Terror in Belgien : IS-Fahne und Sprengsatz gefunden- Taxifahrer half Ermittlern

Bei den Attentaten am Flughafen Zaventem und in der Brüsseler Metro starben mindestens 30 Menschen. Der IS bekannte sich zu den Anschlägen. Ein Taxifahrer zeigte den Ermittlern das Versteck der Terroristen. Lesen Sie die Ereignisse des Tages im Liveblog nach.

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Fahndungsfoto. Die belgische Polizei veröffentlichte am Dienstagnachmittag eine Aufnahme der mutmaßlichen Attentäter vom Brüsseler Flughafen.
Fahndungsfoto. Die belgische Polizei veröffentlichte am Dienstagnachmittag eine Aufnahme der mutmaßlichen Attentäter vom Brüsseler...Foto: AFP

Der Flughafen Zaventem in Brüssel sowie die Metro der belgischen Hauptstadt sind von Explosionen erschüttert worden. Zahlreiche Menschen starben, viele sind zum Teil schwer verletzt. In einer online veröffentlichten Erklärung hat sich die Terrororganisation IS zu den Anschlägen bekannt. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++Ein Taxifahrer brachte die Ermittler auf die richtige Spur. Nach den Brüsseler Anschlägen hat ein Taxifahrer Ermittler auf die Spur eines Verstecks der mutmaßlichen Attentäter gebracht, berichtete der Sender VRT am Dienstagabend. Der Mann habe die Verdächtigen mit seinem Wagen von einer Wohnung in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek abgeholt und zum Flughafen gefahren. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten.

+++ Forderung nach europäischem Anti-Terrorzentrum. CDU-Bundesvize Thomas Strobl hat nach den Terroranschlägen von Brüssel ein funktionsfähiges europäisches Anti-Terrorzentrum gefordert. Darüber werde bereits seit Jahren verhandelt, aber derzeit gelinge nicht einmal der europaweite Datenaustausch in ausreichendem Maße, sagte Strobl am Dienstag in Stuttgart. „Das ist angesichts der Terrorlage, die wir in Europa haben, so nicht mehr länger hinnehmbar. Wir brauchen auf die terroristische Herausforderung auch eine europäische Antwort.“

+++ "Ultragesichertes Netz" für Brüsseler Nahverkehr. Der Brüsseler Nahverkehr soll nach dem Anschlag auf einen U-Bahnzug mit 20 Toten besser geschützt werden. Die Nahverkehrsgesellschaft Stib teilte am Dienstagabend mit, man arbeite einem „ultragesicherten Netz“. Genauere Details sollten am Mittwochmorgen mitgeteilt werden. Der Brüsseler Nahverkehr kam nach den Attentaten nur langsam wieder in Gang. Der Metroverkehr blieb zunächst unterbrochen.


+++ Thalys-Züge sollen wieder fahren: Die Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge sollen am Mittwoch ihre nach den Brüsseler Anschlägen unterbrochenen Fahrten wieder aufnehmen. Der Verkehr werde im gesamten Thalys-Netz mit Ausnahme weniger Züge sichergestellt, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Die Züge fahren unter anderem von Nordrhein-Westfalen über Brüssel nach Paris. Nach den Anschlägen im Brüsseler Flughafen und in einer Metrostation hatte das Unternehmen den Verkehr vorübergehend vollständig gestoppt, nur am Abend sollten zwei Züge zwischen Paris und Brüssel fahren. Auch die Deutsche Bahn will ihre ICE von Frankfurt nach Brüssel und zurück ab Mittwoch wieder regulär einsetzen. Die Eurostar-Züge zwischen London und Brüssel sollen am Mittwoch ebenfalls zum normalen Verkehr zurückkehren, wie das Unternehmen ankündigte.

+++ Verdächtiges Auto aus Brüssel in Bayern gestoppt - drei Festnahmen. Die Polizei hat am Dienstag auf der Autobahn München-Salzburg drei Kosovaren festgenommen, die Verbindungen zu einem Terrornetzwerk haben könnten. Ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamts bestätigte entsprechende Informationen des ARD-Magazins „Report München“ und des BR-Hörfunks. Demnach kamen die Verdächtigen aus Brüssel und waren mit einem in Belgien zugelassenen Wagen unterwegs. Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Brüssel gebe es bisher nicht, betonte der Sprecher. Ermittelt werde aber wegen „Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat“. Der Festnahme war laut Bayerischem Rundfunk ein Tipp vorausgegangen, den ein Unbekannter am Montagabend der bayerischen Polizei auf einem Kontaktformular im Internetauftritt gegeben hatte. Dabei war von einem geplanten Terrorangriff die Rede; es wurden die Personalien von zwei Kosovo-Albanern genannt, die mit einem silberfarbenen Mercedes unterwegs seien. Schleierfahnder der Rosenheimer Polizei entdeckten den Wagen, stoppten das Fahrzeug mit zwei Brüdern und einem Begleiter im Alter zwischen 36 und 46 Jahren. Die Männer gaben an, Arbeiter einer belgischen Baufirma zu sein. Die in ihrem Wagen gefundenen Baupläne sollen von einer von ihnen betreuten Baustelle stammen. Einer der beiden Brüder wurde mit Haftbefehl gesucht, weil er vor seiner angeordneten Abschiebung in das Kosovo untergetaucht war.

+++ Merkel will im Kabinett über Konsequenzen beraten. Kanzlerin Angela Merkel hat Europa nach den islamistischen Terroranschlägen von Brüssel zu einer geschlossenen Reaktion aufgerufen. „Die Täter sind Feinde aller Werte, für die Europa heute steht und zu denen wir uns gemeinsam als Mitglieder der Europäischen Union bekennen“. Mit ihren Ministern will die Kanzlerin bei der Kabinettsitzung am Mittwochvormittag über mögliche Konsequenzen aus den Anschlägen beraten.

+++ Bayerns Innenminister Herrmann fordert EU-Einreiseregister: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert den Aufbau eines Ein- und Ausreiseregisters in Europa. „Wir müssen wissen, wer einreist, wer hier bleibt, wer abreist“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Mittwochausgabe). „Das ist in den USA ganz selbstverständlich. Wir haben in Europa aber nach wie vor überhaupt keinen Überblick. Das ist alles kein Allheilmittel, aber wenn wir die Sicherheit in unserem Land erhöhen wollen, ist das unbedingt notwendig.“ Einen Umbau der Flughafenkontrollen, um Passagiere schon vor der Abflughalle zu untersuchen, sieht Herrmann skeptisch: „Sicherheitsschleusen am Eingang würden einen Rückstau erzeugen - auch in dieses Gedränge können sich dann gezielt Terroristen mischen.“ Herrmann ergänzte: „Ein Einzeltäter mit Sprengstoffgürtel unter dem Mantel ist in unserer umtriebigen Gesellschaft nicht mit absoluter Sicherheit zu entdecken.“


+++ De Maizière will Datenaustausch verbessern. Als Konsequenz aus den Terroranschlägen in Brüssel hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière seine Forderung nach einem besseren Austausch sicherheitsrelevanter Daten in Europa bekräftigt. „Das Wichtigste zur Vorbeugung sind Informationen. Wir müssen die Informationen austauschen, die da sind“, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in einem ZDF-„Spezial“. Es gebe in Europa immer noch „getrennte Datentöpfe der Ausländerbehörden, der Visa-Behörden, der Polizeibehörden, der Nachrichtendienste“. Diese müssten besser miteinander verknüpft werden. „Es kann nicht sein, dass Datensilos Vorbeugung verhindern.“
Der Minister berichtete, dass nach den Anschlägen die entsprechenden Alarmpläne in Deutschland ausgelöst und die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren worden seien. „Die Gefährder, die wir in Deutschland ja kennen, die werden genau beobachtet. Es gibt eine Verbleibskontrolle. Wir versuchen, alle denkbaren Informationen zusammenzufügen über Deutschland-Bezüge, die es bisher nicht gibt.“

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Merkel: Belgier haben 'volle Solidarität' Deutschlands


+++ Erfolgreiche Fahndung - Warnung an Medien. Bei Hausdurchsuchungen in Brüssel haben Fahnder eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen gefunden. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Die Durchsuchungen hätten in der nordöstlichen Stadtgemeinde Schaerbeek stattgefunden. Ein Verantwortlicher eines Krankenhauses in Löwen hatte dem Sender VTM berichtet, dass bei den Explosionen auf dem Flughafen von Brüssel Nagelbomben verwendet worden seien. Die Staatsanwaltschaft warnte, parallele Recherchen von Journalisten könnten die laufenden Ermittlungen behindern. Sie hatte Medien bereits zuvor um Zurückhaltung gebeten. Weitere Explosionen seien von Experten ausgelöst worden, die verdächtige Päckchen unschädlich machten, erklärte die Staatsanwaltschaft.


+++ Bislang keine Verbindung zu Pariser Anschlägen. Die Ermittler sehen bislang keine eindeutige Verbindung zwischen den Terroranschlägen in Brüssel und denen am 13. November in Paris. „Für den Augenblick ist es nicht möglich, eine formale Verbindung zu den Anschlägen von Paris herzustellen“, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz. Auch die Bekennernachricht der Terrormiliz Islamischer Staat habe noch nicht eindeutig verifiziert werden können.

+++ Durchsuchungen laufen. Nach den Brüsseler Anschlägen finden zurzeit Durchsuchungen an mehreren Orten in Belgien statt. Das sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. Die Ermittler gingen von zwei toten Selbstmordattentätern am Brüsseler Flughafen aus. Einen dritten Mann hatte die Polizei zuvor zur Fahndung ausgeschrieben.

+++Berlin trauert um Opfer in der Partnerstadt. Die Anschläge in der belgischen Hauptstadt Brüssel mit mehr als 30 Toten hat Bestürzung in Berlin und Brandenburg ausgelöst. Trauernde Menschen legten am Dienstag Blumen vor der belgischen Botschaft in Berlin nieder. Das Brandenburger Tor wurde in den Farben der belgischen Trikolore angestrahlt. Am Mittwoch wehen auf allen öffentlichen Gebäuden des Landes die Flaggen auf Halbmast.

Explosionen erschüttern Brüssel
Eine Nachricht auf einer Straße in Brüssel.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Yoan Valat/dpa
23.03.2016 23:27Eine Nachricht auf einer Straße in Brüssel.
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Trauer an belgischer Botschaft in Berlin

+++ Lufthansa bietet Stornierung an. Passagiere von Airlines des Lufthansa-Konzerns können in den nächsten Tagen geplante Flüge nach Brüssel absagen. Flugtickets in die belgische Hauptstadt bis zum 28. März (Ostermontag) könnten kostenlos storniert oder umgebucht werden, sagt eine Lufthansa-Sprecherin. Zu den betroffenen Fluglinien gehören neben der Lufthansa Swiss, Austrian, Brussels Airlines und Eurowings. Zudem streicht die Lufthansa am Mittwoch 28 Flüge von Deutschland nach Brüssel.


+++ Flughafen bleibt geschlossen. Nach den Terroranschlägen in Brüssel bleibt der internationale Flughafen Zaventem noch bis mindestens Mittwoch 12.00 Uhr geschlossen. Das teilte das nationale Krisenzentrum am Dienstag in Brüssel mit. Laut der Nachrichtenagentur Belga könnten die Flugzeuge noch den gesamten Mittwoch am Boden bleiben. Die Agentur zitierte den Flughafenchef damit, dass eine Wiedereröffnung für Donnerstag geprüft werde.

Ein Fahndungsfoto der belgischen Polizei.
Ein Fahndungsfoto der belgischen Polizei.Foto: dpa


+++ Fahndungsaufruf. Die belgische Polizei hat einen Verdächtigen der Anschläge vom Dienstag zur Fahndung ausgeschrieben. Ein im Internet veröffentlichtes Foto zeigt einen Mann mit Kinnbart in einer hellen Jacke, der am Flughafen Zaventem mit einem Gepäckwagen aufgenommen wurde. Dort wurden am Morgen durch zwei Explosionen mindestens 14 Menschen getötet, ein dritter Sprengsatz explodierte nach Angaben der Behörden nicht.

"TERRORISMUS Wer erkennt diesen Mann?", stand über dem Bild unter der Überschrift "Fahndungsaufruf" in einer Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Mann trägt Brille und einen dunklen Hut. Auf dem Gepäckwagen war eine große schwarze Tasche zu sehen.

Die belgischen Behörden hatten zuvor ein Foto einer Überwachungskamera veröffentlicht, auf dem der Verdächtige neben zwei anderen Männern zu sehen ist. Sie schoben Gepäckwagen mit ähnlichen Taschen und trugen jeweils an der linken Hand schwarze Handschuhe. Augenzeugen der Anschläge hatten am Morgen auch von Schüssen in der belebten Abfertigungshalle berichtet. Laut Staatsanwaltschaft war wahrscheinlich mindestens einer der Täter ein Selbstmordattentäter. Am Nachmittag fanden die Sicherheitskräfte den dritten Sprengsatz, der dann von Experten kontrolliert gezündet wurde.


+++ IS bekennt sich zu Anschlägen. Die Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) hat sich zu den Bombenanschlägen in Brüssel bekannt. "Soldaten des Kalifats" hätten mit den Anschlägen auf den Flughafen Zaventem und eine U-Bahnstation "den Kreuzfahrerstaat Belgien" angegriffen, hieß es am Dienstag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung des IS. Zugleich drohte der IS: „Wir versprechen den Kreuzfahrerstaaten, die sich gegen den Islamischen Staat verbündet haben, schwarze Tage, als Antwort auf ihre Aggression (...)“. Zuvor hatte bereits die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaq gemeldet, der IS bekenne sich zu der Terrorserie von Brüssel. Zuvor hatte bereits die IS-nahe Nachrichtenagentur Aamak berichtet, IS-Kämpfer hätten die Taten mit Sprengstoffgürteln und anderen Sprengsätzen begangen.

+++ Brüsseler Hotels lassen Betroffene gratis übernachten. Brüsseler Hotels lassen Betroffene der Anschläge am Dienstag kostenlos übernachten. Das Angebot gelte auch für Angehörige, erklärte der Hotelverband der belgischen Hauptstadt, Brussels Hotels Association (BHA) laut Nachrichtenagentur Belga. Unter +32 2 648 50 02 können Interessierte sich nach freien Zimmern erkundigen.


+++ Burj Khalifa in belgischen Farben angestrahlt. Das höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, wird am Abend in den belgischen Nationalfarben angestrahlt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden die Anschläge in Brüssel verurteilt.

+++ Dritte Bombe gefunden und zerstört. Am Flughafen von Brüssel hat es einen dritten Sprengsatz der Attentäter gegeben, der nicht explodiert ist. Die dritte Bombe sei am Nachmittag von Sprengstoffexperten kontrolliert gezündet werden, sagte der Gouverneur der Provinz Flämisch-Brabant, Lodewijk De Witte, am Dienstag vor Journalisten am Flughafen. Die Sicherheitskräfte seien weiter dabei, einen Teil des Flughafens zu durchsuchen. Das Krisenzentrum hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass ein "verdächtiges Paket" am Flughafen durch Sprengstoffexperten der Armee zerstört werden solle. Eine AFP-Reporterin berichtete kurz darauf von einem Knall und Rauch, der aus der Abflughalle kam.

+++ Merkel: Unsere freien Gesellschaften sind stärker als der Terror. Bundekanzlerin Angela Merkel hat am frühen Abend in einer Stellungnahme den Opfern der Anschläge von Brüssel gedacht und der belgischen Regierung die deutsche Unterstützung zugesagt. Das Entsetzen angesichts der Attentate sei "ebenso grenzenlos wie die Entschlossenheit, den Terror zu besiegen", sagte Merkel. Sie hoffe, dass diejenigen, die Angehörige und Freunde verloren haben, "unser aller Anteilnahme spüren". Den Verletzten sprach sie ihr Mitgefühl aus. In einem Telefonat mit dem belgischen Premier habe sie diesem "volle Solidarität" bei der "Verfolgung und Bestrafung der Schulidgen" zugesichert, so Merkel.

Am Mittwoch werde sich das Kabinett "mit den Anschlägen und daraus resultierenden Konsequenzen" beschäftigen. Trotz der "nicht zu leugnenden Bedrohung", betonte die Kanzlerin, seien am Ende "die freien Gesellschaften stärker als der Terrorismus". "Die Mörder von Brüssel sind Terroristen, die sich ohne Rücksicht " gegen alle Werte richten, "für die Europa steht", so Merkel. Werte wie Demokratie und ein friedliches Zusammenleben. Aus diesen Werten aber ziehe Europa auch "seine Kraft".

+++ Die Sirenen heulen ständig. Im Brüsseler Europaviertel nahe der Metro-Station Maelbeek haben nicht nur EU-Kommission und Rat ihren Sitz, sondern auch viele Büros von Firmen und Institutionen. „Wir können kaum aufatmen, weil wir besorgt sind, dass es noch nicht vorbei ist“, erzählt die Mitarbeiterin einer internationalen Firma am Nachmittag. Seit Stunden harrt sie mit ihren Kollegen im Büro aus. Noch immer hat sie nicht alle Freunde erreichen können. Sie telefoniert, recherchiert im Netz, das Radio läuft. Doch die deutlichsten Signale empfängt sie durchs geschlossene Fenster. Sirenen heulen im Europaviertel. Ständig.

Am Morgen hatte sie die richtige Vorahnung. Nachdem sie von den Explosionen am Flughafen gehört hatte, ging sie zu Fuß ins Büro. Die Erinnerung an den vergangenen November, als eine Terrorwarnung Brüssel tagelang lahmgelegt hatte und auch im Nahverkehr nichts mehr ging, ist noch frisch. Normalerweise fährt sie mit der Metro, von Arts-Loi über Maelbeek zum Schuman. „Das war meine Linie“, sagt die Frau. Sie war um die Zeit des Anschlags unterwegs, traf zwanzig Minuten nach neun im Büro ein – und las die Eilmeldung auf ihrem Smartphone. Nun wird sie erst mal bleiben, abwarten und weiter versuchen, Freunde zu erreichen. Irgendwann will sie nach Hause gehen. Auf jeden Fall zu Fuß. Die Taxis, die kostenlos fahren, sagt sie, bräuchten andere viel dringender.

+++ Video einer Explosion im Flughafen. Der Brüsseler Designer David Crunelle hat den Moment einer Explosion im Brüsseler Flughafen Zaventem in einem kurzen Video festgehalten.

+++ Mehr Verletzte als bisher bekannt. Bei den Anschlägen in Brüssel sind nach offiziellen Schätzungen etwa 230 Menschen verletzt worden - mehr als bisher bekannt. Die neuesten Zahlen stammen vom nationalen Krisenzentrum. Etwa 100 Menschen wurden demnach am Flughafen Zaventem verletzt, weitere 130 bei der Explosion in der Metrostation Maelbeek. Am Flughafen seien etwa zehn Menschen ums Leben gekommen, an der Metrostation ungefähr zwanzig. Die genaue Zahl der Opfer stehe aber noch nicht fest.


+++ Terrorbedrohung der Fußball-EM. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat nach den Anschlägen vom Dienstag auf die enormen Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-Europameisterschaft im Sommer verwiesen. „Die terroristische Bedrohung ist hoch, aber gemeinsam werden wir ihr die Stirn bieten“, sagte Cazeneuve in Paris. „Die EURO 2016 muss ein Fest für alle sein.“ Die Sicherheit war bereits nach den Anschlägen auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ und der Pariser Terrorserie vom November ein wichtiges Thema bei der Vorbereitung des Turniers, das am 10. Juni beginnt.

Nach einer Sitzung des Komitees für die EM-Sicherheit kündigte Cazeneuve an, dass die Fanzonen in den zehn Stadion-Städten videoüberwacht werden sollen. Der Zugang soll kontrolliert werden. Der Staat werde zwei Millionen Euro dafür bereitstellen.

+++ IS bekennt sich zu Anschlägen. Die radikalislamische Miliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich nach Angaben der ihre nahestehenden Nachrichtenagentur Amaq zu den Anschlägen in Brüssel am Dienstag bekannt. Kämpfer des Islamischen Staates hätten eine Serie von Bombenangriffen mit Sprenggürteln und -sätzen verübt, meldeten die arabischen und englischen Nachrichtenseiten von Amaq. Angegriffen worden seien der Flughafen und die zentrale Metrostation Brüssels, hieß es. Mehrere IS-Kämpfer hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Belgien wird in der Nachricht als Land beschrieben, dass an der internationalen Koalition gegen den IS beteiligt sei.

Die Echtheit des Bekenntnisses konnte zunächst nicht überprüft werden. Die Nachrichtenagentur Amaq hat in der Vergangenheit immer wieder Stellungnahmen des IS verbreitet. Sie gilt als eng mit der Terrormiliz verbunden.

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EU-Außenbeauftragte weint nach Anschlägen in Brüssel

+++ Sonderseite zu Anschlägen in Brüssel: Auf unserer Sonderseite zu den Anschlägen in Brüssel finden Sie alle aktuellen Entwicklungen, Hintergründe, Analysen, Interviews und Kommentare im Überblick. Hier geht es zur Sonderseite.

+++ Suche nach Verdächtigem am Flughafen eingestellt. Nach dem blutigen Anschlag am Brüsseler Flughafen hat die Polizei am Dienstagnachmittag die Suche nach Waffen und möglichen Verdächtigen am Airport eingestellt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Laut Medien kamen am Brüsseler Flughafen 14 Menschen ums Leben. Allerdings ist die genaue Zahl der Opfer nach wie vor unklar.

+++ Staatstrauer in Belgien. Nach den Anschlägen in Brüssel verhängt die belgische Regierung eine dreitägige Staatstrauer. Das meldete der Sender RTBF. In Brüssel waren bei Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn Dutzende Menschen getötet worden. Nach belgischen Medienberichten starben insgesamt mindestens 34 Menschen, davon 14 am Airport und 20 an der Metrostation Maelbeek mitten im EU-Viertel. Es soll mindestens 187 Verletzte gegeben haben.

In Deutschland sollen am Mittwoch die Flaggen auf Halbmast hängen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete die Trauerbeflaggung für die obersten Bundesbehörden, deren Geschäftsbereiche sowie für Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die Bundesbehörden unterstehen, an, wie das Bunddesinnenministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit den Belgiern.

+++ Belgier trotzen dem Terror. Wohnungen für Fremde, Fahrgemeinschaften finden sich zusammen. Wie in Paris, wo sich kurz nach den Anschlägen unzählige Menschen etwa auf der Place de la République zum Gedenken an die Toten getroffen haben,wollen sich auch die Brüsseler nicht vom Terror vereinnahmen lassen. Am Mittag versammeln sich etwa 300 Menschen vor der Börse. Mit Kinderkreide schreiben sie kleine Botschaften auf den Boden, jemand hat arabische Schriftzeichen hinterlassen, schnell ist der Asphalt knallbunt. “Ihr werdet unseren Hass nicht bekommen”, “Gebete für Belgien” und “Islam ist nicht Terrorismus”. Auf dem Platz herrscht Totenstille.

+++ Die Gefahr ist nicht gebannt. Außenminister Didier Reynders sagte dem Fernsehsender RTBF im Blick auf die Attentäter: "Wir fürchten, dass Personen weiter auf freiem Fuß sind."

+++ Gewaltige Explosion. Ein Name, der seit den Pariser Attentaten im November immer wieder in den Medien auftaucht, ist Claude Moniquet. Der ehemalige belgisch-französische Journalist gilt als Terrorexperte und gründete 2002 seine eigene Sicherheitsagentur. Er glaubt, dass die Festnahme des Paris-Attentäters Salah Abdeslam am vergangenen Freitag in Brüssel in Zusammenhang mit den jüngsten Anschlägen stehen könnten. “Die Festnahme ist nicht der alleinige Grund für die Attacken, hat sie aber vielleicht beschleunigt”, sagte Monquet dem französischen Nachrichtenblatt L’Express. Die Terroristen hätten möglicherweise befürchtet, dass Abdeslam der Polizei entscheidende Informationen gibt.

Weil es mehrere Zielorte und Vorgehensweisen gegeben habe, sei von einiger Vorbereitung auszugehen. “Solche Anschläge lassen sich nicht innerhalb von drei oder vier Tagen improvisieren.” Angesichts der Bilder des beschädigten Flughafengebäudes vermutet Moniquet eine starke Explosion. Die Abflughalle sei weitläufig und groß mit einer sehr hohen Decke - eigentlich könnte man denken, dass allein dies die Folgen einer Detonation abfedern können, meint Moniquet.  “Die Sprengstoffmenge muss gewaltig gewesen sein, um die Fenster derart zerstören zu können.”

+++ Von Trauer überwältigt. Die Hohe Repräsentantin für Außenpolitik der EU, Federica Mogherini kann ihre Tränen bei einer Pressekonferenz nach den Anschlägen von Brüssel nicht zurückhalten. Die Italienerin sprach in der jordanischen Hauptstadt Amman am Dienstag von einem "sehr traurigen Tag für Europa". Europa und seine Hauptstadt machten derzeit dasselbe Leid durch, das der Nahe Osten jeden Tag erlebe.

Mogherini fügte hinzu: "Wir sind solidarisch nicht nur mit dem Leid der Opfer, aber auch mit der Reaktion auf diese Taten und die gemeinsame Vorbeugung von Radikalisierung und Gewalt". Zu Tränen gerührt, sagte sie sodann: "Ich mache hier Schluss. Sie werden verstehen. Heute ist ein schwieriger Tag..."

+++ NRW-Minister Jäger kritisiert belgische Sicherheitsbehörden. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) macht nach den Terroranschlägen mit mindestens 34 Toten die Sicherheitsbehörden im Nachbarland Belgien mit verantwortlich. Der Salafismus im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sei seit vielen Jahren gewachsen „und man hätte möglicherweise eher eingreifen müssen“, sagte der Minister in Düsseldorf. Jäger zeigte sich erschrocken darüber, dass eine mutmaßliche Terrorzelle in Belgien über Jahre unentdeckt bleiben konnte. „Es geht nicht um einzelne, sich selbst organisierende Täter, sondern es wurde strukturiert und abgesprochen vorgegangen. Das setzt Zellenbildung voraus“, sagte er. „Es ist leichter, solche Zellen zu entdecken, als radikalisierte Einzeltäter. Und das ist das Erschreckende: Dass eine solche Zelle dort nicht entdeckt werden konnte.“ Jäger betonte aber auch, dass die Sicherheitsbehörden im Nachbarland in den vergangenen Monaten ihre Maßnahmen deutlich hochgefahren hätten und erheblichen Kontrolldruck auf die Szene ausübten.


+++ Bitte kein Streaming: Das Krisenzentrum des belgischen Innenministeriums hat Internet-Nutzer zum vorläufigen Verzicht auf Musik- und Video-Streaming aufgerufen. „Haltet das Internet frei für Kommunikation“, twitterte die Behörde nach den Anschlägen vom Dienstag in Brüssel.

+++ Experte: Gleiches Muster wie in Paris. Der Terror- und Sicherheitsexperte Rolf Tophoven beobachtet bei den Anschlägen ein ähnliches Muster wie in Paris. "Die Gleichzeitigkeit der Anschläge spricht für eine ausgeklügelte und perfekte Koordination. Sie soll die Schockwirkung erhöhen und die Polizeikräfte auseinanderreißen." Er sieht außerdem einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Festnahme des Paris-Attentäters Salah Abdeslam. Tophoven glaubt, die Terrorzelle habe diesen Anschlag schon länger geplant und möglicherweise nach der Festnahme nur auf Knopfdruck ausgeführt. Das ganze Tagesspiegel-Interview mit Tophoven lesen Sie hier.

+++ Trump sieht sich durch Anschläge bestätigt. Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sieht sich durch die Brüsseler Anschläge in seiner harten Linie in der Einwanderungspolitik bestätigt. Die Vereinigten Staaten müssten "sehr, sehr wachsam" darin sein, wen sie in das Land ließen, sagte der Immobilienmilliardär am Dienstag dem TV-Sender Fox News. Trump bekräftigte, dass er als Präsident einen radikalen Einwanderungsstopp verhängen würde. Der Geschäftsmann, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner mit weitem Abstand vorn liegt, tritt für ein pauschales Einreiseverbot für Muslime ein.

US-Präsident Barack Obama wiederum hat in einer ersten Reaktion die Terroranschläge von Brüssel verurteilt. „Die Gedanken und Gebete der amerikanischen Bevölkerung sind mit den Menschen in Belgien“, sagte er am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Havanna. „Es ist eine Erinnerung daran, dass die Welt zusammenstehen muss.“ Nach Angaben des Weißen Hauses hatte Obama zuvor mit dem belgischen Premierminister Charles Michel telefoniert.

+++ Ein Stück Normalität. Die Eisenbahn-Stationen in Brüssel sollen nach einem Bericht der Zeitung "La Libre" am Nachmittag um 16.00 Uhr wieder öffnen. Allerdings werde das unter erheblich erhöhter Präsenz von militärischen Sicherheitskräften geschehen.

+++ Atomkraftwerk Tihange doch nicht evakuiert. Das belgische Atomkraftwerk Tihange ist nach Angaben des Betreibers Electrabel nicht evakuiert worden. Vielmehr sei verzichtbares Personal aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt worden, unterstrich das Unternehmen am Dienstag auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter. Zuvor hatte die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef berichtet, die Anlage sei evakuiert worden. Tihange liegt 70 Kilometer von Aachen entfernt nahe der ostbelgischen Stadt Lüttich. Der Standort besteht aus drei Druckwasserreaktoren. Zuletzt waren dort 940 Mitarbeiter beschäftigt.

Electrabel ist die belgische Tochter des Energiekonzerns Engie.

Atomkraftwerk Tihange: Evakuierung am Tag des Terrors in Belgien.
Atomkraftwerk Tihange: Evakuierung am Tag des Terrors in Belgien.Foto: dpa


+++ Zahl der Todesopfer steigt auf 34. Bei den Anschlägen sollen nach Informationen des belgischen TV-Senders VRT sogar 34 Menschen ums Leben gekommen sein, bisher war von 26 Menschen die Rede. Davon seien 14 Menschen bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen Zaventem umgekommen und 20 in der U-Bahn. Die Zahl der Verletzten könnte demnach auf über 170 gestiegen sein.

+++ Doch keine Evakuierung? Der Betreiber verneint, dass die Atomanlage Tihange, 70 Kilometer von Aachen entfernt, geräumt werden musste. Lediglich Mitarbeiter, die dort aktuell nicht dringend benötigt werden würden, seien nach Hause geschickt worden, heißt es auf Twitter.

+++ Sprengstoffgürtel gefunden. Die Polizei findet am Brüsseler Flughafen einen Sprengstoffgürtel, der nicht gezündet wurde. Das meldet der flämische Privatsender VTM.

Rettungskräfte an der Brüsseler U-Bahn-Station Maelbeek.
Rettungskräfte an der Brüsseler U-Bahn-Station Maelbeek.Foto: dpa

+++ Anschläge unausweichlich? Anschläge wie in Brüssel sind nach Ansicht des Terrorforschers Andreas Armborst nicht zu verhindern. "Durch Überwachung lässt sich die Gefahr vielleicht reduzieren, aber die Entschlossenheit der Terroristen sorgt dafür, dass solche Attentate immer wieder glücken", sagt er dem Tagesspiegel. Noch sei zwar nicht klar, wer den Anschlag verübt habe. Es passe aber zur Strategie etwa des Islamischen Staates ,Anschläge in Ländern zu verüben, die sich im Kampf gegen den IS beteiligen. "Den Islamisten ist es durchaus wichtig, eine Legitimationsgrundlage für ihr Handeln zu haben." Auch Deutschland befinde sich im Fadenkreuz des IS. "Es gibt eine ganze Reihe von Drohvideos, auch in deutscher Sprache, die man sehr ernst nehmen muss."

+++ Atomkraftwerk wird evakuiert. Das belgische Atomkraftwerk Tihange 70 Kilometer von Aachen entfernt wird nach den Anschlägen in Brüssel evakuiert. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Dienstag unter Berufung auf den lokalen Polizeichef.

+++ Brutstätte Molenbeek. Der Anschlag in Brüssel sei vorhersehbar gewesen, sagt der britische Terrorismusforscher Anthony Glees. "Wenn sich der Staub gelegt hat, werden wir ernsthaft fragen müssen, ob die Geheimdienste dabei versagt haben, die Brüsseler Bevölkerung zu schützen." Die belgischen Behörden hätten dabei zugesehen, wie sich Gebiete wie der Brüsseler Stadtteil Molenbeek zum Hotspot für eine dschihadistische Bewegung entwickelten. Und nun sei mit einer Attacke, die als so wahrscheinlich galt, möglicherweise nicht richtig umgegangen worden. "In Großbritannien sind dagegen laut David Cameron im vergangenen Jahr sieben Anschläge erfolgreich verhindert worden", sagte Glees. Wenn Deutschland sich künftig gegen Anschläge wappnen wolle, müsse es die Nachrichtendienste mit noch umfangreicheren Befugnissen zur Informationssammlung ausstatten.

Die Anschläge ereigneten sich am Flughafen Zaventem im Nordosten Brüssels und an der Metrostation Maelbeek.
Die Anschläge ereigneten sich am Flughafen Zaventem im Nordosten Brüssels und an der Metrostation Maelbeek.Grafik: Tsp/Schilli

+++ "Es könnte knallen". Sprengstoffexperten der belgischen Armee wollen ein verdächtiges Päckchen am Brüsseler Flughafen sichern. Es könne zu einem Knall kommen, teilte das nationale Krisenzentrum am Dienstag per Twitter mit.

+++ Kalaschnikow gefunden. Die belgische Polizei hat nach einem Bericht des Senders VRT am Ort des Anschlages am Brüsseler Flughafen ein russisches Kalaschnikow-Sturmgewehr gefunden. Die Waffe habe neben dem toten Attentäter gelegen.

+++ Ist die Gefahr noch nicht gebannt? Die belgische Regierung hat vor einer womöglich noch immer existierenden Gefahr durch Attentäter in der Hauptstadt Brüssel gewarnt. "Wir fürchten, dass Personen noch auf freiem Fuß sind", sagte Außenminister Didier Reynders am Dienstag dem Fernsehsender RTBF.

+++ Alles wichtige zum Tag in Brüssel im Überblick. Finden Sie hier.

+++ Eiffelturm wird Schwarz-Gelb-Rot. Nach den Anschlägen in Brüssel soll der Pariser Eiffelturm aus Solidarität mit dem Nachbarland am Dienstagabend in den belgischen Nationalfarben angestrahlt werden. Dies geschehe zur Würdigung "der Opfer, ihrer Angehörigen und des gesamten belgischen Volkes", erklärte die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo. Sie habe mit dem Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur telefoniert und ihm versichert, "dass wir den Schmerz und das Leid teilen". Nach den Attentaten in Paris vom 13. November mit 130 Toten waren der Eiffelturm und dutzende Wahrzeichen in aller Welt, darunter das Brandenburger Tor in Berlin, in den französischen Landesfarben angestrahlt worden.

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Hollande fordert Einigkeit gegen Terrorismus

+++ "Wir befinden uns im Krieg" Nach den Anschlägen von Brüssel erklärte der französische Regierungschef Manuel Valls: "Wir befinden uns im Krieg." Frankreichs Staatschef François  Hollande erklärt: "Ganz Europa ist getroffen." Die Anschläge vom heutigen Dienstag in Belgien erfolgten vier Tage nach der Festnahme von Salah Abdelsalam in Brüssel, einem der Attentäter der Anschläge von Paris im vergangenen November.

+++ Nun wohl 26 Todesopfer. Nach Auskünften der belgischen Polizei und Feuerwehr ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Opfer am Flughafen und in der Metro auf insgesamt 26 erhöht hat.

Twitter-Bild: Aufnahme aus dem Flughafen Zaventem von Twitter-User @wardmarkey
Twitter-Bild: Aufnahme aus dem Flughafen Zaventem von Twitter-User @wardmarkeyFoto: @wardmarkey (Twitter)

+++ #openhouse. Einwohner Brüssels bieten nach den Terroranschlägen über das Internet Hilfe für Menschen an, die wegen des Stopps öffentlicher Verkehrsmittel in der Stadt feststecken. Unter dem Schlagwort „#OpenHouse“ kündigten zahlreiche Twitter-Nutzer an, dass sie Betroffene bei sich zuhause unterbringen würden. Eine ähnliche Entwicklung gab es schon im November in der Terror-Nacht von Paris unter dem Hashtag „#PorteOuverte“.

+++ Medien: Waffenfund in Zaventem. Im Brüsseler Flughafen sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga Waffen gefunden worden. Belga verwies auf eine gute informierte Quelle, eine offizielle Bestätigung gebe es aber nicht. Die Evakuierung des Flughafens, der am Dienstagmorgen von zwei Explosionen erschüttert worden war, gehe derweil weiter. Der Sender RTBF berichtete, in der Abflughalle sei eine Kalaschnikow gefunden worden.


+++ Henkel: "Sicherheitsniveau am Sonnabend in Berlin sehr hoch". Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagt, die Nachrichten aus Brüssel seien "ein Albtraum. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Hauptstadt Europas. Ihnen gilt in diesen schweren Stunden unser Mitgefühl und unsere Solidarität. Sie sind nicht allein." Zur Sicherheitslage in Deutschland sagt Henkel: "Wir haben es unverändert mit einer sehr ernstzunehmenden Sicherheitslage zu tun. Die Behörden haben ihre Maßnahmen bereits nach den grausamen Anschlägen von Paris angepasst, insbesondere auch bei Fußballspielen." Am Sonnabend soll in Berlin das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen England stattfinden. Das Sicherheitsniveau, so Henkel, sei "sehr hoch".

+++ Bisher keine Hinweise auf deutsche Opfer. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat bislang keine Informationen, dass Deutsche unter den Opfern der Terroranschläge von Brüssel sein könnten. Dies könne aber nur eine Zwischenbewertung sein, sagte er in Berlin. Es gebe bisher auch keine Hinweise auf einen Deutschland-Bezug der Täter von Brüssel.

+++ Video aus der Metro. Der Journalist Evan Lamos war zur Zeit des Anschlags in der Metro. Er hat ein kurzes Video über die Momente nach der Explosion über Twitter verbreitet.

+++ Mehr Kontrollen bei Länderspiel. Die Betreiber des Berliner Olympiastadions, wo am Sonnabend die deutsche gegen die englische Nationalmannschaft spielt, empfiehlt den Besuchern, frühzeitige anzureisen, da es umfangreiche Kontrollen geben wird.

+++ Hintergründe, Reaktionen und Auswirkungen auf Berlin: Hintergründe zu den Anschlägen und dem Terrornetzwerk in Brüssel können Sie hier lesen, Reaktionen auf den Anschlag haben wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, hier gesammelt. Welche Auswirkungen der Terror auf Berlin hat, finden Sie hier. Christof Roos lehrt als Einwanderungsexperte in Brüssel. Seine Einordnung der besonderen Situation in der belgischen Hauptstadt können Sie hier lesen.

+++ De Maizière (CDU) warnt vor "Zurückweichen": Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Dienstagmittag: "Die Anschläge galten der Bewegungsfreiheit, der Mobilität in der gesamten EU." Deutschland fühle sich genauso getroffen. Man stehe in engem Kontakt mit den belgischen Behörden. Noch könne man keine Bilanz ziehen, weil man nicht einmal wisse, ob "die Lage überhaupt beendet" sei. Man habe auch die Grenzen zu den Benelux-Staaten und Frankreich verstärkt. Es könne sein, sagte de Maizière, dass Festnahmen im Kampf gegen den Terror auch zu Racheakten führen. Damit spielte de Maizière auf die Festnahme von Salah Abdeslam vor wenigen Tagen in Brüssel an. Allerdings dürfe das niemanden davon abhalten, den Kampf gegen den Terror mit aller Härte zu führen. "Es darf kein Zurückweichen geben."

+++ Fußball-Nationalmannschaft und Sicherheit. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sieht sich zum Start der Vorbereitung auf die ersten Länderspielen im EM-Jahr gleich wieder verstärkt mit dem Thema Sicherheit konfrontiert. Teammanager Oliver Bierhoff äußerte sich am Dienstag nach seiner Ankunft am DFB-Quartier in Berlin zu den Anschlägen in Brüssel. „Wir werden uns natürlich als Sportliche Leitung zusammensetzen und überlegen, wie wir damit auf die Mannschaft zugehen“, erklärte Bierhoff. Es wird mit Sicherheit ein Thema sein, das die Spieler nach den Ereignissen von Paris auch beschäftigen wird“, sagte der Teammanager zu den Explosionen in der belgischen Hauptstadt mit vielen Toten.

Beim Länderspiel des Weltmeisters im vergangenen November in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich waren bei mehreren Terrorakten 130 Menschen getötet worden. Auch das Stade de France war damals ein Ziel der Terroristen gewesen. Außerhalb kam es damals zu Explosionen. Das DFB-Team um Kapitän Bastian Schweinsteiger verbrachte die komplette Nacht nach dem Freundschaftsspiel in dem EM-Endspielstadion. Das anschließende Länderspiel in Hannover gegen die Niederlande musste kurz vor dem Anpfiff wegen Sicherheitsbedenken abgesagt werden. Am Samstag spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen England im Olympiastadion.


+++ Nachrichtenstand um 12 Uhr: Bei Anschlägen in Brüssel sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zwei Explosionen gab es am Flughafen Zaventem, eine in der U-Bahnstation Maelbeek in der Nähe der EU-Behörden. Genaue Angaben zu Todesopfern und Verletzten kann man zu diesem Zeitpunkt laut Brüsseler Staatsanwaltschaft nicht machen. Ermittler gehen bei den Explosionen von mindestens einem Selbstmordattentäter aus. Weltweit lösten die Anschläge Trauer und Wut aus. Deutsche Sicherheitsbehörden haben die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Flüge nach Brüssel wurden gestrichen. In Berlin wurde die Besucherterrasse am Flughafen Tegel geschlossen.

+++ "Zu früh für genaue Angaben über Todesopfer". Die Zahlen über die Opfer der Anschläge von Brüssel variieren stark und ändern sich ständig. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat nun gesagt, es sei "noch zu früh, um genaue Angaben über Todesopfer zu machen".

+++ Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland. Wegen der Anschlagsserie in Brüssel hat Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen und Bahnhöfen verschärft. Auch die Kontrollen an den Grenzen zu Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg seien verstärkt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Die Ausstattung der Beamten an Flughäfen und Bahnhöfen angepasst worden, dazu gehörten etwa Schutzwesten und eine entsprechende Bewaffnung. In den Terminals des Frankfurter Flughafens waren am Morgen mehr bewaffnete Polizisten unterwegs als an normalen Tagen. Auch an der Autozufahrt zu Deutschlands größtem Flughafen und am Bahnhof waren mehr Polizisten zu sehen.

Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr nach Brüssel eingestellt. Züge in die belgische Hauptstadt enden nun in Aachen, wie die Bahn mitteilte. Die französische Regierung hat angekündigt, 1600 zusätzliche Polizisten an den Grenzen und in Zügen einzusetzen. Die britische Polizei will ihre Präsenz an Verkehrsknotenpunkten verstärken.

+++ Weitere Explosion gezielte Sprengung. Die Polizei bestätigt, die Explosion unweit der Metrostation Maelbeek sei eine gezielte Sprengung gewesen sein.

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Tote nach Explosionen in Flughafen und U-Bahn in Brüssel
Tote nach Explosionen in Flughafen und U-Bahn in Brüssel

+++ Noch mehr Sicherheitsmaßnahmen. Die EU-Abgeordnete Terry Reintke (Grüne) beobachtet nach den Explosionen in Brüssel verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um das Parlament. Soldaten und Sicherheitsleute mit schusssicheren Westen stehen laut Reintke an den Eingängen. „Man kann schon noch raus und wieder rein“, sagte sie dem Tagesspiegel. Aber viele hätten sich entschieden, erstmal im Parlamentsgebäude abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Reintke hat von den Explosionen während eines Treffens aus den Medien erfahren. „Die Intensität der Situation ist uns aber erst nach dem Treffen klargeworden.“ Die Metrostation Maelbeek im EU-Viertel von Brüssel, in der es ebenfalls zu einer Explosion gekommen ist, ist die Station, an der Reintke oft auf dem Weg zur Arbeit aussteigt. „Das ist ein ganz komisches Gefühl.“ An diesem Morgen kam Reinkte mit dem Fahrrad. Im Moment hoffe sie, dass es keine weiteren Anschläge geben wird. „Man blickt hier in viele traurige Gesichter“, beschrieb sie die Stimmung im Parlament.

+++ Weitere Explosion in der Metro. In der belgischen Hauptstadt Brüssel hat es nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga eine weitere Explosion gegeben. Sie habe sich am Dienstagvormittag nahe der Rue de la Loi ereignet - das ist in der Nähe der U-Bahnstation Maelbeek, in der es bereits eine Explosion mit mindestens zehn Toten gegeben hatte.


+++ Lage vor Ort. Der Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brüssel harrt derzeit mit seinen Mitarbeitern in den Büroräumen nur wenige Meter von der Metrostation Maelbeek entfernt aus. „Zum Glück ist niemanden von uns etwas passiert, man hört hier die Sirenen“, sagte Uwe Optenhögel dem Tagesspiegel. Von den Explosionen am Flughafen habe er aus dem Internet erfahren. „Aber als hier plötzlich so viele Sirenen zu hören waren, war klar, dass die nicht alle zum Flughafen wollen“, beschrieb Optenhögel den Moment nach den Explosionen in der Metro. Die Metrostation Maelbeek sei ein Verkehrsknotenpunkt in Brüssel und auch die Station, an der viele seiner Mitarbeiter auf dem Weg ins Büro täglich ein- und aussteigen. „Wir warten hier jetzt ab, was passiert.“ In der Nähe hat auch die Konrad-Adenauer-Stiftung ihr Büro. Mitarbeiterin Susanne Conrad hatte sich am Morgen ebenfalls entschieden, mit den Mitarbeitern erstmal im Büro zu bleiben. „Den Mitarbeitern hier ist glücklicherweise nichts passiert“, sagte sie dem Tagesspiegel.

+++ Mitarbeitern der Brandenburger Landesvertretung geht es gut. Den zehn Mitarbeitern der Brandenburger Landesvertretung in Brüssel geht es gut. Die Vertretung ist nur 150 Meter entfernt von der U-Bahn-Station Maelbeck. Die Landesregierung in Potsdam steht in engem Kontakt zu der Landesvertretung, wie eine Sprecherin sagte. Aktuell ist auch die brandenburgische Europa-Staatssekretärin Anne Quart in Brüssel. "Es geht ihr gut", sagte eine Sprecherin unserem Kollegen Alexander Fröhlich von der PNN. Eigentlich wollte Quart heute zurück nach Berlin fliegen. "Sie weiß noch nicht, wie sie nach Hause kommen soll."

+++ Nächstes Länderspiel Belgiens noch nicht abgesagt. Der portugiesische Fußball-Verband hat sich nach den Terrorattacken von Brüssel umgehend mit den belgischen und internationalen Behörden in Verbindung gesetzt. Das teilte der FPF am Dienstag auf seiner Homepage mit. Die Portugiesen sollen am kommenden Dienstag eigentlich zu einem Testspiel beim Weltranglistenersten Belgien antreten. Die Partie, die im Stade Roi Baudouin von Brüssel stattfinden soll, sei fraglich, schrieb die portugiesische Zeitung „A bola“. Das Training der Belgier war am Dienstag abgesagt worden.

+++ Keine Absage des Länderspiels geplant. Aus DFB-Kreisen ist zu hören, dass eine Absage des Spiels gegen England im Berliner Olympiastadion am Sonnabend aktuell nicht zur Diskussion steht. Es soll aber in Kürze eine neue Lagebeurteilung durchgeführt werden. Die nimmt die Sicherheitsabteilung des DFB in Zusammenarbeit mit den Behörden wie der Polizei vor. Dabei könnten dann Änderungen am Sicherheitskonzept beschlossen werden, etwa die Erhöhung des Sicherheitspersonals. Nach den Terroranschlägen in Paris und der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover am 17. November hat der DFB die Sicherheitsvorkehrungen ohnehin bereits erhöht. Für die Spiele in Berlin gegen England und in München gegen Italien am Dienstag gibt es etwa eine Sicherheitsüberprüfung für alle Journalisten. Dieses Procedere wird sonst nur bei konkreten Gefährdungsszenarien angewandt, etwa bei Spielen mit israelischer Beteiligung.

+++ Alarmbereitschaf im EU-Parlament erhöht. In einer internen Sicherheitswarnung an die Abgeordneten und Mitarbeiter des EU-Parlaments, die dem Tagesspiegel vorliegt, heißt es, der Präsident habe entschieden, die Alarmbereitschaft auf Orange zu erhöhen. Außerdem würden zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Alle Fahrzeuge in der Parkgarage des Parlaments sollen kontrolliert werden, Besucher, Abgeordnete und Mitarbeiter müssen sich zusätzlichen Kontrollen unterziehen. Bis auf einen Eingang wurden alle Hauptzugänge geschlossen. Alle Termine im Parlament wurden abgesagt.

+++ "Widerwärtige Anschläge". Regierungssprecher Steffen Seibert zu den Attentaten in Brüssel.

+++ Hohe Sicherheitsvorkehrungen. Ralf Bendrath, Mitarbeiter des Grünen-Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht, berichtet über die Lage im EU-Viertel in Brüssel. Er war im Parlamentsgebäude, als er über Twitter von den Attentaten erfuhr. Im EU-Parlament gelte jetzt eine erhöhte Alarmstufe, allerdings sei unklar, was dies genau bedeute, sagt er am Telefon. Als er gegen 10 Uhr 30 kurz das Parlamentsgebäude verließ, um eine Zigarette zu rauchen, habe er anschließend große Mühe gehabt, den Sicherheitsdienst zu überzeugen, ihn überhaupt wieder ins Gebäude zu lassen. Ansonsten überlege er, wie er am Abend wieder nach Hause kommen soll, erzählt Bendrath. Er wohnt am Brüsseler Stadtrand, Busse und Bahnen fahren nicht. Die Grünen-Fraktion hat es derweil Mitarbeitern, die noch nicht im Parlamentsgebäude sind, freigestellt, ob sie an diesem Dienstag zur Arbeit kommen wollen oder nicht.

+++ Alle Bahnhöfe geschlossen. Nach den mutmaßlichen Terroranschlägen sind in Brüssel auf Anweisung der Polizei hin sämtliche Bahnhöfe geschlossen worden. Die Bahngesellschaft SNCB rief Reisende auf, die belgische Hauptstadt bis auf weiteres nicht anzufahren. Betroffen waren auch die Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge und die Eurostar-Verbindungen von Brüssel nach London.

+++ Krisenstab eingesetzt. Das Auswärtige Amt hat nach den Anschlägen in Belgien einen Krisenstab eingerichtet. "Die deutsche Botschaft in Brüssel bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob auch Deutsche von den Explosionen betroffen sind", sagt ein Sprecher.

+++ "Rufen Sie nicht an. Nutzen Sie SMS oder soziale Medien". Nach den mutmaßlichen Anschlägen in Brüssel raten die Behörden, zur Kommunikation auf soziale Medien auszuweichen. „Rufen Sie nicht an. Nutzen sie Textnachrichten oder soziale Medien. Das Netzwerk wird überlastet“, teilte das nationale Krisenzentrum über Twitter mit. Ähnlich äußerte sich der für Telekommunikation zuständige Minister Alexander De Croo.

+++ Entsetzen und Beileidsbekundungen. Kanzleramtschef Peter Altmaier hat Brüssel und der Europäischen Union nach den Terrorattacken in der belgischen Hauptstadt deutschen Beistand versichert. „Unfassbar. Die Terroristen dürfen nie gewinnen! Die Werte Europas sind stärker als Hass und Gewalt! Alle Solidarität für Brüssel und die EU“, schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Weitere Reaktionen zu den Anschlägen in Brüssel können Sie hier lesen.

+++ Feuerwehr: Mindestens 21 Tote. Durch die Explosionen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahnstation im EU-Viertel sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag sagte, starben durch die Explosionen am Flughafen mindestens elf Menschen. In der U-Bahnstation Maelbeek seien "durch eine sehr starke Explosion" nach vorläufigen Erkenntnissen etwa zehn Menschen ums Leben gekommen.

+++ Selbstmordattentat am Flughafen. Der belgische Sender RTBFInfo berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, am Flughafen Zaventem habe sich mindestens ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

+++ Lufthansa streicht alle Flüge nach Brüssel. Die Lufthansa zieht Konsequenzen: Wie ein Sprecher der größten deutschen Airline dem Tagesspiegel mitteilte, wurden sämtliche Flüge von und nach Brüssel am Dienstag gestrichen. Flüge, die sich am Vormittag auf dem Weg in die belgische Hauptstadt befanden, wurden zu anderen Zielen umgeleitet, so der Sprecher weiter. Für Fluggäste und Angehörige wurde am Flughafen in Brüssel eine zentrale Notrufnummer für weitere Informationen eingerichtet: 0032/27537300.

+++ Mehrere Tote und Verletzte in Metro. Die Polizei in Brüssel berichtet von mehreren Toten und Verletzten in der Metro der belgischen Hauptstadt. Dort hatte es am Vormittag an der Station Maelbeek im Europaviertel eine Explosion gegeben.

+++ Sicherheitsexperte: "Keine aufwändig geplante Racheaktion". Die Anschläge in Belgien sähen nach einer "nicht allzu aufwändig geplanten Racheaktion" aus, sagte ein hochrangiger deutscher Sicherheitsexperte dem Tagesspiegel. "Das ist nach jetzigem Stand nicht wie am 13. November in Paris". Bei den Anschlägen damals wurden 130 Menschen getötet. In Brüssel sei eine eher spontan geplante Rache für die Festnahme des Terroristen Salah Abdeslam zu vermuten, sagte der Fachmann. Die belgische Polizei hatte vergangenen Freitag den Logistiker der Anschläge von Paris im Brüsseler Stadtteil Molenbeek festgenommen. Molenbeek gilt als Hochburg militanter Islamisten. Der Sicherheitsexperte geht davon aus, dass nun Komplizen von Abdeslam zugeschlagen haben.

"Die Auswirkungen sind traurig genug, aber offenbar geringer als am 13. November in Paris". Es könne aber auch sein, "dass es noch nicht vorbei ist" und im Laufe der nächsten Stunden weitere Anschläge folgen.

Die Angriffe vom 13. November in Paris hatten hochrangige Sicherheitsexperten als eine Kopie der Attacken auf die indische Metropole Mumbai bewertet. Dort hatten islamistische Terroristen im November 2008 tagelang gebombt, geschossen und Geiseln genommen. Mehr als 170 Menschen starben.

+++ Sicherheitsrat tagt. Nach den mutmaßlichen Terroranschlägen hat der belgische Premier Charles Michel den nationalen Sicherheitsrat zusammengerufen. Dem Gremium gehören die wichtigsten Minister der Regierung an. Michel wolle sich später bei einer Pressekonferenz äußern, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag.

+++ In Tegel bleibt die Besucherterrasse zu. Die Besucherterrasse des Berliner Flughafens Tegel bleibt an diesem Dienstag geschlossen. Das sei nach den Anschlägen in Brüssel eine "präventive Maßnahme", teilt der Flughafen mit.

+++ Alle Tunnel in Brüssel gesperrt. Nach den Brüsseler Metro-Stationen werden nun auch Tunnel in der belgischen Hauptstadt gesperrt. Die Polizei habe angeordnet, den Jubelparktunnel sowie den Wettunnel in Richtung Zentrum zu sperren, teilte die Verkehrsleitstelle Mobiris am Dienstag mit. Der Verkehr in der belgischen Innenstadt liegt brach, die Brüsseler Verkehrsbetriebe stellen den gesamten öffentlichen Nahverkehr in der belgischen Hauptstadt ein. Außerdem fordert das nationale Krisenzentrum die Bürger auf zu bleiben, wo sie sind.


+++ Angeblich mehrere Tote in der Metro: Bei der der Explosion in der Brüsseler Metro-Station Maelbeek in der Nähe der EU-Behörden kamen nach einem Bericht des Senders VTM mindestens zehn Menschen ums Leben. Die EU-Kommission forderte alle Mitarbeiter auf, in den Gebäuden oder zu Hause zu bleiben. Die belgischen Sicherheitsbehörden gehen nach den Explosionen am Flughafen und der Metro von Terroranschlägen aus. Die Staatsanwaltschaft habe Antiterror-Ermittlungen aufgenommen, berichtete der öffentliche Sender RTBF am Dienstag.

+++ Bericht über mindestens einen Selbstmordattentäter. Die Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventum wurden nach einem Bericht des belgischen Fernsehsenders VRT von mindestens einem Selbstmordattentäter verursacht. Eine Bestätigung der Polizei gab es dafür allerdings bisher nicht.


+++ Vorübergehend keine Flüge von Berlin nach Brüssel. Der Flugverkehr zum belgischen Großflughafen Zaventem ist unterbrochen. Das hat auch Auswirkungen auf die Berliner Flughäfen. Hier sind am Dienstagvormittag zwei Flüge nach Brüssel gestrichen worden. Eine der beiden Maschinen war in Tegel schon zum Abflug bereit gewesen, wurde kurz vor dem Start aber gestoppt. Insgesamt gäbe es an diesem Dienstag acht Flüge von Berlin nach Brüssel.

+++ "Deutschland für solche Attacken nur bedingt gewappnet" Die Anschläge in Brüssel sind "ein Alptraum", sagte Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) dem Tagesspiegel. "Wir erleben seit den Angriffen in Paris eine neue Form des Terrors". Es komme nicht mehr nur ein Selbstmordattentäter oder es werde eine Bombe gezündet, "sondern wir haben jetzt eine mobile Lage mit Terroristen, die alles gleichzeitig machen und top ausgebildet sind an Kriegswaffen".

Deutschland sei für solche Attacken nur bedingt gewappnet, warnte Wendt. Ausrüstung und Ausbildung der Polizei müssten massiv verstärkt werden. "In jeden Streifenwagen gehören Schutzwesten, die auch dem Beschuss durch eine Kalaschnikow standhalten", sagte Wendt. Die bisher verfügbaren Westen schützten nur vor Pistolenschüssen. Wendt fordert zudem "schusssichere Helme", die ebenfalls bundesweit angeschafft werden müssten. Das seien nur einige Beispiele, betonte der Gewerkschaftschef. "Was Ausrüstung und Ausbildung der Polizei angeht, brauchen wir ein Milliardenprogramm", sagte Wendt. Die Anschläge in Brüssel zeigten, dass die Bundesrepublik nachlegen müsse. "Sonst sehen wir bei einem solchen Terrorangriff alt aus."

+++ Berichte über mehrere Tote. Laut des belgischen Senders VRT sind bei den Explosionen am Dienstagmorgen mindestens 13 Menschen getötet worden, 35 weitere seien schwer verletzt worden.

+++ EU-Parlament setzt Anhörung aus. Nach den Explosionen setzt das Europarlament in Brüssel eine Anhörung mit der obersten Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank, Daniele Nouy, aus. Offenbar hat sich in der Metrostation Maelbeek im Europa-Viertel ebenfalls eine Explosion ereignet.

+++ Börsen reagieren auf Explosionen in Brüssel: Die Explosionen am Brüsseler Flughafen verunsichern Aktienanleger. Der Dax startete am Dienstag 1,2 Prozent tiefer bei 9834 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor zur Eröffnung ähnlich stark und lag bei 3019 Punkten. Investoren trennen sich vor allem von Luftfahrt-Werten. Die Aktien von Lufthansa, Air France, die British Airways-Mutter IAG sowie die Billig-Flieger Ryanair und EasyJet fielen um bis zu 4,1 Prozent. Im deutschen Nebenwerte-Index MDax rutschten Kuka sogar um 6,2 Prozent. Der Roboterbauer stellte für 2016 eine rückläufige Rendite im Stammgeschäft in Aussicht.

+++ Alle Metrostationen in Brüssel geschlossen. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft Stib hat aus Sicherheitsgründen alle Metrostationen in der belgischen Hauptstadt geschlossen. Das teilte die Stib am Dienstagvormittag mit.

+++ Explosion in der Brüsseler Metro. Agenturen berichten von einer Explosion in der Metrostation Maelbeek in Brüssel. Die Metrostation liegt auch in der Nähe von Einrichtungen der Europäischen Union.

+++ Höchste Terrorwarnstufe. Die belgische Regierung hat nach Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventem die höchste Terrorwarnstufe verhängt. Vor wenigen Tagen erst wurde Salah Abdeslam, einer der Attentäter von Paris, in Molenbeek festgenommen. Ob ein Zusammenhang zum Pariser Netzwerk besteht, ist unklar. Einen Artikel zum weit verzweigten Netzwerk finden Sie hier. Einen Beitrag über den Bericht des französischen Innenministeriums zu den Anschlägen von Paris finden Sie hier.

+++ Anzahl der Toten weiter unklar. Bei den Explosionen hat es "mehrere Tote" und "etliche Verletzte" gegeben. Das berichteten am Dienstag mehrere belgische Medien, die sich auf die Feuerwehr berufen.

+++ Angeblich Schüsse vor Explosionen gefallen. Vor den Explosionen am Flughafen sind der Nachrichtenagentur Belga zufolge mehrere Schüsse gefallen. Zudem hätten Personen Arabisch gesprochen.

+++ Bundespolizei verschärft Kontrollen. Nach den Explosionen in Brüssel verschärft die Bundespolizei ihre Kontrollen am größten deutschen Flughafen in Frankfurt. Man beobachte die Situation sehr genau, sagte Sprecher Christian Altenhofen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Beamten würden sensibilisiert und die Streifen in bestimmten Bereichen verstärkt. Nähere Einzelheiten wolle man aus taktischen Gründen nicht nennen. Die Bundespolizei überwacht die deutsche Außengrenze am Flughafen mit rund 2500 Beamten.

+++ Der Flughafen wird evakuiert. Über dem Gebäude steigt Rauch auf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga ereigneten sich die Explosionen in der Abflughalle, andere Medienberichte sprechen genauer vom Check-In-Schalter der Fluglinie American Airlines. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Der Flughafen wird nun evakuiert, alle Flüge wurden gestoppt, auch der Zugverkehr zum Flughafen wurde unterbrochen.

Diese Video hat eine Journalistin kurz nach den Explosionen gedreht.

Die Explosionen ereigneten sich vier Tage nach der Festnahme von Salah Abdeslam in Brüssel, einem der Verdächtigen der Paris-Attentate vom November 2015.

+++ Flüge werden umgeleitet. Nach den Explosionen am Flughafen Zaventem werden die Flüge dorthin zu einem anderen Flughafen umgeleitet. Das berichtete der Sender La Première am Dienstag unter Berufung auf die belgische Flugaufsichtsbehörde Belgocontrol. (mit dpa, Reuters, AFP)

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