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Syrien : Deutscher Journalist in Syrien verhaftet

Der freie Journalist Armin Wertz sitzt seit mehr als einer Woche in Aleppo in Haft. Jetzt konnte er einen Hilferuf absetzen.

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In Aleppo ist ein deutscher Journalist von Sicherheitskräften der Regierung festgenommen worden. Der freie Journalist Armin Wertz, der in Indonesien lebt und von dort auch für den Tagesspiegel berichtet, war Anfang Mai im Auftrag zweier asiatischer Zeitungen über das türkisch-syrische Grenzgebiet nach Aleppo gereist. Er wollte über den Bürgerkrieg in Syrien berichten, besonders über die Situation von Flüchtlingen. Am 5. Mai konnte er Kontakt zu einem Freund und Kollegen in Deutschland aufnehmen und ihn informieren, dass er sich in Aleppo in Polizeihaft befinde. Er bat den Freund, einige Vertraute zu unterrichten, der Vorfall aber nicht öffentlich zu machen.

Am vergangenen Sonntag meldete sich Wertz erneut. Nun bat er ausdrücklich um Hilfe. Inzwischen sind daher sowohl das Auswärtige Amt als auch die Organisation Reporter ohne Grenzen eingeschaltet. Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Montag, man gehe den Hinweisen nach und stehe mit der syrischen Botschaft in Berlin in Verbindung. Wertz teilte außerdem mit, dass er mit anderen Gefangenen nach Latakia verlegt werde, einer Hochburg des Assad-Regimes. Was ihm genau vorgeworfen wird, teilte er nicht mit. Klar ist aber, dass er kein Pressevisum der Regierung besaß, sich also illegal im Land aufhielt. Wertz, Jahrgang 1945, war in den vergangenen Jahrzehnten aber in vielen Kriegs- und Krisengebieten unterwegs. Er war sich des Risikos also bewusst.

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