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Streit um Völkermord : Vater von Sarkozy: Ich war nie in Algerien

Der türkische Regierungschef Erdogan wirft Frankreich vor, es habe selbst als Kolonialmacht in Algerien einen Völkermord begangen. Sarkozy solle nur seinen Vater fragen, der selbst als Legionär in Algerien gewesen sei.

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Demonstranten protestieren vor der Französischen Botschaft in Ankara. Erdogan wirft Frankreich einen Völkermord an den Algeriern vor. Foto: reuters
Demonstranten protestieren vor der Französischen Botschaft in Ankara. Erdogan wirft Frankreich einen Völkermord an den Algeriern...Foto: reuters

Der Vater des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat die Vorwürfe aus der Türkei im Zusammenhang mit dem Völkermord-Streit zurückgewiesen. „Ich war nie in Algerien“, sagte Pal Sarkozy am Freitag dem Sender BFMTV. Er reagierte damit auf Aussagen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyib Erdogan, der Frankreich einen „Völkermord“ in Algerien vorgeworfen hatte. Der Vater von Sarkozy sei in den 40er Jahren als Fremdenlegionär in Algerien gewesen und sollte in der Lage sein, seinem Sohn von „Massakern“ zu erzählen, sagte Erdogan.

„Ich bin nie über Marseille hinausgekommen“, hob Pal Sarkozy nun hervor. Er sei vier Monate in der Fremdenlegion gewesen. Ein Blick in sein Buch reiche dazu aus, darin seien alle Dokumente aufgeführt. „Das ist total lächerlich“, sagte Pal Sarkozy.

Mit scharfen Angriffen gegen Frankreich hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag auf die Verabschiedung eines französischen Gesetzentwurfes reagiert, der das Leugnen des „Völkermords“ an Armeniern unter Strafe stellt. Erdogan warf Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Istanbul vor, er setze aus wahltaktischen Gründen auf „Hass gegen Muslime und Türken“. Das Gesetz sei ein Beispiel für Rassismus und Diskriminierung von Muslimen in Frankreich und Europa, sagte Erdogan am Freitag.

Präsident Tayyip Erdogan. Kein anderes Thema bringt die die türkische Politik so in Rage wie die Massaker an Armeniern. Foto: Reuters
Präsident Tayyip Erdogan. Kein anderes Thema bringt die die türkische Politik so in Rage wie die Massaker an Armeniern.Foto: Reuters

Die Türkei weist den Vorwurf zurück, dass es sich im Fall der Armenier in der Türkei 1915 bis 1917 um einen „Völkermord“ gehandelt habe. Die Beziehungen zwischen Ankara und Paris sind infolge der Verabschiedung des Gesetzentwurfes durch die französische Nationalversammlung am Donnerstag schwer belastet.

Der türkische Botschafter reiste am Freitag aus Paris ab, bilaterale Besuche sagte Ankara ab und auch die Militärkooperation wurde auf Eis gelegt. Die Türkei sieht in dem Gesetz ein wahltaktisches Manöver Sarkozys für die etwa 500.000 armenischstämmigen Bürger in Frankreich. Sarkozy stellt sich im Frühjahr zur Wiederwahl.

Die Nationalversammlung in Paris hatte am Vortag einem Gesetzentwurf zugestimmt, der für die Leugnung von offiziell anerkanntem Völkermord Strafen bis zu einem ein Jahr Haft und 45 000 Euro vorsieht. Im Osmanischen Reich kamen nach unterschiedlichen Schätzungen während des Ersten Weltkriegs zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Armenier ums Leben. Die Gräueltaten an den Armeniern wurden von mehr als einem Dutzend Staaten als Völkermord gewertet. Dazu gehören Frankreich und die Schweiz. Die Türkei als Nachfolger des Osmanischen Reiches streitet einen Völkermord ab. (AFP/dpa)

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