nicht bis zur nächsten Sitzungswoche Mitte Februar einlenken, werde er den Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen sowie Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche vor den Ausschuss zitieren. „Wenn trotzdem weiter geschwiegen wird, muss die Sache notfalls gerichtlich geklärt werden“, kündigte Edathy an. Dann werde er bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

BKA veröffentlicht Urlaubsbilder der Zwickauer Mörderbande
08.05.2012: Bei den Ermittlungen zur Nazi-Terrorzelle NSU hat das Bundeskriminalamt einen neuen bundesweiten Fahndungsaufruf gestartet. Die Ermittler veröffentlichten am Dienstag Urlaubsbilder der inzwischen toten Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie ihrer mutmaßlichen Komplizin Beate Zschäpe. Hier sitzen Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe anscheinend in einem Campingwagen.Weitere Bilder anzeigen
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08.05.2012 21:2208.05.2012: Bei den Ermittlungen zur Nazi-Terrorzelle NSU hat das Bundeskriminalamt einen neuen bundesweiten Fahndungsaufruf...

Der Neonazi Thomas R. aus Sachsen-Anhalt soll für das Bundesamt für Verfassungsschutz von 1997 bis 2007 in der rechtsextremen Szene gespitzelt haben. Zugleich gilt er als Unterstützer der Terrorgruppe (AFP)

Ermordet aus reinem Hass - Die Opfer des NSU
Enver Şimşek, wird am 9.September 2000 von acht Schüssen getroffen. Der Besitzer eines Blumengroßhandels in Schlüchtern, Südhessen, war das erste Opfer der rassistisch motivierten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). An jenem Tag fiel ein Mitarbeiter aus, der normalerweise seinen Blumenstand an einer Ausfallstraße nahe Nürnberg betreute. Şimşek fährt selbst nach Nürnberg und wird dort von den Tätern angeschossen. Es dauert noch zwei Tage, bis er in einem Krankenhaus am 11.September 2000 im Alter von 38 Jahren den Schusswunden erliegt. Der Fall wird von der Bundesregierung erst 2012 als rassistisch motivierte Straftat anerkannt. Zu Beginn wurde auch gegen die Frau und Verwandte des Mannes ermittelt. Die Polizei verdächtigte den Getöteten des Drogenhandels.Alle Bilder anzeigen
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04.07.2012 15:04Enver Şimşek, wird am 9.September 2000 von acht Schüssen getroffen. Der Besitzer eines Blumengroßhandels in Schlüchtern,...
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