Steinigung : Todesurteil gegen Iranerin noch nicht vollstreckt

Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani ist weiterhin am Leben. Menschenrechtsaktivisten hatten zuvor die Besorgnis geäußert, die Hinrichtung Aschtianis könne unmittelbar bevorstehen.

Berlin/Paris - „Sie wurde heute nicht hingerichtet“, sagte die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, am Mittwoch unter Berufung auf ihre eigenen Quellen im Iran. „Aber die Gefahr bleibt. Es kann immer passieren“, ergänzte sie. Ahadi und französische Menschenrechtsaktivisten hatten am Dienstag die Besorgnis geäußert, die Hinrichtung Aschtianis könne unmittelbar bevorstehen. Den Angaben zufolge hat das Oberste Gericht in Teheran die Vollstreckung der Todesstrafe genehmigt.

Aschtiani wurde nach iranischen Angaben im Jahr 2006 in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Im ersten Fall wurde sie wegen angeblicher Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann zum Tod durch den Strang verurteilt. Ein Berufungsgericht wandelte das Urteil 2007 in eine zehnjährige Haftstrafe um. Im zweiten Fall wurde sie wegen mehrfachen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Ihr Schicksal löste weltweit Empörung und Proteste aus. Im Juli wurde ihre Hinrichtung zunächst ausgesetzt.

Unterdessen gab der französische Außenminister Bernard Kouchner der Hoffnung Ausdruck, die Hinrichtung könne ganz vermieden werden. Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki habe ihm am Morgen versichert, dass in der Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, sagte Bernard Kouchner. Kouchner erklärte weiter, er habe den Iran im Gespräch mit Mottaki aufgefordert, Aschtiani zu begnadigen und die Menschenrechte zu achten. Er habe auch gefragt, warum der Rechtsanwalt der Iranerin und ihr Sohn inhaftiert seien.

Am Vorabend bereits hatte EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton den Iran aufgerufen, Mohammadi-Aschtiani nicht hinzurichten. Zwar habe der Iran inzwischen von einer Steinigung als Hinrichtungsform Abstand genommen, aber auch die geplante Hinrichtung durch Erhängen sei nicht akzeptabel, erklärte Ashton am Dienstagabend in Brüssel. Sie rief dazu auf, die Todesstrafe in eine andere Strafform umzuwandeln. (AFP/rtr)

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