Syrien : Der Krieg in Aleppo hat jetzt ein Gesicht

In diesem Bild verdichtet sich das ganze Leid der Menschen in Aleppo. Eine Aufnahme des kleinen Omran nach einem Luftangriff ging am Donnerstag um die Welt. Inzwischen hat er seine Eltern wiedergefunden.

Der Videograp aus einem Handout Video der syrischen Aktivistengruppe Aleppo Media Center (AMC) vom 18.08.2016 zeigt einen vierjährigen Jungen, der am 17.08.2016 in der Stadt Aleppo (Syrien) mit blutverschmiertem Gesicht in einem Krankenwagen sitzt, nachdem ein Haus bei einem Luftangriff zerstört worden war.
Der Videograp aus einem Handout Video der syrischen Aktivistengruppe Aleppo Media Center (AMC) vom 18.08.2016 zeigt einen...Foto: dpa

Ein fünfjähriger Junge, das Gesicht voller Dreck und Blut, den Blick ins Leere gerichtet. Das Bild eines Kindes aus Aleppo bewegt seit Donnerstag die Welt - und zeigt, welche Konsequenzen der Bürgerkrieg gerade auch für Kinder hat.

Die Aufnahme stammt aus einem Video, das über soziale Medien tausendfach rund um den Globus verbreitet wurde. Helfer retten darin den Kleinen aus Trümmern und bringen ihn in einen Rettungswagen. Er fasst sich an den blutenden Kopf, bemerkt das Blut an den Händen und versucht dann, es an dem Stuhl abzuwischen. Nach knapp 40 Sekunden ist die Szene vorbei.

Video
19 Tote nach Luftangriffen auf Aleppo
19 Tote nach Luftangriffen auf Aleppo

Das oppositionelle Aleppo Media Center (AMC) hatte das Video am Mittwochabend nach einem Luftangriff auf den von Rebellen kontrollierten Stadtteil Katardschi aufgenommen. Vor Ort war auch der Fotograf Mahmud Raslan, der selbst Aufnahmen machte. Ihm zufolge heißt der Junge Omran und ist vier Jahre alt. Andere Aktivisten beziffern das Alter des Kindes auf fünf.

Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Omran zurück bei seinen Eltern, berichtete Raslan der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag nach einem Besuch bei der Familie. Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden.

Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt. Mit Journalisten wollen die Eltern ihm zufolge nicht sprechen. Und auch ihren Familiennamen nicht veröffentlicht sehen. Sie hätten Angst vor Racheakten des syrischen Regimes, erklärte Raslan. (Tsp, dpa)

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