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Saudi-Arabien : Wulff vertritt Deutschland bei Trauerfeier für König Abdullah

Deutschland schickt nach dem Tod von König Abdullah keinen aktuellen Amtsträger nach Saudi-Arabien. Stattdessen wird der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff auf Wunsch der Kanzlerin zu der Trauerfeier reisen.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff (CDU)
Der frühere Bundespräsident Christian Wulff (CDU)

Auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Altbundespräsident Christian Wulff (CDU) Deutschland bei der Trauerfeier für den saudischen König Abdullah vertreten. Das sagte eine Regierungssprecherin am Freitagabend. Zu den Gründen für diese Entscheidung äußerte sie sich nicht. Die Trauerfeier soll an diesem Samstag stattfinden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte es im Laufe des Tages eine Reihe von Telefonkontakten zwischen Bundespräsidialamt, Kanzlerin Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gegeben, der sich gerade in Nordafrika aufhält. Der Vorschlag für Wulff kam nach Angaben aus Regierungskreisen von Merkel, die sich vergangene Woche noch einmal dessen Satz „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“ zu eigen gemacht hatte.

In Deutschland ist es eher unüblich, dass ehemalige Amtsträger das Land bei solchen Anlässen vertreten. Es gab aber auch früher schon einzelne Fälle. In den USA dagegen ist es gängige Praxis, dass frühere Präsidenten das Land in solchen Fällen repräsentieren.

Bundespräsident Joachim Gauck feiert an diesem Samstag seinen 75.Geburtstag. Merkel war zuletzt bei ihren Auftritten in Davos und in Florenz schwer erkältet. Zwischenzeitlich wurde auch über eine Teilnahme Steinmeiers an der Trauerfeier für König Abdullah nachgedacht. Der Außenminister hält sich am Wochenende aber zu einem Besuch in Algerien auf.

Merkel würdigt Abdullah als Vermittler

König Abdullah war am späten Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren nach langer Krankheit gestorben, bereits am Freitag wurde er in einem nicht markierten Grab beerdigt. Merkel kondolierte zum Tod von Abdullah und rühmte dessen "ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten".

Das Königshaus ernannte noch in der Nacht Abdullahs 79 Jahre alten Halbbruder Salman zum Nachfolger. Der reibungslose Thronwechsel sorgte dafür, dass in Riad kein Machtvakuum entstand.

Salmans erste Fernsehansprache als neuer Monarch nährte jedoch Sorgen um seinen Gesundheitszustand. Der neue Regent sprach kurzatmig und war schwer zu verstehen. Seit langem gibt es Gerüchte, dass er an Demenz leidet. (dpa)

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