"Rote Armee Fraktion" (RAF) : Zeitungsfetzen gibt Hinweis auf Fluchtland Holland

Ein Zeitungsfetzen weist darauf hin, dass ehemalige Mitglieder der aufgelösten "Rote Armee Fraktion" (RAF) in den Niederlanden Unterschlupf gefunden haben.

Die bearbeiteten Handout-Fotos sollen zwei ehemalige Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (l) und Ernst-Volker-Staub zeigen.
Die bearbeiteten Handout-Fotos sollen zwei ehemalige Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (l) und...Foto: dpa

Nach dem jüngsten Raubüberfall der ehemaligen RAF-Terroristen in Cremlingen bei Braunschweig hat die Polizei im Tatfahrzeug den Fetzen einer niederländischen Zeitung gefunden. Aufgrund dieser neuen Spur in die Niederlande habe die dortige Polizei die aktive Fahndung nach dem Trio aufgenommen, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) am Donnerstag mit. Inzwischen seien in Holland erste Hinweise auf die Gesuchten eingegangen, teilte die dortige Landespolizei am Donnerstag nach niederländischen Medienberichten mit. Auch bei einem zurückliegenden Überfall 2012 war ein vom Trio verwendetes Handy in Holland ausgeschaltet worden.

Wie das LKA betonte, liegen aber keine Erkenntnisse darüber vor, ob die drei sich gemeinsam an einem Ort befinden oder an verschiedenen Orten und vielleicht sogar in verschiedenen Ländern wohnen.

Niederländischen Medienberichten zufolge hält es die holländische Landespolizei für möglich, dass die drei sich in einem abgelegenen Bauernhof einquartiert haben, anonym in einer Stadt leben oder ständig ihren Wohnort wechseln und sich den Anschein von Touristen geben. Die drei hätten sich in der Vergangenheit in den Niederlanden aufgehalten.

Bereits Ende Mai hatte es im holländischen Fernsehen einen Fahndungsaufruf nach dem Trio gegeben, woraufhin es rund zehn Hinweise, aber keine heiße Spur gab. Damals war der Norden Hollands in die Fahndung mit einbezogen worden, weil mit den nach Raubüberfällen des Trios in Niedersachsen sichergestellten Fluchtwagen ein Unterschlupf auch in Holland denkbar war. Darauf ließ die Summe der nach dem Kauf der Wagen zurückgelegten Kilometer schließen.

Kritik an Sicherheitsbehörden

Die Ex-RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sollen in Norddeutschland zuletzt mehrere Raubüberfälle begangen haben, etwa auf Geldtransporter bei Bremen und in Wolfsburg. Sie leben seit rund 25 Jahren in unbekannten Verstecken. Als jüngste Taten werden ihnen Raubüberfälle auf einen Geldtransporter und ein Möbelhaus in Cremlingen bei Braunschweig zugeschrieben, bei denen sie etliche hunderttausend Euro erbeutet haben sollen.

Für die Linksterroristen der RAF sind die Niederlande in ihrer aktiven Zeit Rückzugsraum gewesen. Zu Treffen soll die Spitze häufig in Utrecht zusammengekommen sein. 1991 entdeckte die Polizei in einem Wald in Baarn bei Utrecht ein Depot mit Waffen und Papieren.

Zuletzt hatte es massive Kritik an der Arbeit der Sicherheitsbehörden gegeben. In Berichten war unter Berufung auf Polizeikreise von einer „Katastrophe“ die Rede. Bis kurz vor dem Überfall in Cremlingen sei sogar ein Observationsteam am späteren Tatort eingesetzt gewesen, nachdem sich ein Zeuge gemeldet hatte, der einen der mutmaßlichen Täter gesehen haben wollte. Auch hatte der Bund der Kriminalbeamten (BDK) die schleppende Fahndung nach den untergetauchten ehemaligen RAF-Terroristen kritisiert. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von bis zu 80 000 Euro ausgesetzt. (dpa)

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