Syrien : Al-Nusra-Front trennt sich von Al-Kaida - einvernehmlich

Die radikalislamische Al-Nusra-Front hat sich vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt. Offenbar geschah das im gegenseitigen Einvernehmen.

Dieses Video, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt zum ersten Mal das Gesicht von Abu Mohamad al-Jolani, dem Chef der Al-Nusra-Front in Syrien.
Dieses Video, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt zum ersten Mal das Gesicht von Abu Mohamad al-Jolani, dem Chef der...Foto: AFP

Die islamistische Al-Nusra-Front in Syrien sagt sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida los und benennt sich zudem um. Der neue Name lautet Dschabhat Fatah al-Scham, wie ihr Anführer Abu Mohammed al-Dschaulani am Donnerstag in einer Videonachricht bekanntgab. Ziel sei die Bildung einer neuen Front und die Vereinigung verschiedener Dschihadisten-Gruppen.

Die Al-Nusra-Front („Unterstützer-Front“) gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Obwohl ideologisch eng mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verwandt, sind beide Gruppen miteinander verfeindet. Andere, gemäßigtere Rebellengruppen, wie etwa die Freie Syrische Armee (FSA), kooperieren mit Al-Nusra im Kampf gegen die Regierungstruppen.

Al-Dschaulani dankte der Al-Kaida-Führung für deren Verständnis, dass die Trennung unumgänglich sei. Zuvor hatte die Al-Kaida-Führung die Abspaltung ausdrücklich gutgeheißen. Wichtiger als die Zugehörigkeit zu Al-Kaida sei, dass die Miliz geeint und schlagkräftig bleibe, hieß es.

Die USA haben die Al-Nusra-Front im Mai 2014 formal als terroristische Organisation eingestuft. Der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, sagte, daran werde sich nichts ändern. „Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass ihre Ziele oder ihr Handeln andere sind.“ Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, zeigte sich ebenfalls skeptisch.

Das US-Streitkräfte bombardieren die Miliz vereinzelt. Im April griffen sie ein Treffen von hochrangigen Mitgliedern der Miliz im Nordwesten Syriens an und töteten dabei den Sprecher Abu Firas al-Suri. (dpa)

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