Staub, Klette, Garweg : Drei RAF-Terroristen leben möglicherweise in den Niederlanden

Sie überfallen Supermärkte und Geldtransporter - die "Zeit" vermutet die drei ehemaligen RAF-Terroristen Staub, Klette und Garweg im Nachbarland.

Fahndungsfotos des Bundeskriminalamtes von den ehemaligen RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniela Klette (von links).
Fahndungsfotos des Bundeskriminalamtes von den ehemaligen RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg, Ernst-Volker Staub und Daniela Klette...Foto: BKA/dpa

Die drei ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg überfallen Supermärkte und Geldtransporter unmittelbar vor und nach Sonn- und Feiertagen und folgen so bestimmten Mustern. Das ergeben Recherchen der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die drei Täter hätten im vergangenen Jahr offenbar nicht nur Geldtransporter in Stuhr und Wolfsburg überfallen, sondern seit 2011 mindestens fünf norddeutsche Supermärkte, schreibt das Blatt in einer Vorabmeldung zu der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Weil die Spuren noch nicht ganz ausgewertet seien, lägen aber noch keine Beweise vor.

Das wichtigste Muster bei der Vorgehensweise der RAF-Terroristen zeige sich laut den  Polizeiermittlern beim Kauf diverser Tatfahrzeuge. Das LKA Niedersachsen habe landesweit mehr als 1000 Autohändler befragt und festgestellt, dass ein Mann, der wahrscheinlich Staub ist, mehrere Autos unter anderem in Oldenburg, Celle und Hannover erworben habe. Seine Methode: Er kaufe immer sehr günstige Wagen, gebe vor, nicht selbst fahren zu können, bezahle bar, zeige Personalpapiere vor und bitte den jeweiligen Händler, den Wagen vollgetankt abseits abzustellen.

Einen möglichen Aufenthaltsort der drei Gesuchten vermuteten Ermittler in Holland. Hierfür spreche eine bestimmte Handy-Ortung. Vergangene Woche hätten die Ermittlungsbehörden eine Fahndung nach dem Trio im niederländischen Fernsehen ausstrahlen lassen. Logistisch sei ein Unterschlupf in Holland möglich. Lege man auf der Landkarte den Radius der Kilometer, den die Fluchtautos laut Tachostand fuhren, je um die Orte der Überfälle, ergebe sich eine Schnittmenge, die auch den Norden der Niederlande mit einschließe. (Tsp)

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