Politik : Scharioth geht nun doch nach Washington

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Berlin - Im koalitionsinternen Streit um die Besetzung wichtiger Botschafterposten haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf ein Personalpaket geeinigt. Neuer deutscher Botschafter in den USA wird nun doch der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Klaus Scharioth. Gegen den 59-Jährigen hatte die Union noch nach der Wahl massive Vorbehalte geltend gemacht: Als enger Vertrauter von Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Exekutor einer amerikafeindlichen Politik sei er für den Posten in Washington ungeeignet. Im eigenen Haus gilt Scharioth dagegen als Transatlantiker, der Schröders schroffe Amerikapolitik stets abgefedert habe. Offenbar gelang es auch Scharioth selbst, die Vorbehalte der Kanzlerin auszuräumen. Der bisherige deutsche Missionschef in Washington, Wolfgang Ischinger, wechselt nach London.

Neuer Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN) wird nun nicht der frühere außenpolitische Berater von Schröder, Bernd Mützelburg, der ausgewiesener UN-Fachmann ist. Der Ex-Kanzlerberater geht als Botschafter nach Neu-Delhi. Zu den UN nach New York wechselt der bisherige Botschafter in London, Thomas Matussek. Ihm wurden Ambitionen nach Indien nachgesagt. Bei der Entscheidung über die Besetzung spielte offenbar eine Rolle, dass der wichtige UN- Posten nicht mit einem Schröder-Vertrauten besetzt werden sollte. Matussek gilt in diplomatischen Kreisen nicht als unionsnah. Der bisherige UN-Botschafter Gunter Pleuger geht in Pension. Die Wechsel sollen Anfang 2006 vollzogen werden. Leiter der Europaabteilung im Kanzleramt wird Uwe Corsepius, der seit zwölf Jahren in der Regierungszentrale arbeitet. hmt

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