Sondersitzung : Sicherheitsrat entscheidet am Samstag über Syrien-Resolution
04.02.2012 00:04 Uhr- Damaskus, am 10. Mai 2012: Die syrische Hauptstadt erlebt eine neue Welle der Gewalt. Die Explosion vor einem berüchtigten Foltergefängnis hat einen tiefen Krater in die Straße... - Foto: Reuters
- Die Regierung spricht von einem Selbstmordanschlag. Kurz zuvor explodierte ein zweiter, kleinerer Sprengsatz. - Foto: AFP
- 70 Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet. Die meisten Opfer seien Angehörige der Sicherheitskräfte. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. - Foto: AFP
Marokko hat für den Samstag, 9.00 Uhr New Yorker Zeit (15.00 Uhr MEZ), eine Sondersitzung des Sicherheitsrates beantragt. Nach Angaben von französischen und britischen Diplomaten soll dabei über den von Marokko eingebrachten und den Arabern und Europäern unterstützten Resolutionsentwurf entschieden werden.
Der Schritt kommt überraschend, weil Russland wenige Stunden zuvor erklärt hatte, den Entwurf nicht annehmen zu wollen. Mit seinem Veto kann Moskau jede Kritik an seinem Waffenkunden Syrien unterbinden und hat es auch bisher getan.
Diplomaten hatten deshalb damit gerechnet, dass es noch einmal Verhandlungen geben wird. Allerdings ist der Entwurf auf russischen Druck bereits deutlich abgeschwächt worden.
Marokko sucht jetzt offenbar eine Entscheidung. Die Arabische Liga hatte zuvor an den Sicherheitsrat einen Appell gerichtet, der mehr einem Hilferuf glich. Die Weltgemeinschaft müsse die Gewalt in Syrien, der seit März mindestens 5600 Menschen zum Opfern gefallen sein sollen, stoppen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gremien, auch der Vereinten Nationen selbst, war der Sicherheitsrat wegen der russischen und auch chinesischen Blockade bislang stumm geblieben.
In der zentralsyrischen Stadt Homs sind nach Angaben von Menschenrechtlern am späten Freitagabend mindestens 47 Zivilisten durch Mörserfeuer getötet worden. Mehr als 150 weitere seien in dem Viertel al-Chalidija verletzt worden, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Damit starben den Angaben zufolge allein am Freitag mindestens 92 Menschen in Syrien. (AFP/dpa)


















