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Reaktion auf die Niederlande-Wahl : "Oh, Niederlande, du bist ein Champion"

Schon kurz nach den ersten Prognosen war die Erleichterung über den wahrscheinlichen Wahlausgang in den Niederlanden groß. Deutsche Politiker twitterten sogar auf Niederländisch.

Jubel bei Anhängern der niederländischen Grünen über das Wahlergebnis
Jubel bei Anhängern der niederländischen Grünen über das WahlergebnisFoto: AFP/ANP/Robin van Lonkhuijsen

Erleichterung überall: Schon nach den ersten Prognosen zum Wahlergebnis in den Niederlanden ging ein Aufatmen durch Europa. Der vorhergesagte Wahlsieg der Rechtsliberalen VVD von Ministerpräsident Mark Rutte sorgte für etwas Entspannung bei europäischen Politikern. Dass der Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner PVV zwar Stimmen gewann, aber dennoch deutlich zurücklag, freute die meisten.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) war einer der ersten Gratulanten. "Niederlande, oh Niederlande, du bist ein Champion!", twitterte er nahezu euphorisch in Anlehnung an die Fußballhymne der Niederländer. "Wir lieben Oranje für sein Handeln und sein Tun! Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!" In einem zweiten Tweet war er dann etwas differenzierter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war auch schnell mit Glückwünschen an Rutte zur Stelle. Sie habe dem rechtsliberalen Politiker telefonisch gratuliert, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Er zitierte Merkel mit den Worten: "Ich freue mich auf weiter gute Zusammenarbeit als Freunde, Nachbarn, Europäer."

Das Auswärtige Amt wertete das Wahlergebnis als eine Absage der Niederländer an die "anti-europäischen Populisten". Und weiter: "Gut so, wir brauchen Euch für ein starkes Europa."

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht im Wahlausgang in den Niederlanden einen Erfolg für Europa. Es sei ein gutes Zeichen, dass ein rechtsextremer Kandidat wie Geert Wilders nicht gewonnen habe, sagte Gabriel am Rande einer SPD-Veranstaltung im niedersächsischen Wolfenbüttel. Auch für die kommende Frankreich-Wahl stimme ihn das Ergebnis in den Niederlanden optimistisch.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, den ersten Prognosen zufolge habe die überwältigende Mehrheit der Niederländer der "Hetze von Geert Wilders und seiner unsäglichen Haltung gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen" eine klare Absage erteilt. "Das ist eine gute Nachricht für Europa und für die Niederlande." 

Schulz äußerte sich dann auch noch mal per Twitter. "Ich bin erleichtert", schrieb er zum Abschneiden von Wilders. "Wir müssen aber weiter für ein offenes und freies Europa kämpfen!" Die Botschaft schickte Schulz gleich zweifach - einmal auf Deutsch, einmal auf Niederländisch.

Auch Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht freute sich über das schlechte Abschneiden von Wilders. Rutte habe sich für seinen harten Kurs gegenüber der Türkei im Streit um Auftritte türkischer Politiker in den Niederlanden belohnt. "Klare Kante gegen Erdogan war richtig", schrieb Wagenknecht.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt war glücklich über das gute Abschneiden der niederländischen Grünen. Die Bürgergesellschaft sei aufgewacht, der Populismus zurückgedrängt, twitterte sie.

FDP-Chef Christian Lindner gratulierte den Liberalen in den Niederlanden um Premier Rutte zum voraussichtlichen Wahlsieg. "Wir freuen uns sehr über den Wahlausgang in den Niederlanden, liberale Regierungen sind Stützpfeiler für ein starkes Europa und ein Signal für die Freiheit eines jeden Einzelnen", hieß es in einem Statement Lindners.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon kam mit einem Wort aus, um das schwache Ergebnis von Wilders zu kommentieren: "Gut."

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker freute sich: "Ein Votum für Europa, ein Votum gegen Extremisten", teilte sein Sprecher Margaritis Schinas mit.

Der französische Präsident François Hollande feierte den Wahlerfolg Ruttes als "klaren Sieg gegen den Extremismus". Die Werte der Offenheit, des Respekts gegenüber anderen und des Glaubens an Europa seien die einzige Antwort auf Nationalismus und Abschottung, teilte der Pariser Élyséepalast in der Nacht zum Donnerstag mit. (mit dpa)


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