Tagesspiel-Umfrage : Union wählen wegen Angela Merkel

Laut einer Umfrage des Instituts Civey können sich rund 20 Prozent der Deutschen vorstellen, bei der Bundestagswahl zum ersten Mal CDU/CSU ihre Stimme zu geben. Ein Grund ist die Kanzlerin.

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Angela Merkel bei einer Pressekonferenz in Luxemburg.
Angela Merkel bei einer Pressekonferenz in Luxemburg.Foto: REUTERS/Francois Lenoir

Zu Beginn des Wahljahres gewinnt die Union in der Wählergunst: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU nach einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Tagesspiegels auf 35,2 Prozent, was eine Steigerung um 2,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Dezember 2016 bedeutet.

Im Blick auf die Bundestagswahl können sich zudem 19,1 Prozent der Deutschen vorstellen, zum ersten Mal in ihrem Leben Union zu wählen. 14,6 Prozent der Befragten geben dafür Bundeskanzlerin Angela Merkel als Grund an, für 4,5 Prozent der Befragten geben andere Gründe den Ausschlag für diese Entscheidung. Für 59 Prozent der Befragten kommt es indes nicht in Frage, CDU/CSU zu wählen.

Am größten ist die Wechsel-Bereitschaft bei den Grünen

Vor allem bei den Grünen zeigen viele Wähler eine potenzielle Bereitschaft zum Wechsel zur CDU/CSU. 19,1 Prozent der Grünen-Anhänger können sich vorstellen, wegen Angela Merkel ihre Stimme zum ersten Mal der Union zu geben, 1,8 Prozent aus anderen Gründen. Die zweitgrößte Wechselbereitschaft verzeichnen die Anhänger der FDP (10,5 Prozent wegen Merkel und 6,8 Prozent aus anderen Gründen), gefolgt von den Anhängern der SPD (11 Prozent wegen Merkel und 3,6 Prozent aus anderen Gründen). 16,1 Prozent der FDP-Anhängerschaft hat derweil bereits schon einmal Union gewählt, für 62,4 Prozent von ihnen kommt es dagegen nicht in Frage, CDU/CSU zu wählen. Am wenigsten können es sich die Anhänger der AfD vorstellen, erstmals CDU/CSU zu wählen. Hier sind es 0,6 Prozent wegen Merkel und 1,9 Prozent aus anderen Gründen.

Fast kein Unterschied zwischen Männern und Frauen

Im Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigen vor allem die 40- bis 49-Jährigen eine potenzielle Bereitschaft zum Wechsel, hier können sich 21,9 Prozent der Befragten vorstellen, in diesem Jahr wegen Angela Merkel zum ersten Mal CDU/CSU zu wählen. Am wenigsten trifft das auf die Gruppe der 50- bis 65-Jährigen zu, hier wären nur 9,6 Prozent wechselbereit. Zugleich ist in dieser Gruppe mit 65,9 Prozent der Anteil derjenigen am höchsten, die sich unter keinen Umständen vorstellen können, der Union ihre Stimme zu geben.

Grafik: Civey

Das Geschlecht hingegen spielt bei dieser Entscheidung offenbar kaum keine Rolle: Für 14,4 Prozent der befragten Frauen sowie 14,9 Prozent der Männer wäre Angela Merkel der Grund, im Herbst zum ersten Mal CDU/CSU zu wählen.

SPD und Grüne verlieren

Im Gegensatz zur Union sinken SPD und Grüne in der Wählergunst: Seit Anfang Dezember sind ihre Werte um jeweils 1,2 Prozentpunkte gesunken, die Sozialdemokraten liegen jetzt bei 20,3 Prozent, die Grünen bei 9,7 Prozent. AfD, Linke und Liberale hingegen verzeichnen bei der sogenannte Sonntagsfrage relativ konstante Werte. Die AfD liegt im Januar bei 14,1 Prozent (13,7 im Dezember), die FDP bei 6,5 Prozent (6,0) und die Linke bei 9,7 Prozent (10,0).


Der Tagesspiegel kooperiert mit dem Umfrage-Institut Civey. Bei der obigen Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung, die Civey regelmäßig auswertet. Zum Stand der Ergebnisermittlung am 12. Januar 2017 wurden 2512 Teilnehmer berücksichtigt. Der statistische Fehler beträgt 3,1 Prozent.

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