Sachsen nach Landtagswahl : NPD und FDP draußen, AfD triumphiert, CDU siegt

Wahl in Sachsen: Die NPD verpasst den Wiedereinzug in den Landtag, wie auch die FDP. Die AfD zieht triumphal ein. Wahlgewinner ist die CDU. Unser News-Blog zum Nachlesen.

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Der Wahlsieger, Stanislaw Tillich (CDU), muss jetzt entscheiden mit wem er regieren will.
Der Wahlsieger, Stanislaw Tillich (CDU), muss jetzt entscheiden mit wem er regieren will.Foto: dpa

Es ist die erste Landtagswahl seit der Bundestagswahl im vergangenen September. Die CDU verliert dabei zwar leicht, bleibt aber stärkste Kraft . Die FDP fliegt nicht nur aus der Regierung, sondern auch aus dem Landtag - genau wie die rechtsextreme NPD. Die AfD zieht dagegen erstmals in einen deutschen Landtag ein. Lesen Sie die Ereignisse des Abends in unserem Live-Blog nach. Tweets aus und über Sachsen hier. Der Hashtag zur Wahl lautet #sltw14. Diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu bitte die Kommentarfunktion etwas weiter unten auf dieser Seite.

+++ 23.30 Uhr - Direktmandat für Linkspartei in Leipzig +++

Im von der CDU-Vorherrschaft geprägten Sachsen hat eine Linken-Politikerin aus Leipzig, Jule Nagel, ein Direktmandat für ihre Partei gewonnen. Der Landesvorsitzende Rico Gebhardt gratulierte der Politikerin auf Twitter: "Herzlichen Glückwunsch @luna_le zum Gewinn des einzigen Direktmandates für @linke_sachsen. Darauf lässt sich aufbauen 2019. @ricogebhardt"

+++ 23:30 Uhr Vorläufiges amtliches Endergebnis +++

Das vorläufige amtliche Endergebnis ist da und weist die CDU als klaren Wahlsieger mit 39,4 Prozent aus. Damit bleibt sie aber nicht nur unter 40 Prozent, sondern auch unter den Erwartungen. Zweitstärkste Kraft wird die Linke mit 18,9 Prozent. Die SPD erreicht 12,4 Prozent. Die Überraschung des Abends ist die AfD, die am Ende zwar nicht zweistellig wird, wie es im Lauf des Abends mal möglich schien, aber mit 9,7 Prozent trotzdem ein starkes Ergebnis einfahren. Die Grünen kommen am Ende auf 5,7 Prozent. Die FDP fliegt mit 3,8 Prozent deutlich aus dem Landtag, bei der NPD war es knapper mit 4,9 Prozent.

+++ 23:25 Uhr 808 Stimmen fehlen der NPD +++

Nun ist es offiziell: Die NPD hat den Wiedereinzug in den Landtag in Dresden verpasst. Am Ende fehlten einige hundert Stimmen. Hochburgen hat die Partei in Sachsen aber immer noch - vor allem in der Sächsischen Schweiz. Die Partei erzielte in der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna 16,1 Prozent, in Sebnitz waren es 15,2 Prozent. Im Kurort Rathen, der ebenfalls zum Wahlkreis 51 in der Sächsischen Schweiz gehört, kamen die Rechtsextremen auf 13,5 Prozent der Stimmen.

+++ 22:20 Uhr Hängepartie für die NPD +++

Noch ist unklar, ob die NPD wieder in den sächsischen Landtag einziehen wird. Nach aktuellen Hochrechnungen kommt die rechtsextreme Partei auf genau fünf Prozent. Die Informationsplattform Wahlrecht.de sieht die NPD dagegen schon aus dem Landtag geflogen. Via Twitter schreiben sie: "Die NPD wird nach unseren Berechnungen an der 5-%-Hürde scheitern! Details folgen gleich… #ltwsn #sltw14" Auf seiner Internetseite listet der Landeswahlleiter zwar 5,0 Prozent für die NPD nach Auszählung aller Wahlkreise auf. Allerdings könnte es sich dabei um ein nach oben gerundetes Ergebnis handeln. Denn bei der Sitzverteilung weist der Landeswahlleiter derzeit 0 Sitze für die NPD aus. Auf Twitter macht die Zahl von 808 Stimmen die Runde, die der NPD fehlen sollen. Sollte es die NPD allerdings über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, würde sie zum dritten Mal in Folge in den sächsischen Landtag einziehen. In einigen Regionen landeten die Rechtsextremen wieder zweistellige Ergebnisse. So etwa im Wahlkreis Bautzen 5.

+++ 21.50 Uhr - CDU-MdL aus Sachsen beharrt auf AfD-Option +++

Auch der sächsische CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Fischer beharrt auf der Möglichkeit, mit der AfD eine Regierung in Sachsen zu bilden. Im Kurznachrichtendienst Twitter schreibt er: "CDU-Sieg bei #sltw14! Koalitionsoption mit SPD, AfD und Grüne - Tillich und #saxlt entscheiden zum Wohle von Sachsen!". Fischer hatte sich bereits nach der klaren Erklärung der Bundes-CDU zur AfD-Frage gegen Einmischungen aus Berlin verwahrt.

+++ 21:45 Uhr CDU-Fraktionschef aus Thüringen rät zu Koalitionen mit AfD +++

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im thüringischen Landtag, Mike Mohring, rät seiner Partei, für die Zukunft auch mögliche Koalitionen mit der AfD ins Auge zu nehmen. Im Interview sagt Mohring mit Blick auf die Wahl in Sachsen, die CDU dort sei so stark, dass sie "mehrere Optionen für die Regierungsbildung hat - mit der SPD, mit der AfD und auch - wenn die NPD nicht in den Landtag einziehen sollte - mit den Grünen. Die CDU wird nun schauen, was für das Land am besten ist. Unsere Freunde in Sachsen können aus diesen drei Optionen jetzt die beste Variante wählen." Mohring betont weiter: "CDU und AfD haben zusammen fast 50 Prozent der Stimmen bekommen. Das linke Lager ist ohne Mehrheit." Zur Absage der Bundespartei an eine Koalition mit der AfD erklärt er: "Ich war nicht bei der Bundesvorstandssitzung. Wir stehen mitten im Wahlkampf." Das ganze Interview können Sie hier lesen.

Karikatur: Klaus Stuttmann

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