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Terror in Barcelona : Trump reagiert auf Anschlag mit Gräuelmärchen

Der US-Präsident erinnert nach dem Terror in Barcelona an eine Massenhinrichtung von Muslimen durch einen US-General. Die hat es nie gegeben.

US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz.
US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz.Foto: Jim Watson/AFP

Nach dem Anschlag von Barcelona hat US-Präsident Donald Trump nahegelegt, für den Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing zu studieren. Der - unbewiesenen und falschen - Legende nach soll Pershing auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit Projektilen exekutiert haben, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte. Mit dem Blut der für gläubige Moslems unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Trump: „Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!“

Trump begann diese Legende im Wahlkampf 2016 mit großer Begeisterung zu zitieren, als er nach Siegen in ersten Bundesstaaten im Aufwind war. Laut Historikern gibt es nicht den geringsten Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten. In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hieß es in US-Medien am Donnerstag, während die Welt noch um die Toten trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, in der die Exekution Gefangener glorifiziert werde.

Eine Dreiviertelstunde zuvor hatte der US-Präsident noch moderat auf den Anschlag reagiert. In seinem ersten Tweet verurteilte Trump die Tat sicherte zu, alles Notwendige zu tun, um zu helfen. "Seid hart und stark, wir lieben euch!", schrieb er. Bald darauf veränderte sich seine Tonlage drastisch. (Tsp, dpa)

Terror in Barcelona und Cambrils
In Solidarität vereint: König Felipe, Ministerpräsident Mariano Rajoy und der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont bei einer Schweigeminute am Freitagmittag in Barcelona.Weitere Bilder anzeigen
1 von 41Foto: Francisco Seco/AP/dpa
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