Prozess gegen Beate Zschäpe : NSU-Nebenkläger fordert Kreuz abzuhängen

Kurz vor der morgigen Fortsetzung des Prozesses gegen Beate Zschäpe hat ein Nebenkläger beantragt, das Kreuz im Gerichtssaal abzuhängen. Es verletze ihn in seinem Recht auf Religionsfreiheit.

Das kleine braune Holzkreuz im linken Bildrand über der Tür sorgt für Aufregung.
Das kleine braune Holzkreuz im linken Bildrand über der Tür sorgt für Aufregung.Foto: dpa

Im Münchner NSU-Prozess hat ein erster Nebenkläger gefordert, das Kreuz im Gerichtssaal abzuhängen. Der deutsche Staat und seine Institutionen hätten eine religiöse Neutralitätspflicht, heißt es in dem am Montag bekanntgewordenen Antrag unter Berufung auf den sogenannten Kruzifixbeschluss des Bundesverfassungsgerichts.

Das Kreuz im Gerichtssaal verletze den Nebenkläger Talar T. in seinem Recht auf Religionsfreiheit, argumentiert sein Rechtsanwalt Adnan Menderes Erdal in einem Schriftsatz. Er habe einen Anspruch darauf, „nicht vom deutschen Staat [...]dem Einfluss einer Religion - auch in Gestalt eines Symbols - ausgesetzt zu werden“.

Im Sitzungssaal A 101 des Strafjustizzentrums in München hängt - wie in Bayern üblich - ein schlichtes Holzkreuz. In den meisten anderen Bundesländern hängen keine Kreuze in Gerichtssälen.
Nach Medienberichten hatte bereits ein türkischer Abgeordneter gefordert, das Kreuz im Saal des NSU-Prozesses abzuhängen. (dpa)

Bilder vom NSU-Prozess
Keine Schreie, keine Flüche, kein inszenierter Schmerz für die Kameras. Am ersten Tag des NSU-Prozesses vor dem Oberlandesgericht in München, reagierten die Hinterbliebenen der Opfer mit stummer Trauer auf Beate Zschäpe.Weitere Bilder anzeigen
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06.05.2013 19:33Keine Schreie, keine Flüche, kein inszenierter Schmerz für die Kameras. Am ersten Tag des NSU-Prozesses vor dem Oberlandesgericht...
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