Politik : Serben und Kosovo-Albaner: UCPMB: Selbsternannte Befreier

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Die Geburtsstunde der UCPMB ist der 26. Januar 2000. An jenem Tag waren serbische Polizisten in das mehrheitlich von Albanern bewohnte Dorf Dobrosin oberhalb des Presevo-Tals an der Grenze zum Kosovo eingefallen. Die Region gilt seit dem Friedensabkommen 1999 als "entmilitarisierte Zone" und wird von der internationalen Kfor-Friedenstruppe kontrolliert. Es kam zu einem Schusswechsel, zwei albanische Brüder wurden getötet. Seitdem patrouillieren dort unifomierte Kämpfer der Befreiungsarmee UCPMB mit schwarzen Helmen und Gewehren. Die Abkürzung UCPMB steht für "Befreiungsarmee" und die Initialen der drei Städte Presevo, Medvedja, Bujanovac. Diese Städte liegen in Serbien entlang der Grenze zum UN-verwalteten Kosovo. Die Albaner wollen die drei Orte ins Kosovo eingliedern, zur Not mit Waffengewalt. Einer der UCPMB-Anführer ist ein früherer UCK-Kämpfer, der bis Sommer 1999 im Südkosovo gegen die serbische Besetzung kämpfte. Er will 10 000 bis 15 000 "Soldaten" rekrutiert haben, mit denen er die Serben im Grenzstreifen terrorisiert. Dabei nutzt er aus, dass serbische Polizei gemäß dem Militärabkommen mit der Nato nicht in diese "entmilitarisierte Zone" eingreifen darf. Da die UCPMB international mit Waffen und Männern versorgt wird, erfüllt sie den Tatbestand einer bewaffneten Aggression.

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