Syrien : Wie Al Qaida die Rebellion gegen Assad unterwandert
27.07.2012 00:00 Uhr33 Minuten lang trompetete Iraks Al-Qaida-Chef Abu Bakr al Baghdadi seine Botschaft per Internet in die Welt. Für den Irak kündigte er eine Welle von Attentaten auf Richter und Polizisten an und rief zum Heiligen Krieg gegen das Schiiten-Regime in Bagdad auf. Die zweite Hälfte seiner Rede allerdings widmete er dem Aufstand gegen Syriens Diktator Baschar al Assad und warnte seine Gotteskrieger, „kein anderes Recht und keine Verfassung zu akzeptieren außer den Gesetzen Allahs und der Scharia“.
In anderen radikalen Erklärungen werden die Alewiten Syriens, zu denen auch der Assad-Clan gehört, als „schiitische Häretiker“ denunziert. Und seit Februar ist im Internet ein Video mit maskierten Männern zu sehen, die vor zwei schwarzen Fahnen von Al Qaida ihre Kalaschnikows schwingen. „Wir stellen Selbstmordkommandos auf, um Krieg im Namen Gottes zu führen“, deklamiert ein Sprecher.
Und so wächst international die Befürchtung, dass sich angesichts von eskalierender Gewalt und Chaos unter die syrischen Rebellen immer mehr Al-Qaida- Krieger mischen, die später durch Selbstmordanschläge und Autobombenserien jeglichen Neuanfang nach einem Sturz des Baath-Regimes zunichte machen könnten. Am türkischen Grenzübergang Bab al Hawa, der kürzlich von der „Freien Syrischen Armee“ erobert worden war, beobachteten Reporter Dutzende von Bewaffneten, die von sich behaupteten, aus Algerien, Marokko, Ägypten, Libyen und Tunesien zu stammen. Einige gaben sogar an, aus Tschetschenien zu kommen und aus Somalia. Das syrische Regime zeigte im Fernsehen jordanische und ägyptische Personalausweise von fünf Kämpfern, die im Stadtteil Qaboon von Damaskus getötet worden waren.
Video: Damaskus und Aleppo werden schwer umkämpft















