Sipri-Institut zu Rüstung : Weltweite Rüstungsausgaben steigen das zweite Jahr in Folge

Die weltweiten Militärausgaben haben 2016 zugelegt. Vorne liegen laut dem Institut Sipri dabei die USA, China und Russland. Deutschland bleibt auf Rang neun.

Besucher der Rüstungsmesse 'ARMY-2015' schauen sich 2015 in Kubinka, Russland, russische Raketenwerfen und Luftabwehrraketen an.
Besucher der Rüstungsmesse 'ARMY-2015' schauen sich 2015 in Kubinka, Russland, russische Raketenwerfen und Luftabwehrraketen an.Foto: dpa

Die weltweiten Militärausgaben sind 2016 erneut gestiegen. Wie das in Stockholm ansässige Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag mitteilte, gaben die Staaten im vergangenen Jahr 1,686 Billionen US-Dollar für ihre Streitkräfte aus. Das war ein Anstieg von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut Sipri entsprachen die weltweiten Ausgaben für Militär- und Rüstungsgüter im vergangenen Jahr 2,2 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Deutschland legt um 2,9 Prozent zu Die "Top Five" bei den Rüstungsausgaben sind dem Sipri-Bericht zufolge die USA, China, Russland, Saudi-Arabien und Indien.

Deutschland steigerte seine Rüstungsausgaben 2016 um 2,9 Prozent auf 41,1 Milliarden US-Dollar und liegt damit wie schon ein Jahr zuvor weltweit auf Platz neun. Bereits 2015 waren die globalen Ausgaben für Rüstung erstmals seit vier Jahren wieder gewachsen. Die Ausgaben der USA stiegen 2016 nach fünf aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs wieder an, während die Investitionen Westeuropas das zweite Jahr hintereinander zunahmen. Im vergangenen Jahr betrug der Anstieg 2,6 Prozent. Entwicklung in den USA ungewiss Die Ausgaben der USA, die weiter die internationale Rangliste anführen, stiegen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 611 Milliarden US-Dollar.

Auf Platz zwei liegt China

Das entspricht einem Anteil von 36 Prozent an den globalen Militärinvestitionen. Die Stockholmer Friedensforscher werteten dies als mögliche Trendwende, nachdem die USA zuletzt aufgrund von Wirtschaftskrise und des Rückzugs von US-Truppen aus dem Irak und größtenteils aus Afghanistan weniger Geld für die Streitkräfte ausgegeben hatten. Zugleich waren die US-Ausgaben im vergangenen Jahr 20 Prozent niedriger als während des Spitzenjahres 2010. Die künftige Ausgabenentwicklung bleibe angesichts der veränderten politischen Lage in den USA ungewiss, sagte Sipri-Forscherin Aude Fleurant.

Auf Platz zwei liegt China, das seine Rüstungsausgaben um 5,4 Prozent auf 215 Milliarden US-Dollar steigerte. Platz drei belegt Russland mit einem Anstieg um 5,9 Prozent auf 69,2 Milliarden US-Dollar. Saudi-Arabien verzeichnete trotz seiner Verwicklung in regionale Kriege einen Rückgang der Militärausgaben um 30 Prozent auf 63,7 Milliarden US-Dollar. Damit rutschte das Land vom dritten auf den vierten Platz. Dahinter folgt Indien, das seine Militärausgaben um 8,5 Prozent auf knapp 56 Milliarden US-Dollar steigerte. Nach Angaben der Stockholmer Friedensforscher variierten die Ausgaben je nach Region. Während unter anderem Asien und Ozeanien, Mittel- und Osteuropa sowie Nordafrika mehr Geld in die Rüstung steckten, gingen die Ausgaben in Zentralamerika und Karibik, Südamerika und Subsahara-Afrika zurück.

Über mehrere Nahost-Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, lagen laut Sipri keine Daten vor. Spannungen im Südchinesischen Meer Zu den Staaten, die deutlich weniger in Rüstung steckten, gehörten vom Ölexport abhängige Länder wie Venezuela (minus 56 Prozent), Südsudan (minus 54 Prozent), Aserbaidschan und Irak (beide minus 36 Prozent) sowie Saudi-Arabien (minus 30 Prozent).

In Asien und Ozeanien stiegen die Militärausgaben um 4,6 Prozent. Die Friedensforscher führen das auf Spannungen in der Region wie den Territorialstreit im Südchinesischen Meer zurück. Länder in Mitteleuropa und im Baltikum gehörten ebenfalls zu denen, die 2016 am meisten in Rüstung investierten. So wuchsen deren Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent. Das habe unter anderem mit der Wahrnehmung zu tun, dass Russland eine wesentliche Bedrohung darstelle, obwohl die Aufwendungen Russlands im vergangenen Jahr nur 27 Prozent dessen betrugen, was die europäischen Nato-Mitglieder insgesamt investierten, sagte Sipri-Forscher Siemon Wezeman. (epd)

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